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Neuer Eigentümer will Ruine retten

Bund und Land geben 150.000 Euro für die Sicherung der Landeskronstraße 6 in Görlitz. Solche Summen fließen nicht selten.

Das Haus Landeskronstraße 6 in Görlitz wurde im Juli 2018 notgesichert. Seither sind Gehweg und Parkplätze vor dem Gebäude abgesperrt.
Das Haus Landeskronstraße 6 in Görlitz wurde im Juli 2018 notgesichert. Seither sind Gehweg und Parkplätze vor dem Gebäude abgesperrt. © Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Es ist eines der marodesten Häuser in der – spätestens seit dem Teileinsturz und anschließenden Komplettabriss der Nummer 34 – ohnehin arg gebeutelten Landeskronstraße: Das Gründerzeitgebäude mit der Hausnummer 6.

Im Juli 2018 war eine Geschossdecke eingestürzt, eine Scheibe und viel Staub wurden damals nach draußen gedrückt. Anschließend wurde das Haus notgesichert. Seither sind Gehweg und Parkplätze vor dem Gebäude abgesperrt.

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Seit Ende 2020 hat das Grundstück einen neuen Eigentümer, sagt Hartmut Wilke, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung: „Der Eigentümer hat bereits mehrere Objekte in Görlitz erfolgreich saniert.“ Und er habe das auch hier vor. Doch bevor es soweit ist, muss das ruinöse Haus erst einmal gesichert werden. Dafür erhält der Eigentümer 150.000 Euro aus dem Programm „Stadtumbau Ost“ von Bund und Land. Das haben die Stadträte im Technischen Ausschuss am Mittwoch einstimmig beschlossen. Stadt und Eigentümer müssen für die Sicherung keinen Eigenanteil beisteuern.

Eigentümer verpflichtet sich zur Sanierung

Im Gegenzug verpflichtet sich der Eigentümer aber, das um 1890 erbaute Gebäude in den nächsten fünf Jahren zu sanieren. Und das ohne weitere Fördermittel. „Die Sicherungsmaßnahmen sind planerisch in Vorbereitung und sollen umgehend nach Abschluss des Fördervertrages umgesetzt werden“, sagt Wilke.

Dass Bund und Land so viel Geld für eine Sicherung geben, ist nicht ungewöhnlich. 2015 flossen 377.450 Euro für Sicherungen nach Görlitz, 2016 waren es 360.000 Euro, 2017 sogar 460.000 Euro, 2018 ausnahmsweise nur 90.000 Euro, 2019 dann 157.000 Euro, 2020 weitere 420.000 Euro und 2021 sind abermals 430.000 Euro eingeplant – stets ohne Eigenanteile von Stadt und Eigentümern. „Die Städtebaufördermittel wurden für durchschnittlich drei Sicherungsobjekte pro Jahr verwendet“, sagt der Amtsleiter.

Stadt plant weiter mit Fördermitteln

Für 2021 ist das Geld schon da. Für 2022 plant die Stadt in ihrem Haushaltsentwurf mit weiteren 410.000 Euro, für 2023 mit 400.000 Euro. „Sicherungsmittel können eingesetzt werden für Objekte, bei denen dringender Instandsetzungsbedarf besteht und deren Erhaltung dringend geboten ist“, sagt Wilke. Daneben gibt es für Hauseigentümer noch eine zweite Fördermöglichkeit: Für die Instandsetzung der äußeren Gebäudehülle mit einer Förderpauschale von 25 Prozent der Aufwendungen.

Der Unterschied besteht darin, dass der Eigentümer bei der Sicherung maximal 200 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche erhalten kann, eine verbindliche Sanierungsverpflichtung ohne weitere Förderung innerhalb der nächsten fünf Jahre eingeht und eine förderrechtliche Überprüfung am Ende der Gesamtsanierungsmaßnahme durchgeführt wird, erklärt Wilke.

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