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Jazztage gibt es erst im Herbst

Über vier statt zwei Wochen sollen sich dann die Konzerte in Görlitz, Löbau, Horka und Bad Muskau erstrecken – und das idealerweise unter normalen Bedingungen.

Vor einigen Jahren spielte die polnische Band Funk de Nite zur Eröffnung der Jazztage in einer alten Fabrikhalle auf der Christoph-Lüders-Straße.
Vor einigen Jahren spielte die polnische Band Funk de Nite zur Eröffnung der Jazztage in einer alten Fabrikhalle auf der Christoph-Lüders-Straße. © Nikolai Schmidt

Es ist ein Jubiläum, und es soll weder ausfallen noch in abgespeckter Form stattfinden: Görlitz hat dieses Jahr die 25. Jazztage. Für den 4. Juni beispielsweise war einer der besten Jazztrompeter Deutschlands angekündigt gewesen: Nils Wülker. Das muss nun verschoben werden. Denn: „Jazztage, wie wir sie lieben, in dicht besetzten Spielorten, mit spontaner Begeisterung, Pausengesprächen und freundschaftlicher Begegnung internationaler Musiker sind so Anfang Juni nicht denkbar“ sagt Reinhard Schubert vom Verein Kulturzuschlag, die die Jazztage veranstalten.

Statt vom 2. bis 13. Juni werden die Jazztage pandemiebedingt auf September und Oktober gelegt. Dann soll es statt der üblichen zwei Wochen gleich vier Wochen lang Konzerte geben – dazu kommt ein vorgezogenes Sonderkonzert. „Die Veranstaltungen im Herbst sollen weitgehend mit normalen Bedingungen geplant werden“, sagt Laure Teillet vom Kulturzuschlag. Einschränkungen, die nur 50 Prozent Besucher zulassen, würden die Gesamtfinanzierung gefährden. Trotz Fördermittel, denn die hat der Verein sicher. Sie konnten aus dem Vorjahr mitgenommen werden, als die Jazztage auch schon pandemiebedingt ausfielen. Rund 2.500 Euro hat der Verein dadurch verloren – für Aufwendungen, die er schon im Vorfeld gehabt hatte.

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So wie hier im Mai 2017 im Innenhof des Neuen Schlosses im Fürst-Pückler-Park würden die Organisatoren die Jazztage auch 2021 gern sehen - mit viel Publikum und bester Musik. In Bad Muskau lauschte das Publikum damals dem Olivia-Trummer-Quartett.
So wie hier im Mai 2017 im Innenhof des Neuen Schlosses im Fürst-Pückler-Park würden die Organisatoren die Jazztage auch 2021 gern sehen - mit viel Publikum und bester Musik. In Bad Muskau lauschte das Publikum damals dem Olivia-Trummer-Quartett. © Rolf Ullmann

Auch deshalb ist die Hoffnung so groß, dass es 2021 doch noch normale Jazztage geben kann. „Mit einer x-ten Welle im Oktober kann und will niemand planen. Jazz hat gelehrt zu improvisieren und der Verein bleibt optimistisch“, sagt Laure Teillet. Die für 2020 geplanten Musiker konnten fast alle ins Jahr 2021 „mitgenommen“ werden. Die Organisatoren verhandeln nun mit den Künstlern neue Konzerttermine. Einfach ist das nicht, denn viele Agenturen würden die Auftritte ihrer Künstler aktuell Monat für Monat verschieben. „Die Bugwelle aufgeschobener Kultur-Events europaweit zwingt uns nun, rechtzeitig Ausweichdaten zu suchen,“ sagt Friedemann Dreßler.

Trotzdem ist bereits für den 29. Juli „ein heißer Auftakt an einem Unerhörten Ort“ geplant. Ob das für den 12. Juni im Schlosshof Bad Muskau geplante Konzert noch möglich ist, prüft derweil die Stiftung Fürst Pückler Park. Auch das ist nämlich ein Spielort der Jazztage – genau wie es Einzelkonzerte in Löbau, Berthelsdorf und Horka geben soll.

Die Jazztage Görlitz zählen zu den kulturellen Höhepunkten der Region und zu den Jazz-Höhepunkten in Ostdeutschland. Gerade mit ihren „Unerhörten Orten“ haben sie ein Alleinstellungsmerkmal. Konzerte werden an gänzlich ungewöhnlichen Orten gespielt, unter der Autobahnbrücke etwa oder in einer leeren Montagehalle.

www.jazztage-goerlitz.de

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