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Hotelbau: Erste Gäste könnten bald einziehen

Das Hotel Kreuzbergbaude bei Görlitz nimmt Konturen an, erste Zimmer sind fast fertig. Wegen der Schließzeit baut der Inhaber mehr um als geplant.

Aus der evangelischen Tagungsstätte in Jauernick-Buschbach wird das Hotel Kreuzbergbaude.
Aus der evangelischen Tagungsstätte in Jauernick-Buschbach wird das Hotel Kreuzbergbaude. ©  Archivfoto: Nikolai Schmidt

In zwei Wochen sollen die ersten 14 Zimmer des Hotels Kreuzbergbaude in Jauernick-Buschbach bei Görlitz fertig sein. Theoretisch könnten dann die Gäste kommen. Doch coronabedingt darf wohl dann noch niemand in Hotels des Landkreises Görlitz Urlaub machen.

Michael Knibbiche ist seit Jahresbeginn Inhaber des Gebäudekomplexes auf dem 400 Meter hohen Kreuzberggipfel in dem Bergdorf bei Görlitz. Er erwarb es von der evangelischen Kirche, für die ihre einstmalige Tagungsstätte ein erhebliches Zuschussgeschäft war, weswegen sie sich von dem Komplex trennte.

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Gerlinde Storm an einer Vitrine im Hotel Kreuzbergbaude. Handgemachte Produkte aus Görlitz werden den Gästen hier präsentiert.
Gerlinde Storm an einer Vitrine im Hotel Kreuzbergbaude. Handgemachte Produkte aus Görlitz werden den Gästen hier präsentiert. © Martin Schneider

Neuer Baudenflair

Der Immobilienkaufmann Michael Knibbiche gestaltet die Kreuzbergbaude von einer evangelischen Tagungsstätte zu einem Hotel um. Die Doppelzimmer im Anfang der 1990er-Jahre errichteten Neubau sind fast fertig. Sie präsentieren sich modern und hochwertig. Die neugestalteten Bäder vermitteln Baudenflair.

Die Bar im Foyer nimmt Konturen an. Das Kaminzimmer wird der neue Frühstücksraum für Hotelgäste. Gleich nebenan zog deswegen eine Küche ein, um Wege aus der Hotelküche zu verkürzen.

Badezimmer im Hotel Kreuzbergbaude in Jauernick-Buschbach. Hier wurde alles neu gemacht. Der Baudenstil zeigt sich auch in dem kleinen Bad.
Badezimmer im Hotel Kreuzbergbaude in Jauernick-Buschbach. Hier wurde alles neu gemacht. Der Baudenstil zeigt sich auch in dem kleinen Bad. © Martin Schneider

Da sich die coronabedingte Schließung aller Hotels hinzieht, nahm Knibbiche gleich auch die Zimmer im Altbau in Angriff. Dort wird es künftig das einzige Einzelzimmer im Hotel geben. Es hätte wegen des atemberaubenden Ausblicks übers Dorf auf den Schwarzberg eigentlich einen Zuschlag verdient. Andere Einzelzimmer wurden aufgelöst und gehören bald zu Familienappartements, drei insgesamt, jedes mit einer kleinen Küche, erzählt Gerlinde Storm. Ein Familienzimmer, bei dem ein Babybett zugestellt werden kann, erhält eine ganz kleine Küche, damit Eltern zum Beispiel nachts einmal eine Babyflasche wärmen können.

Dieser unvergleichliche Blick auf den Schwarzberg bietet sich aus dem einzig verbliebenen Einzelzimmer der Baude.
Dieser unvergleichliche Blick auf den Schwarzberg bietet sich aus dem einzig verbliebenen Einzelzimmer der Baude. ©  Foto: Gabriela Lachnit

Die ersten Mitarbeiter sind eingestellt

Noch geben sich vor allem im Altbau die Handwerker die Klinke in die Hand. Aber schon wird im Hintergrund am Marketing für das neue Hotel gearbeitet. Das macht Marie Neumann aus Görlitz. Die 31-Jährige absolviert derzeit ein Praktikum im Hotel, bei dem sie nicht nur die Internetseite überarbeitet und eine neue gestaltet, sondern auch soziale Medien ins Marketing einbezieht. Die Übernahme in eine Festanstellung ist geplant.

