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Görlitz trocknet noch nicht aus

Das Gebiet an der Neiße kam beim Wetter im Juni glimpflich davon. Hitzerekorde sowie Überschwemmungen blieben aus. Nicht normal war es trotzdem.

Besonders vorletztes Wochenende luden die Temperaturen zum Baden ein, wie hier im Waldbad Niesky.
Besonders vorletztes Wochenende luden die Temperaturen zum Baden ein, wie hier im Waldbad Niesky. © André Schulze

Kein Rekord. Der 19. Juni hat mit seinen Maximalwerten von fast 34 Grad in Görlitz zwar viele ins Schwitzen gebracht. Aber von einem Juni-Hitzerekord war Görlitz damit noch weit entfernt, erzählt Henry Geyer, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Den hält in Görlitz nach wie vor der 26. Juni 2019 mit 35,7 Grad.

Aber auch der Juni dieses Jahres war zu warm und zu trocken. Die Durchschnittstemperatur des Monats lag bei 19,8 Grad. Das sind etwa vier Grad über dem langjährigen Mittel für einen Görlitzer Juni. "Das ist schon unüblich", sagt Geyer. Aber nicht vergleichbar mit 2019, als im Juni die Durchschnittstemperatur sogar bei 21,6 Grad lag.

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Zweimal Kaltluft dämpft die Hitzebilanz

Es war auch wieder zu trocken - sieht man diesem Mohnblumenfeld bei Markersdorf aber nicht an.
Es war auch wieder zu trocken - sieht man diesem Mohnblumenfeld bei Markersdorf aber nicht an. © Rolf Ullmann

In diesem Juni gab es zwei Kaltlufteinbrüche, die zumindest den Durchschnittswert nicht ganz so stark steigen ließen. So lag die Durchschnittstemperatur am 13. Juni in Görlitz lediglich bei 15,8 Grad, am 14. Juni sank das Thermometer in Bodennähe sogar auf Tiefstwerte von 4,4 Grad. Auch nach dem 22. Juni strömte noch mal Kaltluft aus nordwestlicher Richtung in die Oberlausitz ein. Unfreundlich war es deshalb aber nicht unbedingt. An lediglich zwei Tagen blieb es in Görlitz durchgängig bewölkt. Ansonsten: 293,3 Sonnenstunden verzeichnete Görlitz im Juni. Im Rekord-Juni 2019 kamen 375 Sonnenstunden zusammen.

Trockenheit: Görlitz kam glimpflich davon

Bei der oftmals beklagten Trockenheit kam Görlitz glimpflich davon. Immerhin 83 Prozent des Niederschlag-Solls für einen Juni kamen an. Andernorts war es deutlich trockener. In Ostbrandenburg etwa hatte vor wenigen Tagen der dortige Landeswasserverband zum Wassersparen aufgrund der Trockenheit aufgerufen. Aktuell nun hat die Uckermark weiter nördlich dagegen mit Starkniederschlägen zu kämpfen.

Das Niederschlagsgeschehen war und ist auch in Sachsen regional sehr unterschiedlich, bestätigt Henry Geyer. "Es war auch sehr abhängig von den regionalen Sommergewittern der vergangenen Tage." So habe es im Juni bei der Wetterstation in Dresden-Klotzsche zum Beispiel deutlich mehr als das Soll geregnet.

In den nächsten Tagen bleibt das Wetter voraussichtlich unbeständig. Es bleibt warm, um die 25 Grad, aber es ziehen aus dem Südwesten auch weitere Schauer und Gewitter heran. Und das ausgerechnet in den Tagen, die über die Siebenschläfer-Regel entscheidet. So wie am 27. Juni und den darauffolgenden Tagen das Wetter ist, so soll es auch über den restlichen Sommer sein.

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