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Endlich mal wieder richtig Winter

Einmal fast schon Frühling, dann wieder knackekalt. Jedenfalls war der Januar in Görlitz nicht zu trocken. Gut für die Natur, sagt der Wetterdienst.

Mit Hund und Ausblick: Spaziergänger an der Landeskrone. Gegen Monatsende machte der Görlitzer Wolfgang Breitkopf dieses Winterfoto.
Mit Hund und Ausblick: Spaziergänger an der Landeskrone. Gegen Monatsende machte der Görlitzer Wolfgang Breitkopf dieses Winterfoto. © Wolfgang Breitkopf

Oben Sonne, unten Schnee: Mit Sonnenbrille, Ski, Schlitten oder zu Fuß hatten viele den letzten Januartag draußen genutzt. Am Berzdorfer See etwa waren viele Parkplätze belegt. Keine Wolke am Himmel - das sorgte aber auch dafür, dass der 31. Januar der kälteste Tag war: Auf bis zu -11,4 Grad Celsius sank das Thermometer in Görlitz.

Kalt und sonnig, so der letzte Januar-Eindruck. Allerdings, etwa eine Woche zuvor herrschte quasi das Gegenprogramm: 11 Grad plus war die Maximaltemperatur am 22. Januar. Von Knackekälte bis Fast-Frühling, "in diesem Januar war in Görlitz fast alles dabei", sagt Anja Juckeland. Das Ergebnis: Insgesamt war der Monat etwas zu warm: Üblich wäre für Januar ein Temperaturmittel von -1,5 Grad, diesen Januar waren es -0,2 Grad. Es gab mit 36,6 Stunden wenig Sonnenschein, dafür aber viel Niederschlag.

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Einen kleinen Schneespaziergang mit ihrem Kind in den Ferien hat auch Anja Juckeland sich vorgenommen. Sie ist Meteorologin und Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig. Auch dort hat der Januar genug Schnee für eine weiße Decke gebracht, "und Görlitz hatte noch viel mehr davon."

Insgesamt fielen 64,9 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Üblich nach dem langjährigen Mittel wären für einen Januar in Görlitz knapp 47 Liter. Den meisten Niederschlag verzeichnet der 2. Januar mit 11,3 Litern pro Quadratmeter. In der Nacht zum 3. Januar war es kalt genug, dass daraus die erste Schneedecke wurde. Die höchste Decke wurde, nachdem es mehrere Tage zuvor etwas geschneit hatte, am 14. Januar gemessen, neun Zentimeter.

Früher wurden die Schneewerte in Görlitz per Hand gemessen. Seit nun zwei Jahren ist die Görlitzer Wetterstation automatisiert und ein Sensor übernimmt diese Messung. Der muss klug aufgestellt sein, erklärt Anja Juckeland, damit zum Beispiel keine Schneeverwehungen oder Verwirbelungen das Ergebnis verfälschen.

Nach einem recht ruhigen Jahresstart, erklärt Anja Juckeland, breitete sich über ganz Europa ein sogenannter Tiefdrucksumpf aus, der eine starke Warmluftzufuhr aus dem Mittelmeerraum heranholte. "Man hat das auch an den Windgeschwindigkeiten zuvor gemerkt." So wurden in Görlitz am 12. Januar Werte von bis zu 78 Kilometern pro Stunde gemessen. Die heranziehende Warmluft brachte in Görlitz etwa am 22. Januar ein Temperaturmittel von 7,1 Grad. Danach beruhigte sich die Lage wieder.

Die Kälte, die am Montag noch herrschte in Görlitz, bleibt nicht mehr lange. "Obwohl der Frost gut ist für die Natur, um zur Ruhe zu kommen", sagt Anja Juckeland, "gerade, weil es aktuell nicht zu trocken ist." Niederschlag kündigt der DWD zwar auch für Mittwoch und Donnerstag an - allerdings wird dabei voraussichtlich Regen den Schnee ablösen, die Temperaturn zur Wochenmitte deutlich nach oben gehen.

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