Sie ist nicht die einzige neue Mitarbeiterin. Geschäftsführerin Gerlinde Storm ist seit einiger Zeit schon da, eine Frau für die Buchhaltung seit wenigen Wochen. Zwei Zimmerfrauen sind bereits gestartet, demnächst kommt noch eine Köchin ins Team. Aushilfen und eine Frau für das Frühstücksbüffet arbeiten sich demnächst ein. Eine Mitarbeiterin, Roswitha Schuster, übernahm Knibbiche aus dem Arbeitsverhältnis bei der Kirche. "Sie ist eine fantastische Köchin" schwärmt Knibbiche.

Genau das ermöglicht es, schon jetzt einen Vorgeschmack auf das Hotel zu geben. Von Montag bis Freitag wird Mittagessen gekocht, den Speiseplan gibt es bei Facebook. "Wir kochen sowieso für die Mitarbeiter", erklärt Gerlinde Storm. Das Angebot werde gut angenommen, man sollte aber mindestens einen Tag vorher Bescheid geben, was man abholen möchte.

An den Wochenenden, wenn es nicht gerade stark regnet und das Wetter auch den sprichwörtlichen Hund nicht vor die Türe lockt, bietet das Hotel Kreuzbergbaude ab 12.30 Uhr Kaffee und selbstgebackenen Kuchen zum Mitnehmen an. Die ersten Wanderer wurden von diesem Angebot bereits überrascht. Für den Männertag wird Bratwurst to go avisiert.

Michael Knibbiche, Inhaber des Hotels Kreuzbergbaude in Jauernick-Buschbach, und Geschäftsführerin Gerlinde Storm.
Michael Knibbiche, Inhaber des Hotels Kreuzbergbaude in Jauernick-Buschbach, und Geschäftsführerin Gerlinde Storm. © Martin Schneider

Wanderer und Einheimische werden überrascht

Wanderer werden wohl bald ebenfalls die ersten sein, die die mediterran gestaltete Terrasse am Hotel und neue, rustikale Bänke an den Wegen unterhalb der Baude nutzen können. "Damit wollen wir an Traditionen anknüpfen, die es früher hier gab", erklärt Frau Storm. Die Kreuzbergbaude war lange Sanatorium und Müttergenesungsheim. Gäste sollen sich auf dem Kreuzberg erholen, abschalten und die Natur ringsherum genießen.

Für weitere Erholung auf dem Berg wird ab dem Herbst ein Wellnessbereich für Hotelgäste sorgen. Der wird über den Sommer eingerichtet. Bevor es richtig losgeht mit dem Hotelbetrieb, plant der Inhaber, interessierten Menschen bei einem Tag der offenen Tür zu zeigen, was er und sein Team aus der Tagungsstätte gemacht haben. Vielleicht gibt es auch ein "Probe-Übernachten" für Dorfbewohner. Wenn Corona vorbei ist, plant der Inhaber eine kleine Eröffnungsfeier.

Den Kontakt zu den Menschen im Dorf will Michael Knibbiche nicht nur pflegen, weil er selbst mit seiner Lebenspartnerin im ausgebauten ehemaligen Konsum hier wohnt. Auf dem Dorf sei es nun mal ein gegenseitiges Geben und Nehmen, sagt er und berichtet, dass er die Dorfputzaktion des Jauernick-Buschbacher Dorfvereins mit einer Soljanka für jeden Helfer unterstützt. Das wird sicher nicht die letzte gemeinsame Aktion zwischen Hotel und Dorfverein sein, denn der berühmte Jauernicker Heiratsmarkt und seit wenigen Jahren auch der Weihnachtsmarkt am vierten Advent sind, wenn sie nicht coronabedingt ausfallen müssen, ein lebendiges Beispiel für bürgerschaftliches Engagement im Dorf und das Zusammenleben in der Gemeinschaft.

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Sylwia (hinten) und Katarzyna sind die neuen Zimmerfrauen für das Hotel. Jetzt sind sie vor allem mit Reinigungsarbeiten beschäftigt.
Sylwia (hinten) und Katarzyna sind die neuen Zimmerfrauen für das Hotel. Jetzt sind sie vor allem mit Reinigungsarbeiten beschäftigt. © Martin Schneider

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