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Warum Görlitz Zittau ein Kamel leiht

Shaya war ein Einzeltier im Zoo - bis die junge Dame Besuch bekam. Zoodirektor Sven Hammer schickte Kara, eine Stute von seinem Hof.

Sven Hammer, hier während der Prozession zum Dreikönigstag 2019 in Görlitz und Zgorzelec. Er gab ein Privatkamel nach Zittau ab.
Sven Hammer, hier während der Prozession zum Dreikönigstag 2019 in Görlitz und Zgorzelec. Er gab ein Privatkamel nach Zittau ab. © Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Steht das größte Kamel aus Görlitz jetzt etwa in Zittau? Man weiß es nicht. Auf jeden Fall ist es ein junges, ein Kamelmädchen. Kara heißt es und fühlt sich offensichtlich in Zittau wohl. Der dortige Tierpark freut sich über den Zugang aus Görlitz, auch wenn er wohl nur eine Art Leihgabe ist. Wie kam es dazu? Und hat der Görlitzer Tierpark jetzt etwa ein Tier weniger?

"Nein, nein", beruhigt Tierparkdirektor Sven Hammer. Das Kamel für Zittau stammt aus seiner ganz privaten Herde. Die hat er auf seinem Grundstück bei Görlitz stehen. "In Zittau gab es nur noch ein Jungtier. Da passte Kara dazu", so Sven Hammer. Deshalb zog sie ein paar Kilometer weiter gen Süden. Der Trampeltierbestand im Görlitzer Zoo ist gleich geblieben.

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In Zittau freut sich Shaya über ihre Freundin. Die Kameldame wurde 2018 geboren, ist eine Nachfahrin des legendären Kamels Mustafa, dem bis dahin wohl bekanntesten Tierparkbewohner. Legendär wurden Bilder, die während des Hochwassers 2010 entstanden. Damals harrte Mustafa 20 Stunden in den Fluten aus, wurde von Tierparkmitarbeitern aufs Trockene gezerrt. Mustafa lebte seit 1995 im Zittauer Zoo. Er wurde 24 Jahre alt, bekam zuletzt über längere Zeit Schmerzmittel.

"Shaya ist unser letztes selbstgezogenes Jungtier", sagt der Zittauer Tierparkdirektor Andreas Stegemann. Sie als Einzeltier aufzuziehen - das sei nicht in Frage gekommen. "Kamele sind Herdentiere", schildert er. Deshalb kam das Angebot aus Görlitz gerade recht. Die Zoos in Görlitz und Zittau arbeiten schon seit Längerem zusammen. Der frühere Zittauer Tierparkchef Bernd Großer hatte bei den Kollegen nach einem Leihkamel gefragt. Sven Hammer stimmte zu.

Wie lange Kara noch in Zittau bleiben wird,  ist derzeit offen. Ursprünglich war an zwei Jahre gedacht. "Sie kann ruhig so lange bei uns bleiben, bis Herr Hammer sagt, dass er sie wiederhaben möchte", schmunzelt Andreas Stegemann. Shaya hat offensichtlich nichts gegen einen längeren Besuch. "Die beiden verstehen sich sehr gut", sagt der Zittauer Zoochef. In der dortigen Einrichtung wird gerade darüber nachgedacht, wie es mit der Trampeltierzucht weitergehen könnte. "Wir strukturieren uns neu", sagt Andreas Stegemann. 

Sein Kollege Sven Hammer aus Görlitz hat nichts gegen eine längere Ausleihe Karas. "Wenn die junge Stute dort eine Spielkameradin hat,  ist das doch schön", sagt er.

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