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Oberlausitz: Kulturraum fehlt Geld für Kita- und Schulausflüge

Seit sechs Jahren unterstützte der Kulturraum Ausflüge zu Kultur- und Bildungseinrichtungen. Das ist nun vorbei. Für andere Projekte gab es noch mal Geld.

Von Irmela Hennig
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Auch den Schaufelradbagger in Hagenwerder besuchen gern Klassen oder Gruppen.
Auch den Schaufelradbagger in Hagenwerder besuchen gern Klassen oder Gruppen. © Pawel Sosnowski

Seit 2017 unterstützt der Kulturraum Ausflüge von Kitagruppen und Schulklassen zu Kultur- und Bildungseinrichtungen mit Fahrtkostenzuschüssen. Kubi-Mobil heißt das Projekt. Dafür gab es anfangs eine hundertprozentige Förderung durch das Sächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK). Später sank die Zuwendung des Ministeriums auf 75 Prozent und damit auf 160.000 Euro. Letztes Jahr waren es noch 130.000 Euro. „Allerdings hatten sich die Kraftstoffpreise verdoppelt“, sagte Livia Knebel, im Kulturraum zuständig für kulturelle Bildung und damit auch für Kubi-Mobil. Dadurch sei das Geld schon im Mai letzten Jahres aufgebraucht gewesen.

Mithilfe von Drittmitteln aus anderen Fördertöpfen konnte die Unterstützung der Kultur-Fahrten weitergehen. Doch bis spätestens Anfang Juni 2023 seien alle Reste aufgebraucht. Vom SMWK wurden nur noch maximal 97.500 Euro in Aussicht gestellt. Das sei für Kubi-Mobil zu wenig. Livia Knebel schätzt, dass dafür mindestens 200.000 Euro benötigt werden.

Deswegen sollen die Mittel des Ministeriums anderweitig eingesetzt werden – das Projekt Kulturpfadfinder ist geplant. Entstehen soll ein Katalog mit konkreten Angeboten wie Workshops und Führungen in Theatern, Museen und Co. Für die können sich Kitas und Schulen anmelden. Livia Knebel und ihr Team hatte zudem versucht, andere Geldgeber für Kubi-Mobil zu finden. Das sei nicht gelungen. Deswegen ist damit wohl vorerst Schluss. Denn das Sächsische Kultusministerium, das man im Oberlausitzer Kulturraum eigentlich für zuständig erachtet, hat Hilfe abgelehnt. Konventsvorsitzender Stephan Meyer, Landrat von Görlitz, will da aber nicht lockerlassen. In Zeiten des Lehrermangels sei es sinnvoll, außerschulische Lernorte zu nutzen. „Es ist besser, wenn Bildung außerhalb der Schule stattfindet, statt dass Schule ganz ausfällt“, so Meyer. Dafür müsse man in Dresden Verständnis wecken.

Der Kulturkonvent hatte sich für seine Sitzung das Görlitzer soziokulturelle Zentrum Rabryka in früheren Waggonbauhallen als Ort für seine Sitzung an diesem Mittwoch ausgesucht, das mittlerweile institutionell durch den Kulturraum gefördert wird. Das heißt, es gibt Geld für Personal- und Sachkosten. Das war ein seltener Entschluss des Kulturraums. Für andere Angebote wie das Neiße-Filmfestival hoffen die Macher seit Jahren vergeblich auf diesen Schritt - raus aus der Projektförderung und rein in die grundsätzliche Unterstützung. Doch für mehr institutionelle Profiteure fehlt dem Kulturraum vor allem das Geld.

Finanzen: 283.000 Euro mehr von den Kreisen und Görlitz

Die Kulturumlage der Landkreise Görlitz und Bautzen sowie der Stadt Görlitz an den Kulturraum steigt in diesem Jahr um rund 280.000 Euro auf reichlich sechs Millionen Euro. Das beschloss der Kulturkonvent als Entscheidungsgremium. Darin haben die Kreise und Görlitz sowie die Stiftung für das Sorbische Volk eine Stimme. Die Stiftung genießt einen Sonderstatus und muss keine Umlage zahlen. Für die anderen drei geht sie hoch. Für die Stadt Görlitz sind es nun knapp 717.000 Euro. Das ist ein Zuwachs von über 114.000 Euro im Vergleich zu 2022. Der Kreis Görlitz zahlt reichlich 120.600 Euro mehr und kommt auf über 2,2 Millionen Euro Umlage. Beim Landkreis Bautzen sind es nun knapp 3,3 Millionen Euro – reichlich 48.100 Euro mehr. Die Erhöhung der Umlage ist nicht unüblich und kam jetzt nach Kenntnis der endgültigen Haushaltslagen zustande, hieß es zur Begründung. Für die verschiedenen Förderbereiche hat der Kulturraum 2023 rund 18 Millionen Euro zur Verfügung.

Geld für Fahrzeug- und Klimatechnik

Grünes Licht gab der Kulturkonvent für 22 Kooperationsprojekte im Bereich „Kulturelle Bildung“; für 30 war Geld beantragt worden. Der Finanzumfang liegt bei über 51.000 Euro. Damit wird beispielsweise ein Tanz-Vorhaben des Görlitzer Vereins Meetingpoint Memory Messiaen unterstützt. Den höchsten Betrag bekommt mit 7.500 Euro die Stiftung pro Gemeinsinn in Sachsen mit Sitz in Kamenz – Titel: „Sagenhaftes Kamenz“. Für einen Farm-Zirkus in Hoyerswerda gibt es knapp 7.000 Euro. Die Naturschutzstation „Östliche Oberlausitz“ erhält knapp 5.000 Euro für das Programm „Natürlich bilden durch Kunst“.

Schon auf seiner letzten Sitzung hatte der Konvent entschieden, dieses Jahr knapp 574.000 Euro für Investitionen auszureichen. 13 Einrichtungen und Vereine profitierten zunächst. Nun wurde die Liste erweitert. Das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen erhält 27.500 Euro für ein Fahrzeug. Die Stadt Görlitz kann knapp 5.400 Euro für die Anschaffung von Klimatechnik im Biblischen Haus erwarten.