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Mehr Bücher für kleinere Oberlausitzer Bibliotheken

Mehr Geld als bislang steht dem Kulturraum Oberlausitz/Niederschlesien zur Verfügung. Jetzt wurden die Mittel verteilt.

Symbolbild
Symbolbild © Symbolfoto: dpa

Dass es so etwas auch mal gibt: Nicht weniger, sondern mehr Geld beschäftigte die Mitglieder des Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien auf einer Sondersitzung Ende Juni. Der Grund: Sachsens Landtag hat im Doppelhaushalt beschlossen, dass die Kulturräume in Sachsen insgesamt 96,2 Millionen Euro erhalten sollen.

Das sind reichlich drei Millionen Euro mehr als bisher. Denn die Landesbühnen Sachsen, die einige Jahre lang aus dem Kulturraum-Topf mitfinanziert wurden, bekommen nun Geld über einen anderen Weg. Die frei gewordenen Mittel gehen in die Regionen. Für den Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien liegt die Landeszuweisung damit bei rund 12,06 Millionen Euro.

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Doch das bedeutet, die Mitglieder, also die Landkreise Görlitz und Bautzen sowie die Stadt Görlitz, müssen selbst auch mehr Geld einzahlen. Denn das Geld vom Land darf nicht höher sein als das zweifache jener Kulturumlage von Kreisen und Stadt Görlitz. Im vergangenen Jahr steuerten die zusammen reichlich 5,959 Millionen Euro bei. Nun müssen es 6,031 Millionen werden. Der Kreis Görlitz muss somit knapp 23.000 Euro mehr geben, für den Kreis Bautzen sind es rund 34.300 Euro, für Görlitz reichlich 16.000 Euro zusätzlich. Die Vertreter im Kulturkonvent, das ist das Entscheidungsgremium des Kulturraums, stimmten der Erhöhung zu.

Extra-Zuwendung an das Deutsch-Sorbische Volkstheater

Außerdem stellt Sachsen mehr Geld als ursprünglich geplant zur Verfügung für Investitionen im Kulturbereich. Die Summe steigt von 94.000 auf reichlich 130.000 Euro. Hinzu kommt per Landtagsentscheid weiteres Geld in Höhe von etwa 407.000 Euro, ebenfalls für Investitionen. Die Extra-Zuwendung fließt unter anderem an das Deutsch-Sorbische Volkstheater in Bautzen, das eine neue Beschallungsanlage einbauen will. Die Gemeinde Königshain erhält Mittel für Aus- und Umbauarbeiten am Barockschloss in Königshain. Für das Museum Bautzen, das die Sicherheitstechnik verbessern will, gibt es eine Förderung vom Bund über 175.000 Euro. Die Einrichtung braucht damit kein Geld aus dem Investitionstopf des Kulturraums.

Die Konventmitglieder beschlossen zudem, die 19 hauptamtlich geführten Oberlausitzer Bibliotheken zu unterstützen, die nicht institutionell – also dauerhaft – vom Kulturraum gefördert werden. Konkret geht es darum, die Einrichtungen über einen Zentralkatalog in Sachsen und mit Bibliotheken in sechs weiteren Bundesländern besser zu vernetzen. Die Oberlausitzer Häuser werden damit Teil eines „Gemeinsamen Bibliotheksverbundes“. Sie können damit ihren Leserinnen und Lesern etwa 80.000 deutschsprachige Neuerscheinungen leichter zugänglich machen. Die Anbindung der Bibliotheken an den Verbund kostet 1.900 Euro. Die Jahresgebühr für die Mitgliedschaft beträgt knapp 4.300 Euro. Der Kulturraum wird die Kosten übernehmen.

Stiftung übernimmt den Kunstbus

Neuigkeiten verkündet Birgit Weber, Beigeordnete im Landkreis Bautzen, zur Stiftung für Kunst und Kultur, die 2009 von den Kreisen Bautzen und Görlitz gegründet worden war. Sie wird künftig mit zuständig sein für das Projekt "Oberlausitzer Kunstbus", weil es allein ehrenamtlich nicht mehr zu schaffen sei. Mit dem Kunstbus werden einmal jährlich mehrere Kultureinrichtungen angesteuert.

Auch mit dem noch jungen Oberlausitzer Kammermusikfestival werde man zusammenarbeiten. Dessen Leiter, Hagen Lippe-Weißenfeld, wurde in den Stiftungsrat berufen. So wie Sven Rössel, Leiter der Kreismusikschule Dreiländereck. Er ist verantwortlich für das Projekt "Dreiklang", über das Musikschüler in das Kammermusikfestival eingebunden werden. Birgit Weber kündigte zudem an, dass die Stiftung nun ihr eigentliches Ziel endlich angehen will. Es geht um den Aufbau eines Depots für Nachlässe von Oberlausitzer Künstlern.

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