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Mit Ticket in den Gottesdienst

Heiligabend wird in diesem Jahr anders sein als je zuvor. Wer in die Kirche zur Christvesper möchte, muss sich vor dem 4. Advent eine Eintrittskarte besorgen.

Von Weihnachten kündet der Stern auch in diesem Jahr, selbst wenn vieles anders ist als sonst.
Von Weihnachten kündet der Stern auch in diesem Jahr, selbst wenn vieles anders ist als sonst. © Archiv/Paul Glaser

Besonders besinnlich oder besonders trist – in jedem Fall wird Weihnachten dieses Jahr für viele Menschen anders verlaufen als sonst. Bis heute, zehn Tage vor Heiligabend, steht für viele Kirchengemeinden noch nicht genau fest, wie sie den Nachmittag des 24. Dezember verbringen werden.

Warten auf die letzte Verordnung

Werden Gottesdienste erlaubt bleiben? Werden die wenigen Krippenspiele stattfinden können, selbst wenn sie als Standbilder gedacht sind? Und falls ja, wäre das vertretbar, wenn im Vergleich dazu sämtliche Kulturveranstaltungen verboten sind? Werden Katholiken wirklich auf die Heilige Kommunion verzichten müssen, das Herz ihrer Religion? Und werden Open-Air-Gottesdienste möglich sein?

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"Im Moment sind wir noch in gespannter Erwartung", sagt Matthias Paul, Pfarrer der Evangelischen Innenstadtgemeinde Görlitz. "Sicher können wir erst sein, wenn nächste Woche die neue Allgemeinverfügung des Freistaats Sachsen erscheint."

Bis dahin gehen die Gemeinden davon aus, dass Gottesdienste möglich sind und weiterhin so viele Menschen in die Kirchen dürfen wie in den vergangenen Monaten. Wenn jede zweite Kirchenbank gesperrt ist und zwischen Angehörigen eines Haushalts immer zwei Plätze frei bleiben, können die Kirchen rund ein Viertel der Menschen aufnehmen, die sonst am Heiligabend in die Gottesdienste drängen.

Mehr Christvespern, Besuch nur mit Ticket

Damit nur jeder zweite auf den Kirchenbesuch verzichten muss, haben die evangelischen Gemeinden die Zahl der Christvespern erhöht. Manche Kirchen bieten drei statt zwei an, die Görlitzer Innenstadtgemeinde verdoppelt die Anzahl, sodass in allen vier Innenstadtkirchen am Nachmittag jeweils zwei stattfinden. In vielen Kirchen gibt es ein Ticketsystem: Im Vorfeld holt man sich eine kostenlose Eintrittskarte an seinem Kirchort, schreibt zu Hause die Daten zur Nachvollziehung des Kontakts drauf und hat seinen Platz am Heiligabend sicher.

Die vier evangelischen Gemeinden Innenstadt, Kreuzkirche, Versöhnungskirche, Hoffnungskirche in Görlitz bieten zur Abholung der Tickets bis zum 4. Advent alle die gleichen Zeiten an, Donnerstag und Freitag ganztags, Sonnabendvormittag und Sonntag nach dem Gottesdienst. Nur in diesen Zeiten kann man auch telefonisch bestellen. Dabei ist für die Innenstadtgemeinde wichtig, dass jede Kirche eine eigene Bestelltelefonnummer hat und einen eigenen Abholort.

Abendkarten gebe es voraussichtlich nicht, sagt Ulrich Wollstadt, Pfarrer der Versöhnungskirchengemeinde und Sprecher des Kirchenkreises. "Denn der Andrang wird groß sein. Wir rechnen damit, dass keine einzige Karte übrig bleibt."

