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Kleiner Impf-Rekord im Kochstudio

Zur Impfaktion im Kunnerwitzer Kochstudio kamen fast hundert Menschen. Dennoch herrscht bei der Organisatorin Sorge: Ob es noch weitere Termine gibt?

Simone Drescher (li) hat ihr Kochstudio zu einem Mini-Impfzentrum umgebaut. Aber damit soll bald Schluss sein.
Simone Drescher (li) hat ihr Kochstudio zu einem Mini-Impfzentrum umgebaut. Aber damit soll bald Schluss sein. ©  SZ-Archiv

Nein, aufgeben wolle sie ganz sicher nicht, sagt Simone Drescher. Sie ist Inhaberin des Kochstudios "Regenbogen" in Kunnerwitz. Sie ist außerdem als Impfhelfer bei den mobilen Impfaktionen im Einsatz. Für letztere stellt sie auch regelmäßig ihr Kochstudio zur Verfügung. Meistens Mittwoch ist Impftag in Kunnerwitz.

Die Impfaktionen im "Regenbogen" liefen unterschiedlich, deshalb hatte die SZ kürzlich die Frage nach Aufgeben und Geduld gestellt. Am ersten Impftag waren 25 Personen da, vorige Woche waren es fast 70, vor zwei Wochen dagegen lief es nicht gut. Für den Mittwoch dieser Woche kann Simone Drescher einen kleinen Rekord verzeichnen.

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Nächste Woche vorerst letzter Termin

96 Personen kamen zum Impfen. "Ein Arzt, unser kleines Team in unserem kleinen Regenbogen in Kunnerwitz - das ist schon wirklich gut."

Die Gesamtzahlen - Sachsen liegt nach wie vor auf dem letzten Platz bei der Impfquote bundesweit - werde das sicherlich nicht nach oben treiben können. "Aber es hilft", sagt Simone Drescher.

Auch kommende Woche ist wieder Impfaktion, wieder Mittwoch von 9 bis 18 Uhr. Ein Arzt und ein mobiles Impfteam sind vor Ort. Dennoch hat Simone Drescher die Sorge, dass das Impfen im Regenbogen eingestellt werden könnte. Denn aktuell ist der kommende Mittwoch erst mal der letzte Termin im "Regenbogen", für den sie eine Zusage erhalten hat. Finanziell habe sie nichts davon, die Räume zur Verfügung zu stellen, "aber mir war das ein Anliegen. Jetzt hat es sich auch rumgesprochen." Und etwas, das jetzt im Wachsen ist einzustellen, würde sie "extrem schade" finden.

Verträge der mobilen Impfteams laufen aus

Der Landkreis erklärt die Lage. Mit dem Problem steht sie nicht alleine da, erklärt Matthias Reuter, Sozialplaner beim Landkreis Görlitz. Nicht nur der Betrieb der Impfzentren in Sachsen endet Ende September, sondern auch die Vertragslaufzeiten für die mobilen Teams von ASB und Maltesern. Der 9. September, erklärt Matthias Reuter ist daher der letzte Tag, "an dem Erstimpfungen durchgeführt werden können, für die die Zweitimpfung ebenfalls noch im September liegt." Bei den mRNA-Impfstoffen liegen drei Wochen zwischen Erst- und Zweitimpfung.

Daher sind aktuell zahlreiche Aktionen der mobilen Teams eingeplant: Der Termin im Kochstudio am Mittwoch, der vor allem auch Zweittermin für die Personen ist, die in Kunnerwitz Mitte August ihre Erstimpfung erhalten haben. Parallel sind bis zum Montag sowie von Donnerstag bis kommenden Sonntag Impfaktionen am Rosenhof, teilt der Landkreis Görlitz mit. Am Dienstag gibt es an der Volkshochschule und am Curie-Gymnasium in Görlitz weitere Möglichkeiten, sich impfen zu lassen. "Damit gibt es in den nächsten Tagen ausreichend Impfangebote in der Stadt Görlitz", erklärt der Landkreis. Auch das Impfzentrum in Löbau ist nach wie vor geöffnet.

Nach jetzigem Stand geht der Kreis aber davon aus, dass auch über den September hinaus die mobilen Teams im Einsatz sind. Diese sind zum Beispiel bereits vorgesehen für die Impfungen in den Schulen für Schüler und Eltern, Lehrer und nicht-pädagogisches Personal. Wie viel Interesse besteht, wird in den Schulen kommende Woche anonym abgefragt.

Mit genauen Festlegungen, wie es mit den mobilen Teams weitergeht, rechnet der Kreis im Laufe der nächsten Woche. "Sobald Klarheit über den weiteren Einsatz der mobilen Teams herrscht, werden wir gemeinsam mit dem DRK neue Impftermine vereinbaren", teilt der Landkreis mit. "Das Kochstudio ist ein möglicher Standort für Impfungen in der Stadt Görlitz", allerdings müsse auch darauf geachtet werden, dass die künftigen Kapazitäten, also die Impfaktionen, gleichmäßig im Kreis verteilt werden.

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