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Görlitzer Seebühne hätte mehr Publikum verdient

Rund 900 Zuhörer erlebten Beethovens "Ode an die Freude"am Berzdorfer See. Die Konkurrenz war groß an diesem Wochenende und wird auch in Zukunft nicht kleiner.

Zum zweiten Mal gab der Europachor ein Konzert auf dem Berzdorfer See.
Zum zweiten Mal gab der Europachor ein Konzert auf dem Berzdorfer See. © Philipp Herfort Photography

Kaum ein Görlitzer Wochenende war so voller Konzerte wie das vergangene. War im vorigen Sommer das Carmina-Burana-Konzert der Europa Chor Akademie auf dem Berzdorfer See eines der wenigen Erlebnisse für großes Publikum überhaupt in der Stadt, hatte man diesmal fast zu viele Möglichkeiten.

Besonders am Sonnabend standen mit Beethovens Schlussatz der Neunten Sinfonie auf dem Berzdorfer See, Max Raabe-Open Air in der Landskron-Brauerei, dem New Yorker Jazzpianisten John Zorn im Rahmen des Lausitz-Festivals in der Stadthalle und dem Pianisten Mark Ehrenfried bei den Kulturerbetagen im Park des Friedens gleich vier Konzerte zur Auswahl. Und das Theater eröffnete mit einer Gala die neue Spielzeit.

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Zufrieden im kulturellen Überangebot

"Insofern sind wir außerordentlich zufrieden mit der Resonanz unserer Konzerte", sagt Enrico Kasper von der Europa Chor Akademie, die am Freitag und Sonnabend je ein Konzert zusammen mit der Staatskapelle Halle auf dem See veranstaltete, aber auch Laienensembles wie dem Shanty-Chor Hagenwerder und dem Zittauer Gospelchor oder der Musikschule Time2Groove eine Bühne gab. Auch der Jazzpianist Vladislav Sendecki aus Krakau, der die Chorarbeit der Akademie unterstützt, trat auf.

So leuchtete die Seebühne am Freitag und Sonnabend auf dem Berzdorfer See in die Nacht.
So leuchtete die Seebühne am Freitag und Sonnabend auf dem Berzdorfer See in die Nacht. © Martin Schneider

Sowohl die schwimmende Bühne als auch der Publikumsbereich waren größer angelegt als im vergangenen Jahr: Die Bühne maß fast 200 Quadratmeter, damit Orchester und Chor darauf Platz hatten; und auch der für das Publikum reservierte Bereich am Ufer war großzügiger angelegt. Zu großzügig, kam es manchem Besucher vor.

Tatsächlich hätten 1.000 Zuschauer Platz gehabt, sagt Enrico Kasper. Doch auch weil mit der Strandbar diesmal die gastronomische Versorgung integriert war, habe alles etwas "luftiger" gewirkt. Mit 500 Besuchern pro Abend habe die Akademie geplant, gut 450 waren da. "Genau wie im vergangenen Jahr."

Akademie plant See-Tour – wie jetzt auch das Theater

Im nächsten Jahr soll sie wieder am Berzdorfer und am Bärwalder See stattfinden. Nach wie vor plant die Europa Chor Akademie, aus der Veranstaltung eine größere See-Tour durch die Lausitz zu machen.

Dass das Gerhart-Hauptmann-Theater gerade eine große Bundesförderung für seine "Neue Lausitzer Landpartie" erhalten hat, deren Höhepunkt 2023 drei große Open-Air-Konzerte am Berzdorfer, Bärwalder und Olbersdorfer See sein sollen, könnte der Akademie ihr Vorhaben streitig machen. Ihre Idee, Konzerte an ehemaligen Tagebauen zu veranstalten, war 2020 spontan als "Corona-Notlösung" entstanden. Das Theater hat nun ähnliches vor.

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Die Akademie hofft jedoch auf Kooperation: "Seit Langem ist unser künstlerischer Leiter Prof. Josuard Daus bestrebt, Wege einer Zusammenarbeit mit der Lausitzer Philharmonie auszuloten", sagt Enrico Kasper. Auch mit Daniel Morgenroth, dem neuen Intendanten des Theaters, habe es bereits Gespräche gegeben. "Es wäre zu begrüßen, wenn die Exzellenzförderung für das Görlitzer Orchester der künstlerisch-pädagogischen Zusammenarbeit vor Ort neue Impulse verleiht."

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