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Görlitzer Kema wird verkauft

Der Eigentümer lässt das frühere Fabrikgelände in der Südstadt sichern. Im Sommer gibt er es ab. Doch was hat der Käufer vor?

Die kaputten Fensterscheiben sind zugeklebt, ein Bauzaun steht davor: Der Eigentümer hat das Gelände der Kema auf der Pomologischen Gartenstraße in der Görlitzer Südstadt gesichert.
Die kaputten Fensterscheiben sind zugeklebt, ein Bauzaun steht davor: Der Eigentümer hat das Gelände der Kema auf der Pomologischen Gartenstraße in der Görlitzer Südstadt gesichert. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Direkt gegenüber dem Neißebad in der Görlitzer Südstadt tut sich was: Der Wildwuchs vor den früheren Hallen der Kema ist verschwunden, die eingeschlagenen Fensterscheiben sind fein säuberlich mit Folien zugeklebt, ein Bauzaun soll dafür sorgen, dass keine Unbefugten ins Gelände einsteigen. Auch auf der anderen Seite, entlang der Zittauer Straße, stehen jetzt solche Bauzäune. Dort wurden auch höhere Bäume zurückgeschnitten.

Stadt fordert zur Sicherung auf

„Wir haben vom Bauamt der Stadt Görlitz die Aufforderung zur Sicherung des Geländes bekommen“, erklärt ein Mitarbeiter der Green Park GmbH aus Berlin. Sie ist die Eigentümerin des Geländes. „Wir haben einen kleinen Katalog bekommen, was wir zur Sicherung tun sollen“, sagt er. Das werde jetzt abgearbeitet. Es handle sich um eine reine Verkehrssicherung. Das meiste sei inzwischen erledigt, aber ein paar Zaunfelder an der Zittauer Straße fehlen noch. Auch der Görlitzer Baubürgermeister Michael Wieler bestätigt das: „Bei unseren Kontrollgängen ist uns aufgefallen, dass eine Sicherung nötig ist.“ Deshalb habe die Stadt den Eigentümer angeschrieben. Dieser habe entsprechend reagiert, indem er die geforderten Arbeiten erledige.

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In Görlitz machen derweil Gerüchte die Runde, wonach das Kema-Gelände einen neuen Eigentümer habe. Dieser wolle einen Wohnpark errichten, also eine Einfamilienhaussiedlung. Gar nicht weit entfernt war vor Jahren eine solche Siedlung auf der Gerhart-Hauptmann-Straße gebaut worden. Etwas Vergleichbares könnte nun auch auf dem Kema-Gelände entstehen, munkeln einige Görlitzer – und fragen sich, ob der Denkmalschutz da wohl mitspielen würde.

Bürgermeister weiß von nichts

„Bei uns liegt kein Antrag für diesen Komplex vor“, sagt Wieler. Er wisse nichts von einem Verkauf, auch nichts von einem möglichen Wohnpark. Es habe in jüngster Zeit keine Gespräche dazu gegeben, an denen er teilgenommen oder von denen er gehört hätte. Nur die derzeit laufende Sicherung sei ihm bekannt.

Auch der langjährige Kema-Geschäftsführer Hans-Jürgen Rafelt hat nichts dergleichen gehört. Nach der Insolvenz im Jahr 2014 musste er den Betrieb der Kema einstellen, doch er leitet auch die Firma BMS Stahlbau am Berzdorfer See bei Tauchritz. „Uns gehört auf der Pomologischen Gartenstraße noch eine Halle“, bestätigt Rafelt. Alles andere sei im Besitz der Green Park GmbH. Er nutze seine Halle derzeit nicht: „Wir haben uns verkleinert.“

Mehrere Hallen sind baufällig

Aber seine Leute gehen ab und an vorbei, um nach dem Rechten zu schauen. Da sei ihnen tatsächlich aufgefallen, dass Wildwuchs beseitigt und etwas an den Gebäuden gemacht wird. „Zeit wird es“, sagt Rafelt: „Mehrere Hallen sind baufällig, zum Teil sind die Dächer schon heruntergebrochen.“ Deshalb habe er auch schon vor längerer Zeit Hallen geräumt. Von einem Verkauf des Geländes wisse er nichts: „Bei mir hat sich bisher niemand gemeldet, um mir meine Halle abzukaufen.“

Nichtsdestotrotz ist an den Gerüchten aber doch etwas dran. „Ja, wir werden unser Gelände zur Jahresmitte verkaufen“, sagt Thomas Mosig, Geschäftsführer der Green Park GmbH. Das sei sicher. Auch der Käufer stehe schon fest: „Es ist jemand aus der Region.“ Einen Namen will er aber nicht verraten, schließlich sei der Verkauf noch nicht über die Bühne gegangen. Und was hat der Käufer geplant? Auch hier will Mosig nicht zu viel verraten, doch immerhin sagt er: „Wir haben etwas hinsichtlich Wohnbebauung gehört.“

Die SZ hat sich unter Görlitzer Maklern umgehört, doch von ihnen hat kein einziger etwas von dem Verkauf gehört. So bleibt erst einmal noch offen, was aus der Kema wird. Aber vielleicht ändert sich das im Sommer, wenn der Verkauf über die Bühne gegangen ist.

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