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Mückenalarm an Görlitzer Seen

Seit wenigen Tagen sind die Quälgeister zu Millionen da. Ausgerechnet jetzt, wo die Menschen wiedergewonnene Freiheiten genießen wollen.

Unzählige Mücken sind in den vergangenen warmen Tagen geschlüpft und machen nun Jagd auf die Menschen. Sie selber wiederum dienen Singvögeln als Nahrung.
Unzählige Mücken sind in den vergangenen warmen Tagen geschlüpft und machen nun Jagd auf die Menschen. Sie selber wiederum dienen Singvögeln als Nahrung. © Robert Michael

Wüstes um sich schlagen, verärgerte Miene, wenn es doch nicht geholfen hat. Menschen, auf die das zutrifft, sieht man dieser Tage in Gärten, auf Spielplätzen, in Grünanlagen, aber vor allem: in der Nähe von Wasser. Denn die Mücken sind geschlüpft und machen so manchem gerade den Aufenthalt im Freien zur Hölle. Und das nicht nur in der Abenddämmerung, nein auch morgens gegen acht.

Für die Kinder, die montags und mittwochs am Stadion der Freundschaft Fußballtraining haben, gilt deshalb: Eine dicke Schicht Mückenschutz auftragen, egal, wie sehr es stinkt. Am Berzdorfer See ist das sowieso das Mittel der Stunde, denn hier fallen die Biester gar in Scharen über Badegäste oder Freizeitsportler her. „Ganz schlimm“, sagt auch Strandbar-Betreiber René Freigang. Seit ungefähr einer Woche ist die Plage da und kam aus dem Nichts.

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Auch der Quitzdorfer Stausee bleibt nicht verschont. Hier hat Sven Kretschmer einen Bungalow Am Säuberg, wo der Nieskyer fast jeden Tag ist. Lästig sind die Mücken vor allem am Morgen, wenn sie aufsteigen und bei Sonnenuntergang. Ebenso, wenn Wasser in der Nähe ist. „An meinen Teich brauche ich mich gar nicht setzen, da wirst du von den Viechern gepiesackt. Deshalb bin ich auch nur langärmlig unterwegs. Obwohl mir Mückenstiche nichts ausmachen, ist es bei der Masse an Mücken doch unangenehm“, berichtet Kretschmer.

Sven Kretschmer auf seiner Bungalow-Terrasse. Hier am Stausee Quitzdorf kann er zurzeit nur tagsüber von Mücken unbehelligt sitzen.
Sven Kretschmer auf seiner Bungalow-Terrasse. Hier am Stausee Quitzdorf kann er zurzeit nur tagsüber von Mücken unbehelligt sitzen. © privat

Das ist auch kein Wunder, sagt Prof. Thomas Schmitt, der Direktor des Deutschen Entomologischen Instituts von Senckenberg im brandenburgischen Müncheberg. Denn erst seit wenigen Tagen ist es warm, davor gab es ein sehr nasses Frühjahr - optimale Bedingungen für die im Herbst abgelegten Mückenlarven, um jetzt zu schlüpfen. Und es sind die Mücken, die wir kennen. Die asiatische Tigermücke sei in Deutschland noch nicht sehr verbreitet, das wird Klimaforschern zufolge im Norden und Osten Deutschlands auch noch so bleiben.

Warum aber ist das mit den Mücken plötzlich so störend? Laut Thomas Schmitt könnte es daran liegen, dass vor allem 2018 und 2019 extrem trockene Jahre waren und die Mücken sich nicht so verbreiten konnten - 2020 war das schon eine andere Geschichte. "Aber ich sage trotzdem: Lieber mal Autan sprühen, um sich die Mücken vom Leib zu halten, als eine vollkommen vertrocknete Natur", sagt Prof. Schmitt.

Mückenspray - das stellt auch René Freigang überall für seine Strandbargäste hin. Sogar mit angezündetem Kaffee versucht er es jetzt - ein Geheimrezept. Gibt man Kaffeepulver in eine feuerfeste Schale und zündet es an, sollen Stechmücken binnen Sekunden verschwinden.

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