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Ausstellung über Juden macht zuerst Station in Görlitz

Der Förderkreis Görlitzer Synagoge hat eine neue Wanderausstellung gestaltet. Ab Montag ist sie zu sehen.

Von Peter Chemnitz
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Anett Böttger und Markus Bauer vom Förderkreis Görlitzer Synagoge beim Aufbau der Ausstellung im Kulturforum Görlitzer Synagoge.
Anett Böttger und Markus Bauer vom Förderkreis Görlitzer Synagoge beim Aufbau der Ausstellung im Kulturforum Görlitzer Synagoge. © Martin Schneider

"Spurensuche. Jüdische Geschichte in der Oberlausitz“ lautet der Titel einer Wanderausstellung, die am Montag im Kulturforum Görlitzer Synagoge eröffnet wird und dann bis zum 21. April zu sehen sein wird. 16 Tafeln geben Einblick in das Leben und Wirken von Juden an verschiedenen Orten der Region.

Dargestellt werden Gründung und Entwicklung der jüdischen Gemeinden, die sich im 19. Jahrhundert in Görlitz, Bautzen und Zittau bildeten. Obwohl die Zahl ihrer Mitglieder im Vergleich zur gesamten Bevölkerung relativ gering blieb, hatten sie entscheidenden Einfluss in Wirtschaft und Gesellschaft. Exemplarisch dafür stehen Unternehmer wie Martin Ephraim in Görlitz, Adolf Wolf Altmann in Bautzen oder Joseph Schweig in Weißwasser.

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Die Emanzipation der jüdischen Bevölkerung spiegelte sich auch im Bau eigener Gotteshäuser wider. So nahm die Zittauer Gemeinde 1906 ihre neue Synagoge in Besitz. In der Nacht zum 10. November 1938 in Brand gesteckt, wurde das Gebäude später gesprengt. Die 1911 eingeweihte Synagoge in Görlitz überstand die Reichspogromnacht dagegen nahezu unbeschadet.

Schicksale werden konkret benannt

Die Wanderschau beleuchtet die Auswirkungen von Antisemitismus und Verfolgung jüdischer Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus. In Wort und Bild kurz vorgestellt werden verschiedene Einzel- und Familienschicksale, darunter auch aus Wittichenau, Hoyerswerda und dem Crostwitzer Ortsteil Horka.

Anett Böttger vom Förderkreis Görlitzer Synagoge zeigt eine Tafel mit jüdischen Erinnerungsstätten in der Oberlausitz.
Anett Böttger vom Förderkreis Görlitzer Synagoge zeigt eine Tafel mit jüdischen Erinnerungsstätten in der Oberlausitz. © Martin Schneider

Zwei der Ausstellungstafeln widmen sich der Erinnerungskultur nach 1990, als jüdisches Erbe in der Oberlausitz wieder stärker ins öffentliche Blickfeld rückte. Beispiele dafür sind der Gedenkort für die Opfer des Zwangsarbeitslagers Tormersdorf in Rothenburg, die Rekonstruktion des jüdischen Begräbnisareals auf dem Friedhof in Weißwasser oder die Verlegung von Stolpersteinen in mittlerweile acht Orten der Oberlausitz.

Die Ausstellung wurde vom Förderkreis Görlitzer Synagoge gestaltet. Die Wanderschau kann kostenfrei von Schulen, Gemeinden oder Pfarreien im Landkreis ausgeliehen werden.

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