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Hobby-Kunst kommt groß raus

Jahrelang hingen Keramikcollagen im Wenzeslaus-Stift in Jauernick-Buschbach bei Görlitz. Jetzt haben sie dort keinen Platz mehr. Doch es fand sich ein neuer Ort für sie.

Von Gabriela Lachnit
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Gabriela Rudolph zeigt ihre Keramikcollagen. Sie finden bald einen neuen Platz.
Gabriela Rudolph zeigt ihre Keramikcollagen. Sie finden bald einen neuen Platz. © Martin Schneider

Wenn Hobby-Kunst ein Jahrzehnt lang viele Menschen erfreut, kommt die Entscheidung, dass sie plötzlich weg soll, überraschend. Das passierte in Jauernick-Buschbach bei Görlitz. Nun gibt es aber eine mehr als versöhnliche Alternative, über die sich ein ganzes Dorf freuen kann. Dafür sorgt die Hobby-Künstlerin Gabriela Rudolph. Sie beschenkt Jauernick-Buschbach mit drei großen Keramikcollagen.

Mitarbeiterin bringt künstlerische Ader ein

Die Bilder entstanden, als sich das Bergdorf vor etwa zehn Jahren erfolgreich im Dorfwettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" engagierte. Damals besuchten mehrere Jurys der Wettbewerbe auf Kreis-, Landes- und Bundesebene das Dorf und sahen sich dabei auch in einigen Einrichtungen vor Ort um. Darunter im Stift St. Wenzeslaus.

Gabriela Rudolph hatte damals geholfen, das Stift, eine Herberge im Bistum Görlitz, künstlerisch auszugestalten. Sie malte und gestaltete Collagen aus Bild und Keramik mit eigens dafür von ihr hergestellten Keramikblüten, darunter Mohn und Ackerwinde. "In all den Jahren hingen die Collagen an Flurwänden des Stiftes St. Wenzeslaus in Jauernick-Buschbach", erzählt Frau Rudolph. Die 61-Jährige arbeitet dort im Service der Einrichtung. Ihre künstlerische Ader brachte und bringt sie in das Haus ein. Vieles, wie die Bilder, als reines Hobby. Anderes, wie Tischdekorationen, im Rahmen ihrer Berufstätigkeit.

Die Jahre gingen nicht ganz spurlos an den Bildern vorbei, schließlich wurden sie nicht hinter Glas präsentiert. "Hier und da ist etwas zu reparieren und auszubessern", erklärt die Hobbykünstlerin. Deswegen nimmt sich Frau Rudolph jetzt ihrer Kunstwerke noch einmal an. Das fällt ihr nicht schwer, denn nach wie vor töpfert sie gemeinsam mit Freunden aus dem Umkreis. "Aber alles hobbymäßig", betont sie.

Collagen verschönern das Vereinshaus

Die Bilder wurden im Stift St. Wenzeslaus bereits von den Fluren entfernt, weil die neue Leitung der Einrichtung das Haus umstrukturiert und die Ausgestaltung in einem neuen Stil erfolgen soll. "Wir wollen alles moderner gestalten und weg von dem bisher rustikalen Stil der Einrichtung", erklärt Hausleiter Frank Seibel. Derzeit sei er im Gespräch mit einem bekannten Fotografen aus der Region, der lange auch für die Sächsische Zeitung fotografierte. Seibel plant, dass künftig Fotos aus der Region im Stift die Wände der Flure schmücken. Auch wechselnde Ausstellungen von Fotografie zu verschiedenen Themen kann sich Seibel vorstellen. Die entsprechenden Wechselvorrichtungen zur Befestigung der Fotos seien bereits angeschafft worden.

Die Keramikcollagen dagegen finden einen neuen Platz und sind bald den Menschen aus dem Bergdorf zugänglich. Gabriela Rudolph schenkt sie dem ganzen Dorf. Sie werden demnächst im Vereinshaus zu sehen sein. Das befindet sich nur einen Steinwurf weit entfernt vom Stift.

Im Vereinshaus treffen sich nicht nur die Feuerwehr von Jauernick-Buschbach und der Dorfverein, sondern hier befindet sich regelmäßig das Wahllokal. Familienfeiern finden hier statt, auch wenn die Pandemie dies in den letzten beiden Jahren nicht oft zuließ. Die Bilder, je eine Ansicht des oberen Dorfes, des Ortsteiles Buschbach mit Blick zum Berzdorfer See und des Portals der Kirche St. Wenzeslaus, werden künftig die Vereinsräume verschönern.

Christian Thomas, der Vorsitzende des Dorfvereins Jauernick-Buschbach, und Ortsvorsteher Helmut Zaunick freuen sich über die Schenkung der etwa einen mal 0,60 Meter großen Bilder. "Wir haben das Angebot von Frau Rudolph sehr gern angenommen", sagen beide. "Die Collagen passen zu uns und ins Vereinshaus."