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Corona-Einsatz poliert Armee-Image auf

Die Hilfe der Bundeswehr zeigt, wie ernst die Lage war. Warum wir ihr zu Dank verpflichtet sind. Ein Kommentar von Sebastian Beutler.

© SZ

Der Abzug der Bundeswehr-Soldaten ist ein gutes Zeichen. Es ist das öffentliche Signal, das in den Kliniken und im öffentlichen Gesundheitsdienst wieder etwas mehr Normalität einzieht, die Pandemie ihren Höhepunkt zunächst einmal überschritten hat.

Normal war es ja nicht, dass der Kreis in seiner Not im November die Bundeswehr als Erster zu Hilfe rief. So etwas kommt sonst nur bei Naturkatastrophen wie Hochwasser vor. Das zeigt aber auch, wie ernst die Lage war.

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Zwischenzeitlich waren mehr als 150 Soldaten und Soldatinnen an der Neiße im Corona-Einsatz. Ohne sie hätte das Gesundheitswesen im Landkreis der zweiten Corona-Welle nicht standgehalten. Man will sich nicht ausmalen, was das für die Todesrate von Erkrankten bedeutet hätte – sie liegt auch so schon viermal so hoch wie im bundesweiten Durchschnitt und auch höher als in den USA.

Die Einwohner des Kreises sind daher der Bundeswehr zu Dank verpflichtet. Für ihre Hilfe, für ihr Beistehen in schweren Zeiten, für ihr schnelles Handeln. Wenn sonst von der Bundeswehr die Rede ist, dann geht es um Drohnen, Auslandseinsätze oder veraltete Technik. Hier aber konnten viele nun zum ersten Mal hautnah erleben, wie gut die Bundeswehr auch funktionieren kann. Ein unverhoffter Imagegewinn, den die deutsche Berufsarmee durchaus gebrauchen kann. Und vielleicht überdenkt jetzt auch Die Linke, die den Truppenübungsplatz in Nochten schon zur Disposition stellen wollte, ihre Haltung. Beides gehört zusammen.

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Es wäre gleichwohl aber falsch nun zu denken, dass der Kreis bei der weiteren Bekämpfung der Pandemie allein dasteht. Zum einen könnten einige wenige Soldaten auch über den Freitag hinaus im Kreis zum Einsatz kommen. Entsprechende Anträge des Kreises laufen noch. Zum anderen aber sind die täglichen Neuinfektionen und deren wenige Kontakte nun durchaus in einem Bereich, wo das verstärkte Gesundheitsamt die Infektionsketten aufspüren kann. Nur wenn das auf Dauer gegeben ist, läuft nicht wieder alles aus dem Ruder – und können die Stufenpläne für die sehnlich erhoffte Lockerung in Gang gesetzt werden.

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