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Görlitzer Priester empfängt Pilger in Spanien

Alfred Hoffmann wird in diesem Sommer zum fünften Mal Seelsorger in Santiago de Compostela sein. Davor feiert er mit Pilgern an der Jakobuskathedrale in Görlitz.

Der katholische Priester Alfred Hoffmann ist leidenschaftlicher Jakobspilger. Am kommenden Sonntag trägt er sein rotes Gewand mit Pilgerkreuz und Jakobsmuschel.
Der katholische Priester Alfred Hoffmann ist leidenschaftlicher Jakobspilger. Am kommenden Sonntag trägt er sein rotes Gewand mit Pilgerkreuz und Jakobsmuschel. © Martin Schneider

Der katholische Priester Alfred Hoffmann, zugleich Generalvikar des Bistums Görlitz und Dompropst, ist ein großer Freund des Pilgerns. Vor über 20 Jahren lief er zum ersten Mal zu Fuß ein Stück des Jakobsweges nach Santiago de Compostela unweit der spanischen Atlantikküste.

Mehrmals pilgerte er mit Gruppen jeweils 220 Kilometer durch Spanien. Und seit 2011 übernimmt er immer wieder die Seelsorge für deutschsprachige Pilger in der Kathedrale von Santiago, aber auch für solche, die Polnisch, Englisch, Französisch oder Spanisch sprechen und sich ihm anvertrauen möchten.

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Trotz hoher Inzidenz nach Spanien

In diesem Sommer übernimmt Alfred Hoffmann diesen Dienst in Santiago de Compostela zum fünften Mal. Ab 7. August wird er dort für 14 Tage vor Ort sein. "Ich bin gespannt, was uns diesmal erwartet", sagt der Priester. Mit "uns" meint er das kleine Team, zu dem außer ihm eine Gemeindereferentin und ein Diakon aus Limburg zählen.

Hoffmann geht davon aus, dass mehr spanische als internationale Pilger unterwegs sind, weil die Pandemie noch nicht gebannt ist und Spanien als Risikogebiet gilt. Einige Pilgerherbergen seien noch geschlossen, sicherlich die mit großen Schlafsälen, in denen die Abstände nicht gut gewahrt werden können. Aber vor allem, weil die Inzidenz in Spanien gerade wieder ansteigt – am Wochenende lag sie bei 300.

Heiliges Jahr in Santiago de Compostela

"Wir wollen trotzdem ein Zeichen setzen und für die Pilger, die sich auf den Weg machen, da sein", sagt der Priester. Er selbst hat Covid 19 im vergangenen Herbst durchgemacht, ist aber inzwischen sowohl genesen als auch geimpft und hat keine Angst, sich noch einmal anzustecken. "Die hohen Coronazahlen kommen aus den sehr touristischen Gebieten", sagt er, "in Santiago sind sie nicht so dramatisch."

Eigentlich müsste in diesem Jahr mehr Betrieb auf dem Jakobsweg herrschen als üblich, denn es wurde zum "Heiligen Compostelanischen Jahr" ausgerufen. Das geschieht, wenn der Tag des Heiligen Jakobus, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt. Für gläubige Katholiken kann das von Bedeutung sein, denn in einem solchen Jahr bekommen sie einen vollkommenen Ablass zeitlicher Sündenstrafen, wenn sie aus Verehrungsgründen die Kathedrale von Santiago besuchen, dort einen Gottesdienst mitfeiern, die Eucharistie empfangen und beichten. Das könnten sie zum Beispiel im August bei Alfred Hoffmann tun.

Wochenende für den Heiligen Jakobus in Görlitz

Zuvor aber lässt der Priester zusammen mit der Pfarrei Heiliger Wenzel und dem Initiativkreis St. Jakobus das nächste Wochenende auch in Görlitz zu etwas Besonderem werden. Am Sonnabend, 24. Juli, pilgert er mit einer Gruppe vom Kloster Marienthal nach Görlitz. Am gleichen Tag treffen in Luban Pilger zusammen, die auf sechs verschiedenen Jakobswegen durch Polen gewandert sind, und begeben sich in Richtung Zgorzelec.

Am Sonnabend 20 Uhr sind alle Pilger und Interessierten zu einer Meditation in der Heilig-Kreuz-Kirche auf der Görlitzer Struvestraße zu Texten aus Wolfgang Schnellers Buch "Der Weg umarmt mich wieder" eingeladen. Dazu wird auch der frühere Görlitzer Bischof Konrad Zdarsa erwartet.

Und am Sonntag, 25. Juli, wird ab 10 Uhr das Patronatsfest für den Heiligen Jakobus an der Kathedrale in der Südstadt gefeiert, zusammen mit den Pilgern, die aus Polen die Stadt Görlitz erreichen.

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