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Görlitz erhält noch mehr Spenden für den Davidstern

Drei weitere Gönner überweisen 3.700 Euro für die Synagoge. Ein vierter kündigt 255 Euro an.

Alex Jacobowitz steht mit einer Thora-Rolle vor der ehemaligen Synagoge auf der Otto-Müller-Straße in Görlitz. Er sammelte 70.000 Euro.
Alex Jacobowitz steht mit einer Thora-Rolle vor der ehemaligen Synagoge auf der Otto-Müller-Straße in Görlitz. Er sammelte 70.000 Euro. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Oberbürgermeister Octavian Ursu kann sich freuen: Obwohl das Ziel von 70.000 Euro längst erreicht ist, treffen immer noch weitere Spenden für die Wiedererrichtung des Davidsterns auf der frisch sanierten ehemaligen Synagoge auf der Otto-Müller-Straße in Görlitz bei der Stadt ein.

Am Mittwochnachmittag haben die Stadträte im Verwaltungsausschuss der Annahme von drei weiteren Spenden im Gesamtwert von 3.700 Euro zugestimmt. 3.000 Euro kommen allein vom Förderkreis Görlitzer Synagoge, weitere 500 Euro spendete die pensionierte Pfarrerin Sabine Bauer-Helpert. Der frühere Görlitzer Landtagsabgeordnete Volker Bandmann und seine Frau Margot schließlich ließen der Stadt 200 Euro zukommen. Damit sind nun insgesamt 76.820 Euro von neun verschiedenen Spendern da. In dieser Summe nicht enthalten sind die 120 Euro, die die AfD-Stadtrats-Fraktion überwiesen hatte und deren Annahme die anderen Stadträte im Verwaltungsausschuss vor zwei Wochen verweigert hatten. Die 120 Euro waren unter allen Fraktionsmitgliedern und weiteren Menschen gesammelt worden.

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Ende Februar hatten die Stadträte einstimmig beschlossen, dass der Stern zurückkehren soll. Ende Mai waren die dafür nötigen 70.000 Euro auch schon zusammen – komplett aus Spenden und Schenkungen. Die höchste Einzelspende betrug 70.000 Euro und kam von der Jüdischen Gemeinde Görlitz (JGG). Das bestätigte deren Vorsitzender und Kantor Alex Jacobowitz. „Der Betrag wurde auf Initiative der JGG gesammelt – innerhalb und außerhalb der Gemeinde, also durch Mitglieder und auch Freunde der Gemeinde“, sagte er.

Allerdings: Kosten von 70.000 Euro waren die Schätzung vom Februar. „Jetzt haben wir etwas mehr Geld zusammen, aber vermutlich werden auch die Kosten etwas höher liegen“, erklärt OB Octavian Ursu (CDU). Das hänge mit steigenden Materialpreisen zusammen, aber auch damit, dass Eingriffe in die Statik am Synagogendach nötig werden. Doch Ursu hofft, dass Spenden und Kosten jetzt ungefähr gleich hoch sind. Sollte am Ende Geld übrig sein, soll es auf jeden Fall für die Synagoge verwendet werden. Wofür genau, ist noch offen.

Ursu freut sich, dass bereits neun Spenden für den Davidstern eingegangen sind. Eine zehnte ist mittlerweile angekündigt: Die Katholische Pfarrei Heiliger Wenzel hat nach Aussage von Pfarrer Roland Elsner am 3. Juni die Kollekte vom 14. März in Höhe von 255,27 Euro an die Stadt überwiesen.

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