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Görlitz braucht Ideen für besucherschwache Zeiten

Für Görlitz ist eine Kulturförderabgabe im Gespräch. Wieder einmal. Sie könnte nützen, wenn Einnahmen tatsächlich Touristen anlocken. Ein Kommentar.

In Görlitz sollen Übernachtungsgäste Kulturangebote in der Stadt mitfinanzieren. Die Idee ist nicht neu.
In Görlitz sollen Übernachtungsgäste Kulturangebote in der Stadt mitfinanzieren. Die Idee ist nicht neu. © Nikolai Schmidt

Die Görlitzer Stadtkasse ist nicht prall gefüllt. So muss auf den Prüfstand, was sich die Stadt tatsächlich leisten kann und will. Ob der Vorschlag der Bürger für Görlitz, Touristen mit einer Kulturförderabgabe für den Kulturgenuss bezahlen zu lassen, hilfreich ist, bleibt fraglich. Zwar gibt das Kommunalabgabengesetz dem Rathaus die Möglichkeit, sich Aufwendungen für den Tourismus erstatten zu lassen.

Aber wie so oft liegt der Teufel im Detail. Möglich ist so eine Abgabe nur dort, wo die Aufwendungen der Kommune in der Mehrzahl den Touristen zugute kommen. Wer aber soll das ermessen? Zählt der Görlitz-Besucher aus Reichenbach beim Tippelmarkt schon als Tourist? Da er wohl eher nicht in Görlitz übernachtet, zahlt er keine Tourismusabgabe. Kommen wirklich so viele Touristen aus der Ferne zum Tippelmarkt, zum ViaThea oder zum Tag der offenen Sanierungstür und übernachten in Görlitz?

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Ideen für touristenschwache Zeiten

Es sind wohl eher die Görlitzer selbst und Tagesgäste aus dem Umland, die zu derlei Anlässen das Gros der Besucher stellen. Wäre es da nicht sinnvoller, Ideen zu finanzieren, die wirklich Touristen in die Stadt ziehen zu Zeiten - abgesehen von Corona -, in denen Hotelbetten leer bleiben? Also im November, im Januar und Februar zum Beispiel?

Explizit für diese Zeit Touristen einzuladen, macht Sinn. Marketingexperten fällt da bestimmt etwas ein. Dann sind Hoteliers wahrscheinlich die Letzten, die sich über den zusätzlichen Aufwand der Erhebung der Abgabe aufregen. Denn sie profitieren von gebuchten Hotelbetten. Vielleicht hätten die Bürger für Görlitz Hoteliers gleich mit ins Boot holen sollen, um einen Antrag zu formulieren, der das Geldsammeln für neue Ideen zum Inhalt hat. Alles andere nämlich war schon mal da und wurde abgelehnt.

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