Einige Gemeinden, wie die Reformierte in der Blumenstraße oder die in Kunnersdorf und Ebersbach planen Christvespern unter freiem Himmel. Aus Sicht der Landeskirche und auch des Landrats sind diese möglich, wenn Hygieneregeln, Abstände und die Besucherhöchstzahl von 150 eingehalten werden. Auch hier ist letztlich die erwartete Sächsische Verordnung entscheidend.

Katholischer Gottesdienst aus Lautsprechern

So geht es auch der katholischen Pfarrei Heiliger Wenzel. Sie bietet abends an allen üblichen Kirchorten Gottesdienste an, zusätzlich einen in Weinhübel und einen um Mitternacht in Heilig Kreuz auf Polnisch. Weil die größte Kirche, die Jakobuskathedrale, gerade saniert wird und Krippenspiele pandemiebedingt nicht geprobt werden können, ist eine zentrale Christvesper mit Krippenbild für alle Katholiken auf dem Theatervorplatz angedacht.

"Ob diese aber stattfinden kann, wird sich noch entscheiden", sagt Pfarrer Roland Elsner. Falls nicht, werden Heilig Kreuz, St. Hedwig und St. Franziskus geöffnet sein, die Kirchen in Jauernick und Reichenbach eventuell. "Vielen Familien ist der Besuch der Kirche am Nachmittag wichtig", sagt Elsner, "dort kann man die Krippe anschauen, an die Geburt Jesu denken und eine Kerze anzünden." Auch für das voraussichtliche Verbot ritueller Speisen in der Christnacht hat er eine Alternative: "Dann spendet der Priester die geistige Kommunion."

Ein Ticketsystem gibt es für die katholischen Kirchen nicht. "Ich denke, dass viele Menschen aus Vorsicht nicht zum Gottesdienst kommen", sagt Pfarrer Elsner, "sodass die Besucherzahl überschaubar sein wird." In Heilig Kreuz, deren Vorraum mit Lautsprechern ausgestattet ist, würden die Türen nach draußen geöffnet, wenn die Besucherzahl überschritten ist, sodass man auch vor der Kirche an der Christnacht teilnehmen kann.

Alternativen für zu Hause: Stream, CD, Hausgottesdienst

Für alle, die in Quarantäne sind, aus Vorsicht zu Hause bleiben oder kein Ticket für eine Christvesper bekommen, gibt es einen evangelischen oder katholischen Online-Gottesdienst. In den nächsten Tagen werden in evangelischen Kirchen Teile für einen Heiligabend-Gottesdienst aufgenommen, die dann zusammengefügt werden und Einblicke in verschiedene Görlitzer Kirchen gewähren.

In Heilig Kreuz wird in den kommenden Tagen Kameratechnik installiert, mit der spätestens ab Heiligabend Gottesdienste in die Wohnzimmer übertragen werden können.

Die Innenstadtgemeinde gibt außerdem eine CD heraus, mit Weihnachtsbotschaft, Orgelmusik und Mitschnitten aus Konzerten des Bachchors. Für Gemeindemitglieder ist sie gratis, für andere im Mollerhaus zu erwerben.

Und schließlich kann jede Familie ihren eigenen Hausgottesdienst gestalten. Albrecht Bönisch, Pfarrer der Evangelischen Kreuzkirche hatte bereits für Ostern, als gar keine Gottesdienste stattfanden, eine Handreichung vorbereitet. Für die Weihnachtstage gibt es nun wieder ein Heft, das in einer 20.000er-Auflage bereits die meisten Protestanten im Kirchenkreis erreicht hat. Für Katholiken stellt das Bistum einen Hausgottesdienst auf seiner Homepage bereit.

