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"Astrazeneca hilft uns sehr"

Nach einem schleppenden Start geht es jetzt wieder voran beim Impfen im Kreis Görlitz. Am Montag war zum ersten Mal Astrazeneca im Einsatz.

Im Löbauer Impfzentrum ist wieder mehr zu tun als in den vergangenen Wochen.
Im Löbauer Impfzentrum ist wieder mehr zu tun als in den vergangenen Wochen. © Matthias Weber/photoweber.de

Im Moment werden im Löbauer Impfzentrum täglich im Schnitt 226 Menschen geimpft. Bei durchschnittlich 150 von ihnen geht es um die Erstimpfung, erklärt Silke Seeliger, Geschäftsführerin des Löbauer DRK.

Wann die Impfung der ersten Gruppe - Menschen über 80, medizinisches Personal, Pfleger - im Kreis geschafft sein wird, kann sie noch nicht genau sagen. Fest steht aber, der letzte Erst-Impftermin in den Pflegeheimen, wird am 11. März sein. Bis dahin wird das mobile Impfteam noch in 16 Heime im Kreis gehen. "Es handelt sich um Häuser, in denen eine große Zahl von Bewohnern von einer Corona-Infektion betroffen waren", erklärt Silke Seeliger. Während einer Infektion können keine Impfungen stattfinden.

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In den Heimen im Kreis haben insgesamt bisher knapp 3.500 Menschen die Erstimpfung erhalten, knapp 2.000 die Zweitimpfung. Im Löbauer Impfzentrum wurden bis zum Dienstag über 4.000 Menschen geimpft, davon 1.237 mit der zweiten Dosis.

Der Impfstoff Astrazeneca kam am Montag zum ersten Mal im Impfzentrum zum Einsatz, erzählt Silke Seeliger.

Das Krankenhaus im niedersächsischen Emden hatte Ende voriger Woche keine guten Erfahrungen damit gesammelt: Laut dem NDR hatten sich von 194 Mitarbeitern, darunter Pflegekräfte und Ärzte, nach der Impfung 29 krankmeldet, mit Kopfschmerzen, Übelkeit, teils hohem Fieber. Laut FAZ gab es in Niedersachsen in weiteren Krankenhäusern viele Krankmeldungen.

Ob Astrazeneca mehr Nebenwirkungen erzeugt als etwa Biontech lässt sich nach den ersten Erstimpfungen in Löbau noch nicht feststellen. „Wir sind froh, den Impfstoff zu haben", sagt Silke Seeliger. "Wir hoffen, dass wir bald zur zweiten Prioritätengruppe vorankommen.“ Tatsächlich aber könne es schwierig sein, einen Großteil oder alle Mitarbeiter einer medizinischen Einrichtung am selben Tag zu impfen. "Unsere Mitarbeiter des Impfzentrums haben sich auch impfen lassen." Zu der Zeit aber nicht mit Astrazeneca. "Ja, gerade nach der zweiten Impfung können Nebenwirkungen auftreten." Einige ihrer Mitarbeiter berichteten etwa von zehn Minuten Schüttelfrost bis zwei Tage mit Krankheitssymptomen. "Unserem Impfarzt nach ist das aber kein schlechtes Zeichen."

Das hatte auch der Görlitzer Epidemiologe Roger Hillert kürzlich erklärt: Die zweite Dosis wird verabreicht, da "die Immunität nach der ersten Impfung einfach noch nicht ausreicht. Die zweite ist da, um die Immunabwehr noch mal richtig zu triggern", erklärt Hillert. "Deshalb hat sie auch mehr Nebenwirkungen, weil der Körper härter reagiert."

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Auch der Modern-Impfstoff kam im Kreis Görlitz laut Kai Kranich vom Dresdner DRK bereits zum Einsatz, Astrazeneca wurde bis Dienstagmittag über 40 Mal verimpft. Es gilt die Empfehlung, ihn nicht bei Menschen über 65 Jahre zu nutzen, "daran halten wir uns", erklärt Kranich. "Es ist gut, dass die Impfstoffe da sind." Astrazeneca helfe auf jeden Fall, Menschen unter 65, etwa Pflege- bis Rettungsdienstpersonal, zu schützen. "Vor zwei Wochen noch konnten wir in ganz Sachsen nur 600 Dosen pro Woche verabreichen. Diese Woche haben wir fast 20.700 Impftermine."

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