Görlitz
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Naturkundemuseum räumt Savannen-Tiere ins Depot

Das Görlitzer Senckenberg Institut eröffnet an diesem Freitag eine neue Dauerausstellung. Sie erzählt auf moderne Weise über die Arbeit der Wissenschaftler selbst.

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Ein Bisamschädel im 3-D-Format in der neuen Dauerausstellung des Senckenberg Museums Görlitz.
Ein Bisamschädel im 3-D-Format in der neuen Dauerausstellung des Senckenberg Museums Görlitz. © Foto: Senckenberg Museum Görlitz

Afrikanische Tiere der Savanne bevölkerten die Ausstellung im Görlitzer Naturkundemuseum. Doch Zebra, Löwen und rund 100 andere historische Präparate befinden sich nun im Ruhestand. Sie haben Platz gemacht für ein raumfüllendes Regal mit interaktiven Touchscreens und damit die neue Dauerausstellung des Hauses, in der beispielhafte Objekte und zahlreiche Kurzfilme die Besucher über die umfangreichen Sammlungen und die Arbeit der Forscher und Wissenschaftler am Museum informieren. An diesem Freitag, 18 Uhr, wird die neue Dauerausstellung "Senckenberg Backstage - Sammeln, Bewahren, Forschen" eröffnet.

Finanzielle Förderung vom Bundeskulturministerium

„Es war an der Zeit diese rund 40 Jahre alte Ausstellung abzulösen und unseren Besuchern neue zeitgemäße Erlebnisse anzubieten“, sagt Museumsdirektor Professor Willi Xylander. Er ist froh, die Ausstellung mit Fördergeldern des Bundeskulturministeriums umsetzen zu können. Dazu dienen große Flachbildschirme, auf denen die Besucher sich über das verborgene Museum informieren können. „Wir lassen unsere Gäste auf diese Weise an unseren drei wichtigsten Aufgaben teilhaben: Warum und wie wir Tiere, Pflanzen und Gesteine sammeln, wie wir sie für die Zukunft bewahren und welche Forschung wir an und mit den Objekten betreiben“, beschreibt Xylander und ergänzt: „So wird deutlich, dass wir eine innovative und weltweit aktive Forschungseinrichtung sind.“

Über die Touchscreens können Besucher aus einer Vielfalt an Medieninhalten auswählen, in denen sie nachvollziehen können, wie Exponate gesammelt, präpariert und archiviert werden. Zudem stehen die Wissenschaftler aus dem Senckenberg Museum Görlitz im Mittelpunkt: Mykologinnen erforschen welche Pilzarten Obstbäume befallen, Säugetierkundler analysieren die Nahrungsökologie von Wölfen und Bodenzoologen verfolgen die Entwicklung der Bodentierwelt in Tagebaufolgelandschaften. In kleinen Interviews stellen sie sich und ihr Forschungsgebiet vor.

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Forscher berichten in 13 Interviews über ihre Arbeit

In über 80 digitalen sowie analogen Formaten schauen die Besucher den Forschern zum Beispiel beim Präparieren eines Bibers oder dem Sammeln von Regenwürmern über die Schulter. Wie kommen Pferdeschädel aus der Mongolei in die Sammlung? Welche Fragen führen die Bodenzoologen auf Exkursion in die Antarktis? Warum sind 200 Jahre alte Belege in der Pflanzensammlung auch heute noch ganz besonders wertvoll und interessant? Diese und viele andere Fragen werden in 13 Interviews von Senckenberg-Forschern beantwortet und richten dadurch den Fokus auf einige der rund 6,5 Millionen Sammlungsobjekte, die sonst den Besuchern verborgen bleiben.

Auch analog hat die Ausstellung Schätze zu bieten: Pilzkulturen in Petrischalen, die in allen Formen und Farben daherkommen, eine Schublade mit präparierten Eichhörnchen und echte Pflanzenbelege aus botanischen Sammlungen werden im Regal zu bestaunen sein. Museumsmitarbeiter stellen stets neue Inhalte bereit, die dann für die Besucher direkt verfügbar sind. So bleibt Bewegung in der Ausstellung und es lohnt sich ein mehrmaliger Besuch umso mehr. „Senckenberg Backstage“ ist für alle Besucher ab 14 Jahren geeignet, die schon immer einen Blick in die verschlossenen Räume des Museums werfen wollten. (SZ)