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Haus der Jugend soll wieder schönen Saal bekommen

Der Verein "Einer für alle" saniert das Areal in Görlitz. Für den Saal der ehemaligen Disko gibt es eine Baugenehmigung. Nur das Wichtigste fehlt.

Markus Stäbler vor dem „Haus der Jugend“ in Görlitz. Er ist Geschäftsführer des Vereins "Einer für alle", dem das Gebäude gehört.
Markus Stäbler vor dem „Haus der Jugend“ in Görlitz. Er ist Geschäftsführer des Vereins "Einer für alle", dem das Gebäude gehört. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Der Gegensatz könnte größer nicht sein: Von außen präsentiert sich das "Haus der Jugend" in Görlitz mit einer sanierungsbedürftigen Fassade. Doch drinnen zeigt sich ein anderes Bild. Vom Keller bis unters Dach ist alles fein saniert.

Verantwortlich dafür ist der Görlitzer Verein "Einer für alle". Seit Juni 2005 ist der christliche Verein der Eigentümer des "Haus der Jugend", das in Görlitz jeder kennt, der vor der Wende in der Stadt lebte. Neben den "Zwei Linden" gehörte es zu jenen Einrichtungen, in denen es Diskotheken gab. Beide Häuser und Grundstücke erwecken die Eigentümer zu neuem Leben.

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Name bleibt, Inhalte ändern sich

Das "Haus der Jugend" steht mit Wohn- und Gewerbeflächen auf dem 2,5 Hektar großen Areal am Ausgang der Görlitzer Südstadt in Richtung Weinhübel. Drei weitere kleine Gebäude befinden sich auf dem Grundstück. Alle waren oder sind sanierungsbedürftig, wobei das Haupthaus mit der Innensanierung die größten Fortschritte gemacht hat. Drei Wohnungen in diesem Haus sind vermietet, das Büro des Vereins mit neun Angestellten befindet sich im Erdgeschoss. Etwa 30 aktive ehrenamtliche Mitstreiter zählt der Verein.

Markus Stäbler ist mit seiner Familie seit fünf Jahren nicht nur einer der Mieter im "Haus der Jugend", sondern auch der Geschäftsführer des Vereins. Seit 1994 lebt der 49-Jährige in Görlitz. Er kam aus Baden-Württemberg zum Studium der Sozialwissenschaften nach Görlitz an die Hochschule. "Wenn da mal was losgeht, da bist du dabei", hatte er sich vorgenommen, als Hans-Dietrich Genscher 1989 vom Balkon der Botschaft in Budapest den wartenden Menschen die Ausreise verkündete. Stäbler kannte die DDR nur wenig, lernte bei Austauschen von Kirchgemeinden in Thüringen vor allem Christen dort kennen und schätzen.

Als er 1994 nach Görlitz kam, wurde er gut aufgenommen. Er war begeistert von der Aufbruchstimmung, an der er selbst Anteil hatte. Im Jahr 2000 gründete sich der Verein "Einer für alle". Als Träger der freien Jugendhilfe will der Verein vor allem jungen Menschen im Landkreis Görlitz eine Perspektive vermitteln. "Die Grundlage unserer Arbeit ist der christliche Glaube", erklärt Stäbler. "Wir sind überzeugt, dass jeder Mensch wertvoll ist und von Gott geliebt wird. Das wollen wir durch unsere Arbeit zum Ausdruck bringen."

Das „Haus der Jugend“ in Görlitz kennt wohl jeder Einwohner der Stadt, der vor der Wende in Görlitz lebte.
Das „Haus der Jugend“ in Görlitz kennt wohl jeder Einwohner der Stadt, der vor der Wende in Görlitz lebte. © Paul Glaser/glaserfotografie.de
Der Saal des „Haus der Jugend“ in Görlitz erhielt ein neues Dach.
Der Saal des „Haus der Jugend“ in Görlitz erhielt ein neues Dach. © Paul Glaser/glaserfotografie.de
Im Saal finden unter anderem Gottesdienste statt.
Im Saal finden unter anderem Gottesdienste statt. © Paul Glaser/glaserfotografie.de
Der alte Biergarten am „Haus der Jugend“. Das Areal ist weitläufig, insgesamt 2,5 Hektar groß.
Der alte Biergarten am „Haus der Jugend“. Das Areal ist weitläufig, insgesamt 2,5 Hektar groß. © Paul Glaser/glaserfotografie.de
Hier an der Rückseite des Saales soll künftig der Eingang sein. Ein Foyer mit Verglasung soll entstehen.
Hier an der Rückseite des Saales soll künftig der Eingang sein. Ein Foyer mit Verglasung soll entstehen. © Paul Glaser/glaserfotografie.de
Komplett saniert, hier der Eingangsbereich, ist das „Haus der Jugend“ im Inneren.
Komplett saniert, hier der Eingangsbereich, ist das „Haus der Jugend“ im Inneren. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Das wird am Haus der Jugend gemacht

Neben der Sanierung des Hauptgebäudes im Inneren widmete sich der Verein vor allem den Außenanlagen. "Hier musste viel gemacht werden", sagt Markus Stäbler. In den vielen Jahren, als das Gelände ungenutzt brach lag, war vieles zugewachsen. Bis zu drei Meter hohes Gestrüpp wurde entfernt. Seit einiger Zeit sind die Konturen der weitläufigen Anlage gut sichtbar. Ein Garten wurde angelegt, den die Mieter bewirtschaften. Aber auch junge Leute, die regelmäßig zum Verein kommen, gärtnern mit.

Auf "Schickimicki" legt der Verein keinen Wert. "Das 'Haus der Jugend' und das Gelände sollen ein Ort der Entspannung sein", erklärt Markus Stäbler. Einfach herkommen mit Kind und Kegel, die Sonne genießen, draußen zur Ruhe kommen und auch mal über Gott und die Welt reden - oder die vielen Angebote nutzen, die der Verein normalerweise unterbreitet. Normal ist in Pandemiezeiten aber nichts, die meisten Angebote müssen derzeit ruhen.

Im vergangenen Herbst freuten sich die Vereinsmitglieder über die Einweihung des neuen Freisitzes. Hier finden bis zu 200 Menschen Platz unter einer hölzernen Überdachung. Sie löst den alten Biergarten ab, der derzeit als Holzlagerplatz dient. Allerdings wird es im "Haus der Jugend" keinen Alkohol geben, schließlich richtet sich das Wirken des Vereins auf junge Menschen aus.

Finanzierung noch unklar

Größtes Vorhaben des Vereins ist der Ausbau des 400 Quadratmeter großen Saales, der sich an das Haupthaus anschließt. Das Dach ist mittlerweile neu und dicht. Die fertige unterste Betonschicht des künftigen Fußbodens erlaubt es, den Raum für Gottesdienste zu nutzen. Der gesamte Ausbau des Saales mit Fußbodenheizung, der Einbau einer Küche, von Garderoben und mehr sind geplant.

Der Eingang zum Saal soll künftig an der Giebelseite erfolgen. Links am Gebäude wird ein Anbau mit großen Fenstern entstehen. Der Saal soll künftig nicht nur für Gottesdienste, sondern auch für Veranstaltungen aller Art zur Verfügung stehen, sogar für Ballsport im Verein, erklärt der Geschäftsführer.

Bis es soweit ist, wird es aber noch dauern. Zwar gibt es bereits detaillierte Planungen und eine Baugenehmigung für die Vorhaben am Saal, aber das Wichtigste fehlt: Die Finanzierung ist noch nicht geklärt.

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