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Kreis und Malteser sammeln sechsstellige Summe für Hochwasser-Opfer

Insgesamt brachten die Aktionen über 167.400 Euro. Das Geld geht an Menschen im Westen, die bei der Juli-Flut alles verloren haben.

Gerolstein-Müllenborn direkt nach den letzten starken Regenfällen - die Malteser spendeten für die betroffene Gemeinde.
Gerolstein-Müllenborn direkt nach den letzten starken Regenfällen - die Malteser spendeten für die betroffene Gemeinde. © privat

Insgesamt 160.118,54 Euro haben Bürger aus dem Landkreis Görlitz an die Opfer der Hochwasser-Katastrophe mit zahlreichen Todesopfern in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gespendet. So viel kam bis Freitag auf dem Spendenkonto zusammen, dass der Landkreis Görlitz Mitte Juli eingerichtet hatte, teilt Landkreis-Sprecherin Julia Bjar mit. Landrat Bernd Lange bedankte sich erneut für die Spendenbereitschaft. Diese große Summe sei "ein deutliches Zeichen von Solidarität und zeigt einmal mehr den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Krisenzeiten."

Die Landkreisverwaltung werde das Konto nun schließen und das Geld in den nächsten Tagen an den am schwersten von der Flutkatastrophe betroffenen Landkreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz überweisen, so Bjar. Dort wird es an Menschen verteilt, die ihr ganzes Hab und Gut verloren haben. Lange stand bereits seit dem Hochwasserereignis im engen Austausch mit den Verantwortlichen im Kreis Ahrweiler, um sein Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen, Hilfe anzubieten und sich schließlich über die Verteilung der Spenden zu verständigen. Unter den Spendern befinden sich neben einem Stift, einer Kommune sowie mehreren Vereinen und Unternehmen zahlreiche Privatpersonen.

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Neben dem Spendenaufruf hatte der Kreis Görlitz unmittelbar nach den Geschehnissen mehrere Katastrophenzüge zur Hilfeleistung in den betroffenen Gebieten angeboten. Darüber hinaus wurden Personen der psychosozialen Notfallversorgung entsandt, die vor Ort Menschen begleiten, welche Familienangehörige verloren haben oder andere Schicksalsschläge verarbeiten müssen, sowie die Einsatzkräfte seelisch unterstützen, erklärt die Landkreis-Sprecherin.

Häuser in Görlitz und Kamenz spenden für Eifelgemeinde

Auch die Malteser-Krankenhäuser St. Carolus in Görlitz und St. Johannes in Kamenz hatten Spenden für die Hochwasser-Opfer gesammelt. Insgesamt 7.391,54 Euro kamen für die Gemeinde Gerolstein-Müllenborn zusammen, einen kleinen Luftkurort in der Eifel, der von der Katastrophe schwer getroffen wurde. Das teilt Malteser-Sprecherin Stephanie Hänsch mit.

Ortsvorsteher Kai-Uwe Dahm bedankte sich jetzt in einem an die Krankenhäuser gerichteten Video. Sein Dank gelte nicht nur dem Mitgefühl und der finanziellen Unterstützung, sagte der Ortsvorsteher in seiner emotionalen Botschaft, „auch zu sehen, dass andere Menschen an einen denken, dass wir nicht allein sind, das wir aufgefangen werden in der Gemeinschaft und das viele für uns da sind“:

Während des Hochwassers spülte dort der Oosbach Wassermassen und Schlamm in großer Menge durch das Tal und den Ort. „Die Flut hat Häuser unterspült und Existenzen zerstört“, so Dahm. Der Schaden sei teilweise so groß, dass mancher nicht mehr wüsste, wie es weitergehe, berichtete er. „Wir haben in unserer Not eine Nachricht rausgeschickt und nach Hilfe gesucht und haben diese Hilfe gefunden.“

„Wir sehen vielerorts die große Not durch die Flutkatastrophe und hoffen, dass unsere Aktion hilft“, erklärt Malteser-Geschäftsführer Sven Heise nach der Übergabe. „Das gespendete Geld wird nun eine Familie aus Müllenborn konkret unterstützen, von deren besonderen Schicksal wir erfahren haben“, sagte St.-Carolus-Krankenhausleiterin Daniela Kleeberg.

Gerolstein-Müllenborn im August 2021: Feuerwehrleute stehen vor den Trümmern, die die Naturkatastrophe hinterließ.
Gerolstein-Müllenborn im August 2021: Feuerwehrleute stehen vor den Trümmern, die die Naturkatastrophe hinterließ. ©  privat

Familie F. aus Müllenborn hatte es besonders schlimm getroffen. "Mit einem Dorfladen und Imbiss bestritten die beiden 70-Jährigen eine bescheidene Existenz. Die Fürsorge für ihre geistig behinderte Tochter hat sie das ganze Leben bislang begleitet. Das Geld hat immer gerade so zum Leben und zur Bestreitung der außerordentlichen Kosten für ihre Tochter gereicht, so dass sie in ihrem ganzen Berufsleben keinerlei Rücklagen bilden konnten. Nach dem Hochwasser stand die Familie vor den Trümmern ihres Zuhauses, dass durch die immense Wucht der Überschwemmungen vollständig zerstört wurde", erklärt Hänsch. (SZ)

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