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Corona: Junge Görlitzer helfen in Afrika

Seit Jahren treffen sich junge Menschen aus Görlitz und dem Niger, pflegen die Kontakte. Das bewährt sich auch in der Corona-Pandemie.

2021 hat der CVJM Schlesische Oberlausitz den YMCA Niger dabei unterstützt, über die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie aufzuklären.
2021 hat der CVJM Schlesische Oberlausitz den YMCA Niger dabei unterstützt, über die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie aufzuklären. © CVJM/YMCA

Als manche Länder schon über Tausende Tote klagten, spielte Covid-19 im westafrikanischen Niger zunächst kaum eine Rolle. Bis heute sind in dem 25-Millionen-Einwohner-Land nur 169 Menschen an Corona gestorben, doch die Zahl der Neuansteckungen wächst.

Dabei ist das Wissen um schützende Maßnahmen wie Händedesinfizieren, Maskentragen oder Abstandhalten noch nicht überall verbreitet. "In Niger dauert es seine Zeit, bis Informationen in jedem kleinen Dorf ankommen", sagt Sarah Simmank, Geschäftsführerin des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) Schlesische Oberlausitz. Sie koordiniert die Partnerschaft, die der Verein mit Sitz in Görlitz seit 2012 mit der Parallelorganisation in Niger pflegt. Die heißt dort nicht CVJM, sondern YMCA.

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Jugendliche spendeten ihr Taschengeld

"Wir haben bereits im vergangenen Jahr mit 1.500 Euro unterstützt, als Niger von einer schlimmen Flutkatastrophe heimgesucht wurde", sagt Sarah Simmank. Dafür hatte der Verein Spenden gesammelt, manche Görlitzer Jugendliche opferten sogar ihr Taschengeld. Jetzt hat der CVJM beim Freistaat Sachsen Hilfegelder für eine Corona-Aufklärungskampagne in Niger beantragt. Sachsen hatte Gelder ausgeschrieben, die innerhalb internationaler Partnerschaften für den weltweiten Kampf gegen Covid-19 eingesetzt werden können.

Die jüngste Jugendbegegnung des CVJM Schlesische Oberlausitz mit dem YMCA Niger fand 2019 in Niamey statt.
Die jüngste Jugendbegegnung des CVJM Schlesische Oberlausitz mit dem YMCA Niger fand 2019 in Niamey statt. © CVJM/YMCA

Mithilfe der bewilligten 3.400 Euro und einem Eigenanteil von 400 Euro konnte der CVJM den YMCA in Niger nun dabei unterstützen, vor Ort über das Virus Aufklärung zu leisten. "Von dem Geld hat unser Partnerverein in fünf Regionen Nigers Masken, Desinfektionsmittel, Handwaschkits sowie Lebensmittel für die am härtesten Getroffenen zur Verfügung gestellt", sagt Sarah Simmank. Dabei wurden Schneidereien in Niger mit der Herstellung von Masken beauftragt, Desinfektions- und Hygienemittel kauften die Helfer bei regionalen Händlern vor Ort.

Aufklärung hilft auch im Schutz vor anderen Krankheiten

Zahlreiche Ehrenamtliche, Mitarbeiter des YMCA und nigrische Regierungsvertreter fuhren bis in kleinste Dörfer und informierten über das Virus, die Pandemie und den entsprechenden Schutz. Außerdem erstellten sie zur Aufklärung zwei Videoclips, die über TV-Kanäle und soziale Medien ausgestrahlt wurden. So konnten sie viele tausend Haushalte erreichen.

Im Verlaufe der Pandemie hieß es immer wieder, in heißen Ländern seien die Auswirkungen des Corona-Virus nicht so dramatisch wie in anderen Regionen der Erde. "Tatsächlich sagen die Menschen in Niger, mit vielen anderen Erkrankungen hätten sie mehr Probleme, etwa Aids oder Malaria", sagt Sarah Simmank. "Im Vergleich dazu empfinden sie Covid-19 als verkraftbar." Dennoch sei Aufklärung wichtig. "So kann dafür sensibilisiert werden, wie man sich vor Ansteckungen schützt", sagt Sarah Simmank", das kann auch im Kampf gegen andere Krankheiten helfen."

Im Herbst besuchen junge Nigrer Görlitz

Sobald die Pandemie vorüber ist und man wieder reisen kann, werden auch wieder Begegnungen zwischen dem CVJM Schlesische Oberlausitz und des YMCA Niger möglich werden.

2017 war der damals 26-jährige nigrische Student Mamane Miko als FSJler beim CVJM und Esta-Verein in Görlitz.
2017 war der damals 26-jährige nigrische Student Mamane Miko als FSJler beim CVJM und Esta-Verein in Görlitz. © Nikolai Schmidt/Archiv

Mitarbeiter beider Vereine treffen sich regelmäßig zu Fachaustauschen. In Görlitz sind junge Nigrer öfter beim CVJM und beim Esta-Verein als Freiwilligendienstleistende im Einsatz wie 2017 der Student Mamane Miko.

Auch organisieren die Vereine Jugendbegegnungen in dem einen oder dem anderen Land. Zuletzt war 2019 eine Gruppe aus dem Kreis Görlitz in der nigrischen Hauptstadt Niamey. Im Herbst 2021 wird eine nigrische Jugendgruppe nach Görlitz kommen.

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