Ticketabholung für die Görlitzer Gemeinden Innenstadt, Kreuzkirche, Versöhnungskirche (Orte und alle anderen Zeiten s. u. bei Gottesdiensten):

Donnerstag, 17. Dezember, 9 bis 16 Uhr
Freitag, 18. Dezember, 9 bis 16 Uhr
Sonnabend, 19. Dezember, 9 bis 12 Uhr
Sonntag, 20. Dezember, nach dem Gottesdienst bis 13 Uhr

Gottesdienste am Heiligabend (Auszug):

KATHOLISCH

Theatervorplatz: 16 Uhr (voraussichtlich)
Heilig Kreuz Struvestraße: 22, 24 Uhr
St. Hedwig Rauschwalde: 22 Uhr
St. Carolus: 20 Uhr
Klosterkirche Weinhübel: 20 Uhr
Bergkapelle Jauernick: 22 Uhr
St. Anna Reichenbach: 20 Uhr
St. Josef Niesky: 15.30 Uhr (Zinzendorfplatz), 21.30 Uhr; 17.30 Uhr in Rothenburg

EVANGELISCH

Peterskirche: 15, 17, 22 Uhr / Tickets im Mollerhaus, Telefon: 0171 1795715
Dreifaltigkeitskirche: 15, 17 Uhr / Tickets im Kirchencafé, Telefon: 0151 28790384
Frauenkirche: 15, 17 Uhr / Tickets im Fränkelsaal, Jakobstr. 24, Telefon: 0151 28790368
Lutherkirche: 15, 17 Uhr / Tickets Jochmannstraße 4, Telefon: 0160 92792202
Kreuzkirche: 14.30, 16, 17.30, 22 Uhr / Tickets in der Kreuzkirche, Telefon: 0175 3759013
Christuskirche: 14.30, 16.30, 17.30, 22.30 Uhr
Hoffnungskirche: 14, 16, 18 Uhr / Tickets 16./17./18. Dezember 15 bis 19 Uhr, 20. Dezember nach dem Gottesdienst bis 13 Uhr, Telefon: 03581 317463
Ev.-Reformierte Gemeinde: 16 Uhr, Open Air bei Kommwohnen
Heilig-Geist-Kirche (altlutherisch): 16 Uhr

Kunnerwitz: 15, 16, 17 Uhr / Tickets zu o. g. Zeiten im Pfarrhaus Kunnerwitz, Telefon 03581 78500
Jauernick: 18, 19 Uhr / Tickets zu o. g. Zeiten im Pfarrhaus Kunnerwitz, Telefon 03581 78500
Tauchritz: 16, 17 Uhr / Tickets zu o. g. Zeiten im Pfarrhaus Kunnerwitz, Telefon 03581 78500
Weinhübel: 15, 16, 17, 18 Uhr / Tickets zu o. g. Zeiten im Pfarrhaus Kunnerwitz, Telefon 03581 78500
Ebersbach: 15 Uhr, Halle Agrargenossenschaft; 17, 18 Uhr / Tickets im Pfarrhaus
Kunnersdorf: 16 Uhr
Ludwigsdorf: 14, 15, 16 Uhr / Tickets am 13./20. Dezember 10 bis 10.30 Uhr im Gemeindehaus
Zodel: 15 Uhr
Königshain: 16.30 Uhr
Schloss Friedersdorf: 18 Uhr, an der Feuerwehr
Gersdorf: 15 Uhr, Schloss
Markersdorf: 16.30 Uhr
Arnsdorf: 17.30 Uhr
Buchholz: 10 Uhr
Diehsa: 15.30, 21.30 Uhr
Nieder Seifersdorf: 16 Uhr
Tetta: 18 Uhr
Melaune: 16 Uhr, Eisstadion, 24 Uhr, Kirche
Jänkendorf: 17 Uhr, Halle Fa. Liftmanager
Meuselwitz: 15.30 Uhr, Dorfplatz
Reichenbach: 17 Uhr
Klitten: 15, 16.30 Uhr
Brüdergemeine Niesky: 7.30 Uhr; 15.30 Uhr (Zinzendorfplatz); 19 Uhr, Saal
Ev. Kirchengem. Niesky: 15.30 Uhr (Zinzendorfplatz), 19, 23 Uhr

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