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Pläne für schwimmende Häuser am Berzdorfer See

Dieselben Investoren, die auch am Bärwalder See Floating Houses installierten, wollen nach Görlitz. Doch hier ist es komplizierter als anderswo.

Ein schwimmendes Haus der Firma Floating Houses Berlin im Hafen Klitten am Bärwalder See.
Ein schwimmendes Haus der Firma Floating Houses Berlin im Hafen Klitten am Bärwalder See. © FloatingHouse/SWECO

Görlitz. In Klitten sind sie der große Renner. Wer hier am Bärwalder See in einem der schwimmenden Häuser Urlaub oder auch nur mal ein, zwei Übernachtungen erleben möchte, muss sich ranhalten. Über den Sommer jedenfalls ist so gut wie nichts mehr frei. Die schwimmenden Häuser - fast überall, wo sie an Seeufern zu finden sind, sind sie eine Erfolgsgeschichte. Zumindest kann das das Berliner Unternehmen Floating Houses sagen, das jene Häuser nach Klitten gebracht hat und bundesweit immer mehr Standorte beliefert.

Im Osten sind es außer dem Bärwalder See noch der Gräbendorfer See bei Vetschau, der Große Goitzschesee im Leipziger Seenland, der Geiseltalsee bei Mücheln sowie mehrere Standorte in Brandenburg und an der Ostsee. So gut wie überall sind die Häuser weg, die einzeln verkauft werden. So auch in Klitten, wo sogar das Musterhaus einen neuen Besitzer hat.

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Schwimmende Häuser im Klittener Hafen. So ähnlich könnte es auch mal am Berzdorfer See aussehen.
Schwimmende Häuser im Klittener Hafen. So ähnlich könnte es auch mal am Berzdorfer See aussehen. © Floating Houses/Sweco

Ufer in Klein-Neundorf bietet sich am Berzi an

Der Berzdorfer See ist ein weiterer, der das Unternehmen sehr reizen würde. „Das ist ein superspannender See, überhaupt einer der schönsten Bergbaufolgeseen“, sagt Helmut Perk von der Sweco GmbH in Rietschen. Er kümmert sich im Auftrag von Floating Houses um die Planungen und räumt offenkundiges Interesse ein, am Berzdorfer See schwimmende Häuser zu etablieren. Sogar die Stelle haben er und die Geschäftsführer von Floating Houses schon relativ klar vor Augen: das Klein-Neundorfer-Ufer im Westen. „Unsere Häuser haben ja alle ein Sonnendeck, dafür wäre diese Stelle am See super, sie könnten alle sehr schön ausgerichtet werden.“

Also Genehmigungen einholen und los? So einfach ist es natürlich nicht. Zumindest nicht in Görlitz. Am Bärwalder See ging die Sache recht unkompliziert vonstatten. Die vorhandenen Baupläne schlossen schwimmende Häuser am Klittener Hafen nicht aus, auch mit Kommune und Landkreis war man sich recht schnell einig. So konnten nach einem reichlichen Jahr schon die ersten Gäste in die Häuser ziehen - oder aber die neuen Besitzer. „Am Gräbendorfer See ging es sogar noch schneller“, sagt Perk. Nach Weihnachten begannen hier die Planungen und in diesen Tagen werden die ersten vier Häuser zu Wasser gelassen, im Juli kommen die ersten Gäste.

Die schwimmenden Häuser werden im Ganzen angeliefert und zu Wasser gelassen - wie hier im Mai 2019 in Klitten.
Die schwimmenden Häuser werden im Ganzen angeliefert und zu Wasser gelassen - wie hier im Mai 2019 in Klitten. © www.wolfgang-wittchen.de

Görlitzer OB: Wir haben noch zu wenige Informationen

In Görlitz gibt es aber viel zu klären. Ganz grundsätzlich natürlich zuerst die Frage: Ist das gewollt? Oberbürgermeister Octavian Ursu gibt sich hier noch zurückhaltend - schlichtweg, weil es noch kein Gespräch gab, er noch nicht genügend Informationen hat. Die offizielle Antwort von der Stadtverwaltung ist ähnlich zurückhaltend: „Konkrete Ideen/Planung sind uns derzeit nicht bekannt.“ Für die Planung von Hausbooten oder schwimmenden Häusern sei überdies die Untere Wasserbehörde des Landkreises verantwortlich.

Kommt irgendwann möglicherweise ein Ja aus dem Rathaus, gibt es aber weitere Hürden. In den entsprechenden Bauplänen sind Konzepte für schwimmende Häuser nicht vorgesehen. Hinzu kommen bergbaufachliche Fragen, etwa wie die Bodenbeschaffenheit ist, ist es fest gewachsener Boden oder ist er aufgeschüttet, wie tief ist das Wasser im Uferbereich?

Und so sieht es innen aus.
Und so sieht es innen aus. © www.wolfgang-wittchen.de

Bis zu 30 schwimmende Häuser am Berzi möglich

Sind die rechtlichen und technischen Fragen einmal geklärt und es gibt tatsächlich grünes Licht, sei der Rest fast schon Routine. Interessenten bestellen sich ihr Haus, das übrigens im Ganzen angeliefert wird. Die meisten Häuser haben um die 44 Quadratmeter Wohnfläche, die Preise liegen etwa um 280.000 Euro für ein Haus. In anderen Gegenden - etwa am Gräfendorfer See - ist das noch etwas mehr - um die 300.000 Euro. Hier bestimmt die Nähe zu Berlin den Preis - es gibt viele potenzielle Investoren, viele Wochenendausflügler.

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Wie viele Häuser schweben Floating Houses für den Berzdorfer See denn nun vor? „Ideal sind 25 bis 30, so wie am Bärwalder See“, sagt Helmut Perk. Es sollten letztlich auch nicht zu viele sein, findet er, um das individuelle Erscheinungsbild jedes Sees nicht zu zerstören.

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