merken
PLUS Görlitz

So lief die Schülerimpfung in Görlitz

Mehr Sicherheit, mehr Freiheit im Alltag - das wünschen sich Schüler und Eltern von der Impfung. Impfgegner vor der Tür? "Ignorieren", sagt ein Görlitzer Vater.

Symbolfoto
Symbolfoto © Matthias Balk/dpa (Symbilbild)

Endlich geschafft. Um acht Uhr stand ein Vater mit seiner Tochter im Berufsschulzentrum Görlitz, wo am Montag eine Impfaktion mit dem Impfteam des ASB stattfand.

Der Vater arbeite in Polen. Dort seien die meisten Jugendlichen schon geimpft, sagt er. „Ich habe überlegt, ob wir zum Impfen nach Polen fahren“, die Logistik soll einfacher sein. Aber nun gab es die Möglichkeit für Schüler ab zwölf Jahren - auch für Eltern und Lehrer -, sich im BSZ Görlitz gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Bei unter 16-Jährigen muss mindestens ein Elternteil bei der Impfung dabei sein, bei den älteren Schülern reicht das schriftliche Einverständnis der Eltern.

Autohaus Dresden
Eines der besten Autohäuser in Deutschland
Eines der besten Autohäuser in Deutschland

Dresden braucht starke und innovative Unternehmen, wie das Autohaus Dresden. Der Opelhändler ist seit über 25 Jahren tief mit der Region verwurzelt.

Polnische Mitschüler meist geimpft

Das Mädchen besucht das Augustum-Annen-Gymnasium in Görlitz. Ihre polnischen Mitschüler seien alle geimpft, bestätigt sie den Eindruck ihres Vaters, auch einige ihrer deutschen Klassenkameraden. Sie hofft, dass es mit der Impfung einfacher wird im Alltag. „Manchmal ist es nervig mit dem Testen.“ Außerdem gehe es ihr um mehr Schutz, etwa für die Großeltern. In ihrer Verwandtschaft seien die meisten geimpft, „schlimme Nebenwirkungen hatte niemand“, sagt das Mädchen.

Am Morgen kamen zunächst Schüler des Augustum-Annen-Gymnasiums zur Impfaktion ins BSZ, später weitere Schulen. Bei einer Abfrage hatten rund 350 Schüler aus Görlitz und dem Umland Impfinteresse angemeldet, sagt Steffen Hermann vom ASB-Impfteam. „Deshalb haben wir zwei Termine gemacht.“ Am Montag waren rund 110 Schüler angemeldet. Aus Erfahrung weiß Hermann: Etwa 60 Prozent der Angemeldeten kommen zum Termin.

Montagmorgen: Noch wenig Resonanz

Etwas mehr Resonanz habe er sich gewünscht, sagt Annen-Schulleiter Frank Gröll. „Andererseits bin ich froh über jeden, der sich impfen lässt.“ Insgesamt sind die Zahlen schwer einzuschätzen, weil man nicht weiß, wie viele Jugendliche sich bereits haben impfen lassen.

Wie in Zittau vorige Woche, stehen auch in Görlitz Impfgegner in der Nähe des BSZ. Darunter auch der Mann, der vorige Woche in die Zittauer Berufsschule eingedrungen war. Diesmal begnügen sie sich damit, Kreidebotschaften vor den Eingang zum BSZ zu schreiben. Hans-Christian-Gottschalk, Impfarzt am Montag, rufen sie zu, er gehöre vor ein Kriegsgericht.

Impfgegner? "Ignorieren"

Er wolle sich impfen lassen, um sich und andere zu schützen, sagt ein Junge im BSZ. "Warum noch lange warten?" Dass man nicht mehr zum Test muss, sei natürlich ein guter Nebeneffekt. „Wir sollen es jetzt durchziehen“, sagt sein Vater. „Wie oft wollen wir denn noch Regeln verschärfen oder lockern? Die Impfgegner draußen - „ignorieren“. So reagieren mehrere Eltern, fragen etwa, ob die Personen draußen nichts Besseres zu tun haben.

„Es gibt nichts, was gegen die Impfung spricht“, sagt ein Vater, der seine Tochter begleitet. Auch die beiden wünschen sich wieder Normalität, sich freier im Alltag bewegen zu können. Sie hoffe, „dass wir mit der Impfung entspannter durch den Herbst und Winter kommen“, sagt eine Mutter, die ihre Tochter begleitet.

Mehr zum Thema Görlitz