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Badeunfall im Königshainer Steinbruch

Ein Mädchen verletzte sich am Montag beim Sprung ins Wasser. Das war nicht der erste Steinbruch-Unfall.

Einer der beliebtesten Steinbrüche in den Königshainer Bergen ist jener mit der berühmten "Ja-Wand". Hier passierte am Montag auch der Unfall.
Einer der beliebtesten Steinbrüche in den Königshainer Bergen ist jener mit der berühmten "Ja-Wand". Hier passierte am Montag auch der Unfall. © privat

Rettungskräfte eilten am Montagnachmittag in die Königshainer Berge zu einem Notfall in einem Steinbruch. „Eine Jugendliche war abgestürzt und hatte sich Verletzungen am Rücken zugezogen“, sagt Polizeisprecher Kai Siebenäuger. Ein Hubschrauber wurde angefordert, da das Gelände schwer zugänglich sei. Eine Straße gibt es am Steinbruch nicht. Das Mädchen soll nach Polizeiangaben vermutlich von einer der Felswände gesprungen sein und sich beim Aufprall auf das Wasser verletzt haben. Offenbar war sie zum Baden hier. Die Jugendliche kam in ein Krankenhaus.

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Unfälle in Steinbrüchen machten in den letzten Jahren immer wieder traurige Schlagzeilen. Im April 2016 rutschte ein 14-Jähriger aus Vierkirchen an der Bruchkante eines nahe gelegenen Arnsdorfer Tagebaus aus und stürzte 19 Meter in die Tiefe. Der Junge überlebte schwer verletzt. Zwei Jahre später ein Kletterunfall bei den Königshainer Steinbrüchen: Eine junge Frau verletzte sich und musste mit Hilfe der Feuerwehr aus dem unwegsamen Gelände gerettet werden. Drei Jahre zuvor stürzte eine Person beim Abseilen einer Steinbruchwand in Königshain erst auf das Felsband und dann ins Wasser. Folge davon: Ein Beinbruch. Besonders tragisch: Ein Badeunfall 2019 im benachbarten Landkreis Bautzen bei Cunewalde. Ein 15-Jähriger war erst aus aus dem Wasser eines Steinbruchs herausgeklettert, fiel jedoch rückwärts wieder ins Wasser. Der Junge konnte nur noch tot geborgen werden.

Kai Siebenäuger sagt, dass grundsätzlich unbekannte Gewässer zum Baden zu meiden sind. Der Polizeisprecher rät davon ab, in solche Gewässer zu springen. Viel sicherer ist es in den Freibädern und offiziellen Badeseen, wo Rettungsschwimmer auf das Wohl der Badegäste achten.

Nun ziehen die Königshainer Steinbrüche trotzdem Badewillige an. „Wir haben mit dem Ordnungsamt Reichenbach erst in diesem Frühjahr neue Schilder an den Steinbrüchen aufgestellt“, sagt der Bürgermeister der Gemeinde, Siegfried Lange. Das sind dreieckige Warnschilder, auf denen vor Abstürzen gewarnt wird. Etwa acht solcher Schilder wurden in Königshain, einige auch bei Steinbrüchen in der Nachbargemeinde Vierkirchen in den Ortsteilen Arnsdorf und Dittmannsdorf angebracht.

"Baden verboten"-Schilder gestohlen

Doch ob es ein absolutes Badeverbot gibt, kann der Bürgermeister nicht sagen und verweist an das zuständige Ordnungsamt Reichenbach. Von da heißt es, dass in der Vergangenheit Schilder mit der Aufschrift „Baden verboten“ immer mal angebracht, jedoch öfter auch entwendet wurden. Einige der Schilder soll es noch geben. Baden in den Steinbrüchen erfolge immer auf eigene Gefahr. Ob ein generelles Badeverbot besteht, scheint unklar. Eine konkrete Äußerung gibt es vonseiten des Ordnungsamtes dazu nicht. „Die Steinbrüche sind sehr tief und sehr gefährlich“, betont jedoch Reichenbachs Hauptamtsleiterin Elisabeth Krohe.

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