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Holtendorfer machen sich für Leukämiekranken stark

55 Besucher eines Benefizturniers ließen sich als Stammzellenspender registrieren. Die Hilfsaktion geht weiter.

Vincents Schwester Karoline (vorn) und Mutter Solveig Jende sind den Besuchern des Benefizturniers dankbar. 55 Besucher ließen sich für eine Stammzellenspende registrieren.
Vincents Schwester Karoline (vorn) und Mutter Solveig Jende sind den Besuchern des Benefizturniers dankbar. 55 Besucher ließen sich für eine Stammzellenspende registrieren. © Constanze Junghanß

Fieber messen am Einlass. Hände desinfizieren, Kontaktdaten hinterlegen. Und selbstverständlich Mundschutz tragen – auch unter freiem Himmel. Für die Besucher des Fußballspiels auf dem Holtendorfer Rasen sind die strengen Hygieneauflagen kein Problem. Sie sind gekommen, um einen Leukämie-Kranken zu unterstützen. Der 27-jährige Vincent wird von allen auf dem Platz liebevoll Vini genannt. Der junge Mann kämpft erneut gegen den Blutkrebs. Seine Schwester Karoline spendete ihrem Bruder die lebensnotwendigen Stammzellen. Doch Vincents Immunsystem stieß die Zellen wieder ab. Erneut muss nun ein passender Spender gefunden werden.

Und dafür legen sich neben seiner Familie auch seine Freunde und die Spieler der drei Markersdorfer Fußballvereine Holtendorf, Friedersdorf und Gersdorf ins Zeug. Im Rahmen eines Benefiz-Fußballturniers können sich die Gäste als Stammzellenspender registrieren. Mund auf, Stäbchen rein: Der Abstrich an der Wangenschleimhaut dauert nicht lange und tut keinesfalls weh. „Ich kenne Vini vom Fußball. Für mich ist das eine Herzensangelegenheit“, erklärt Jörg Wunderlich, einer der Besucher. In einem zur Spendenbüchse umfunktionierten Fußball wird außerdem Geld für ihn gesammelt.

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„Sturmevents“ hat Hygienekonzept ausgearbeitet

Holm Kleeberg, Präsident vom Holtendorfer SV, erzählt, dass Vincent „bereits von kleinauf bei uns Fußball spielt.“ Für die Sportler ist es deshalb selbstverständlich, den jungen Mann zu unterstützen. T-Shirts, die Mut machen sollen, tragen Vincents Mutter Solveig, Schwester Karoline, Freunde und Helfer. Auf ihnen steht: „Kämpfe Vini“.

Die Spendenaktion gestaltete sich allerdings im Vorfeld zur Zitterpartie. Aufgrund der Corona-Situation im Landkreis musste sehr kurzfristig ein passendes Hygienekonzept vorgelegt werden. Kleeberg sagt, dass das Görlitzer Unternehmen „Sturmevents“ dieses Konzept für den Sportverein ausgearbeitet und damit unterstützt habe. „Weil die Veranstaltung für einen guten Zweck gedacht ist, bekamen wir dafür grünes Licht vom Ordnungsamt“, freut sich der Vereinspräsident.

Familie und Sportler werden sich weiter einsetzen

Mit einer Auflage allerdings: Maximal 100 Zuschauer durften ins Stadion, 55 ließen sich als Stammzellenspender neu registrieren. Eine Woche später, ist sich Kleeberg sicher, wäre das durch die Corona-Auflagen nicht mehr möglich gewesen. Absehbar sei, dass in dieser Form in der nächsten Zeit aufgrund der Pandemie-Lage keine Veranstaltungen dieser Art mehr machbar sind, so der Präsident. Für Vincent einsetzen werden sich Familie und Sportler weiter. In den sozialen Netzwerken wird auf das Schicksal des jungen Mannes aufmerksam gemacht. „Bei Instagram, Facebook und auf unserer Vereinsseite www.holtendorfer-sv.de wollen wir für die Stammzellenspende werben“, erklärt Vereinsvize Gunnar Preuß.

Registrieren kann man sich außerdem über die Internetseite der Deutschen Knochenmarkspenderdatei.

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