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Keine Kulturmittel-Kürzung wegen Corona

Anders könne es 2021 aussehen. Diesmal erhält das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau die größte Einzelsumme des Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien.

Probe des Orchesters im Theater Görlitz
Probe des Orchesters im Theater Görlitz ©  SZ-Archiv / André Schulze

Mit 6,83 Millionen Euro erhält das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau die größte Einzelsumme aus dem der Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien. Gefolgt vom Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen mit 2,306 Millionen Euro. Mit Abstand folgt die Stadtbibliothek Bautzen; sie bekommt 440.000 Euro, der Zoo Hoyerswerda 420.000 Euro. Änderungen oder Kürzungen für 2021 wegen der Corona-Epidemie und möglicher Einschränkungen in den Einrichtungen gebe es nicht, so Joachim Mühle. „Denn die Kosten, besonders beim Personal, fallen ja trotzdem an.“ Anders könne es möglicherweise bei Fördermitteln für Projekte aussehen, die 2021 vielleicht wegen Corona ausfallen oder anders als geplant laufen.

Insgesamt gibt es im kommenden Jahr 16,107 Millionen Euro für Theater, Tierparks, Museen, Bibliotheken und weitere Einrichtungen bei laufenden Betriebskosten. Das sind 11.000 Euro weniger, als dieses Jahr.

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Das beschloss der Kulturkonvent als zuständiges Entscheidungsgremium auf seiner Sitzung am Montag in Knappenrode. Nicht mehr institutionell gefördert wird die Alte Pfefferküchlerei in Weißenberg. Sie hatte dieses Jahr noch eine Zuwendung von eben jenen 11.000 Euro erhalten. Der zuständige Förderverein hatte nun aber kein Geld mehr beantragt. Es gehe bei diesem Museum grundsätzlich darum, die Zukunft zu klären, wie Kulturraumsekretär Joachim Mühle sagte. Das Haus sei aber wichtig und besitze eine wertvolle Sammlung.

Die Gemeinde Kottmar hatte schon für 2020 keinen Antrag mehr auf institutionelle Zuwendung für das Heimat- und Humboldtmuseum gestellt. 2019 gab es für dieses Haus in einem alten Faktorenhof noch 16.000 Euro.

Momentan wird die Richtlinie für die institutionelle Förderung von Personal- und Sachkosten für die Zeit ab 2022 überarbeitet. Für die Theater wird sich dadurch voraussichtlich nichts ändern. Bibliotheken und größere Museen könnten jedoch Geld zugunsten von Musikschulen einbüßen. Allerdings gibt es von einigen Städten dagegen Protest.

Die vier Konventsmitglieder, Vertreter der Landkreise Bautzen und Görlitz, der Stadt Görlitz und der Stiftung für das Deutsch-Sorbische Volk entschieden am Montag auch, dass der Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund kommendes Jahr erneut zusätzlich zu den 120.000 Euro Förderung noch 230.000 Euro erhält, um die vier Museen des Verbundes neu zu strukturieren. Der Konvent hat eine Prioritätenliste für solche Strukturmaßnahmen festgelegt. Neben dem Verbund wurden die Stadt Kamenz mit dem Vorhaben „Offene Bibliothek“ berücksichtigt sowie das Veranstaltungszentrum „Blaue Kugel“ in Cunewalde. Das will ein Kabarett-Zentrum etablieren. Dafür soll es knapp 5.000 Euro geben. Kamenz könnte über 16.100 Euro erhalten. Die Liste wurde an sächsische Kunstministerium weitergeleitet; das muss die Mittel bewilligen.

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