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Bis wohin reicht ein Hochwasser der Neiße?

Nikolaus von Gayling-Westphal erwarb den Zessack-Hof in Ludwigsdorf. Doch ehe er mit der Sanierung beginnen kann, muss er vieles klären. Auch die Hochwassergefahr.

Nikolaus von Gayling-Westphal gehört das Areal, auf dem der östlichste Punkt Deutschlands zu finden ist.
Nikolaus von Gayling-Westphal gehört das Areal, auf dem der östlichste Punkt Deutschlands zu finden ist. © Nikolaus von Gayling-Westphal

Die Hochwasserkatastrophen an kleineren Flüssen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz berühren und beschäftigen viele Menschen. Die vielen Todesopfer, die noch immer Vermissten, die hohen Schäden.

Auch Nikolaus von Gayling-Westphal beobachtet die Wetterlage derzeit besonders. Dem Mann aus dem Breisgau gehört in Ludwigsdorf der Zessack-Hof. Das Anwesen liegt nahe der Neiße. Seit Jahren steht der Dreiseitenhof leer. Bevor der neue Eigentümer jedoch mit einer Sanierung startet, muss er wissen, ob auch dieser Hof von einem möglichen Neiße-Hochwasser gefährdet ist.

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Der Dreiseitenhof in der Neißetalstraße in Ludwigsdorf bei Görlitz ist stark sanierungsbedürftig.
Der Dreiseitenhof in der Neißetalstraße in Ludwigsdorf bei Görlitz ist stark sanierungsbedürftig. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Wenig Bekanntes über frühere Eigentümer

Die untere Wasserbehörde habe ihm wenig weiterhelfen können. Gemeinsam mit dem Markersdorfer Historiker Jan Bergmann-Ahlswede und dem Görlitzer Architekten Frank-Ernest Nitzsche geht nun von Gayling-Westphal selbst der Hochwassergefahr für das Anwesen unweit der Neiße auf den Grund. "Dies nicht nur wegen der baulichen Anlagen, sondern auch wegen der umliegenden landwirtschaftlichen Flächen", sagt er. Auch an der Historie des Hofes wird weiter geforscht.

Kerstin Hildebrand, die Ortschronistin von Ludwigsdorf, kann dem Mann aus dem Breisgau zumindest ein bisschen weiterhelfen. Denn die Ludwigsdorferin fand in ihrer Foto-Chronik auch Bilder vom Hochwasser im Jahr 2010, als der Bruch des Dammes vom Witka-Stausee für ein heftiges Hochwasser an der Neiße und Überschwemmungen ungekannten Ausmaßes sorgte. Zum Glück gab es damals keine Todesopfer.

Frau Hildebrands Fotos zeigen, dass um die Gebäude des Zessack-Hofes herum das Wasser stand. "Da der Hof minimal erhöht ist, schaute er aus dem Wasser noch heraus, mutete wie eine Insel an", sagt sie. Wie es im Inneren des Hofes aussah oder an der Rückseite zur Neiße, ergibt sich aus den Fotos aber nicht. "Die Keller waren bestimmt abgesoffen", vermutet die Chronistin.

Gayling-Westphal kaufte den lange leerstehenden Hof zu Jahresbeginn. Noch verrät er nicht, was er damit vorhat. Der Mann aus dem Breisgau ist jedoch in der Region kein Unbekannter. So stiftete er mehrfach einen mit 1.000 Euro dotierten Freiburger Kulturpreis für meist grenzüberschreitende Projekte in Görlitz/Zgorzelec. Gayling-Westphal besitzt im Landkreis Görlitz mehrere Hundert Hektar Wald- und Forstflächen.

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