merken
Görlitz

Museum restauriert 200 Jahre altes Manuskript

Etwa 700 Euro werden dafür benötigt, um die Urfassung des Theaterstücks „Galeazzo Sforzas Tod“ aus der Feder eines Oberlausitzer Dichters zu erhalten.

Titelseite des Manuskripts „Galeazzo Sforzas Tod“ von Friedrich v. Uechtritz
Titelseite des Manuskripts „Galeazzo Sforzas Tod“ von Friedrich v. Uechtritz © Stadt Görlitz

Sie sind die rührigen Helfer der Museen, ohne die oftmals weniger ginge. Sie helfen bei Ausstellungen, bringen sich bei Führungen ein und sammeln Geld. Die Fördervereine sind zu einer wichtigen Stütze der Görlitzer Museen geworden. Allein der Verein der Freunde der Görlitzer Sammlungen stellt jährlich rund 10.000 Euro zur Verfügung.

Nun hat sich dieser Verein ein neues Projekt vorgenommen. Es will das Manuskript eines Theaterstücks restaurieren lassen. Es ist nicht irgendein Manuskript, und auch nicht irgendein Theaterstück, sondern die Urfassung des Theaterstücks „Galeazzo Sforzas Tod“ aus der Feder des Oberlausitzer Dichters Friedrich von Uechtritz. Das originale Manuskript stammt aus dem Jahr 1822. Zusammen mit einem begleitenden Text ist es nun an der Museumskasse im Barockhaus Neißstraße 30 ausgestellt, teilt Kerstin Gosewisch, Sprecherin der Görlitzer Sammlungen, mit.

Arbeit und Bildung
Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

Um das Schriftstück längerfristig für die Nachwelt erhalten zu können, muss ein Restaurator zunächst die Handschrift trocken reinigen, dabei wird oberflächlicher Schmutz und Staub mit einem Naturkautschuk-Schwamm oder auch Radiergummi abgenommen. Dann müssen die Papiere geglättet, Fehlstellen ergänzt und das Manuskript neu gebunden werden. Der Kostenaufwand beträgt laut Gosewisch etwa 700 Euro.

Friedrich v. Uechtritz wurde am 12. September 1800 in Görlitz geboren. Er studierte zwischen 1818 und 1821 Jura in Leipzig und Berlin. Nach absolviertem Examen arbeitete er als Referendar in der Justizverwaltung und erhielt 1829 eine Anstellung in Düsseldorf, die er bis zu seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst 1858 innehatte. 1863 kehrte er in seine Geburtsstadt Görlitz zurück, wo er am 15. Februar 1875 verstarb. Zeit seines Lebens bildeten Kunst und Literatur seine großen Leidenschaften.

Bildnis Friedrich v. Uechtritz
Bildnis Friedrich v. Uechtritz © Stadt Görlitz

Schon als Student schrieb er erste Stücke fürs Theater, deren Aufführungen ihn in der Literaturszene der damaligen Zeit bekannt machten. Daraus entwickelten sich intensive Kontakte mit Ludwig und Dorothea Tieck, Friedrich Hebbel und später mit Karl v. Holtei.
Sein literarischer Nachlass wurde im Jahr 1900 aus Anlass seines 100. Geburtstages der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften geschenkt. „Dieser enthält mehr als 700 Briefe sowie Manuskripte von Theaterstücken und Romanen“, berichtet Steffen Menzel, Leiter der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften. In den zurückliegenden zwei Jahren konnte die gesamte Überlieferung erstmals vollständig bearbeitet werden und steht nun zur Nutzung bereit.

Wer die Arbeit des Fördervereins, gern auch zweckgebunden für die Restaurierung dieses Manuskripts, unterstützen möchte, kann neben der Sammelbox an der Museumskasse auch an den Verein eine Spende überweisen. Der Verein hilft darüber hinaus dem Kulturhistorischen Museum und der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften beim Schutz, bei der Erhaltung und der Sicherung von Kulturgut.

IBAN: DE03 8505 0100 0000 0531 12, BIC: WELADED1GRL, Zweck: Handschrift Uechtritz

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier

Mehr zum Thema Görlitz