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Theaterstreit: CDU fordert mehr Geld vom Freistaat

Der Erhalt aller Sparten und Standorte steht für die Christdemokraten im Kreis Görlitz außer Frage. Mehr Angebote des Ensembles wünschen sie sich aber auch.

Mehr statt weniger Theater will die CDU im Kreis Görlitz.
Mehr statt weniger Theater will die CDU im Kreis Görlitz. © André Schulze (Archiv)

Nachdem bereits CDU-Kreisvorsitzender Florian Oest sich von den Sparplänen beim Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz/Zittau distanziert hat, plädiert nun auch der CDU-Kreisvorstand für den Erhalt aller Standorte und Sparten des Theaters. Das teilt die Partei am Donnerstag mit.

Zudem soll das Angebot besonders im nördlichen Teil des Landkreises ausgebaut und Kultureinrichtungen und Veranstaltungsorte im Kerngebiet des Strukturwandels genutzt werden. Oest bezeichnete das Theater als Unterhaltungs- und Bildungseinrichtung. "Deshalb müssen wir alles in unserer Macht stehende tun, um das Gerhart-Hauptmann-Theater mit seinen Standorten und Sparten zu erhalten und das Angebot sogar auszubauen. Besonders im nördlichen Teil des Landkreises wünsche ich mir verstärkt Angebote. Aus eigener Kraft können wir die Finanzierung in den nächsten Jahren nicht sicherstellen. Wir brauchen die Unterstützung des Freistaates Sachsen“, erklärte Oest nach der Sitzung des Kreisvorstandes.

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Umstrittenes Gutachten bis heute nicht veröffentlicht

Im April waren Einzelheiten eines neuen Gutachtens über die Theater in der Oberlausitz bekannt geworden, das auf Wunsch des Görlitzer Landrats vom Theater Görlitz/Zittau in Auftrag gegeben und vom Kulturraum finanziert wurde. Es sollte untersuchen, inwieweit künftige Kostensteigerungen beim Theater durch Umstrukturierungen zu verhindern sind. Im Kern steht die Sorge des Landkreises Görlitz, dass nach Auslaufen des Kulturpakts in Sachsen im Jahr 2023 die Träger des Theaters und damit vor allem der Landkreis Görlitz zusätzliche Gelder für das Theater aufbringen müssen.

Um das zu verhindern schlägt das Gutachten die Abwicklung des Musiktheaters mit Chor und Ballett in Görlitz vor, eine Fusion der Neuen Lausitzer Philharmonie mit dem Orchester des Sorbischen Nationalensembles in Bautzen sowie eine Fusion der Schauspielsparten in Bautzen und Zittau. An diesen Plänen entzündet sich seitdem heftige Kritik, auch deswegen, weil das gesamte Gutachten noch immer nicht veröffentlicht worden ist. Landrat Bernd Lange ruderte zuletzt zurück und versicherte, auch er sei am Erhalt aller Standorte des Theaters interessiert.

Mittlerweile hat sich die Diskussion in die Richtung entwickelt, dass zwar nach Möglichkeiten der Effizienzsteigerungen und der Steigerung der Einnahmen am Gerhart-Hauptmann-Theater gesucht werden, zugleich aber auch der Freistaat sich bei der Fortführung des Kulturpaktes verpflichten soll, zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen. Auf die Fortführung des Kulturpaktes über 2022 hinaus hatten sich die Koalitionspartner CDU, SPD und Grüne in Dresden bei der Bildung ihrer Landesregierung verständigt. Die Details müssen jetzt verhandelt werden.

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Der Zittauer Landtagsabgeordnete Stephan Meyer, der für die CDU im kommenden Jahr bei der Landratswahl antreten wird, setzt sich deshalb für eine Entlastung der ländlichen Kulturräume und eine Erhöhung des sächsischen Kulturetats auf insgesamt 541,9 Millionen Euro sowie die Aufstockung von Investitionsmitteln ein. „Eine Streichung dieser Landesmittel, wie zuletzt von der AfD beantragt, halte ich für völlig falsch. Wir brauchen eine ausreichende finanzielle Grundlage, um das Theater zukunftsfest zu machen und müssen nun gemeinsam um Lösungsansätze für Strukturveränderungen ringen.“

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