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Hohe Wahlbeteiligung zeichnet sich ab

Viele Wähler haben schon jetzt im Kreis Görlitz ihre Stimme abgegeben. Die Stimmung ist gut - unter den Wählern und dem Kreiswahlleiter.

Auch im Görlitzer Joliot-Curie-Gymnasium ist an diesem Sonntag ein Wahllokal eingerichtet.
Auch im Görlitzer Joliot-Curie-Gymnasium ist an diesem Sonntag ein Wahllokal eingerichtet. © Martin Schneider

Kurz nach dem Mittag in Görlitz: Am Wahlsonntag können mehrere Hundert Wähler auch die Oberschule Innenstadt auf der Elisabethstraße ansteuern. Jetzt zur Essenszeit tun das eher wenige, im Wahllokal kann man auch keine richtige Einschätzung abgeben, die Mannschaft hat grade gewechselt. Erst am Abend werden sie alle wieder zusammenkommen, um gemeinsam die Stimmen auszuzählen.

Ein Wahlzettel in der Urne ist hier der von CDU-Direktkandidat Florian Oest. Kurz nach dem Mittag kommt er hier zum Wählen. Als Letzter der Direktkandidaten im Landkreis Görlitz gibt er seine Stimme ab. Am Vormittag standen noch Kirche und gemeinsames Essen an, dann machte er sich allein auf zum Wahllokal. So richtig wahr nimmt hier niemand, dass er derjenige ist, dessen Name auf dem Wahlzettel steht.

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Ob sie ihn angekreuzt hat? Die 73-jährige Görlitzerin vor der Tür schmunzelt nur. Ihre Stimme überhaupt abzugeben, sei ihr wichtig wie lange nicht gewesen. Trotzdem sagt sie auch: "Egal, wer gewinnt. Es muss das Beste für das Land herauskommen."

Wenig später in Ostritz. Hier in der Sporthalle Schulstraße sind gegen 13.30 Uhr schon gut die Hälfte der Wahlberechtigten durch. Mit Maskenverweigerern gab es noch keine Probleme. "Und falls das noch kommt: Wir haben Masken da", sagt die stellvertretende Wahlleiterin dieses Wahllokals, Anja Pfalz. Für die Momente, in denen nichts los ist, steht selbst gebackener Kuchen und Kaffee bereit. Stundenlange Wahlschicht macht eben hungrig.

Auch ein Ehepaar hat gerade gewählt. "Obwohl ich schon manchmal keine Lust mehr habe, wir sind trotzdem gekommen", sagt die Frau. Gewählt hat sie das, was sie immer wählt. So wie alle Befragten. Lange überlegen musste keiner.

Das Ehepaar in der Gemeinde Neißeaue auch nicht. Sie haben im Gemeindeamt in Groß Krauscha ihre Stimmzettel ausgefüllt. "Wir sind Stammwähler", sagen sie. Dass sich mit der heutigen Wahl etwas ändert, glauben sie allerdings nicht. "Vielleicht in den Städten, aber nicht hier." Ist das vielleicht ein Grund, warum die AfD hier vor vier Jahren das beste Ergebnis im Kreis eingefahren hat? Schulterzucken.

Drinnen betreuen drei Wahlhelfer die Wahl, einer desinfiziert die Kugelschreiber und legt sie dann akribisch in eine Reihe, eine Frau kreuzt die Namen ab, eine zweite steht an der Urne. Etwa die Hälfe der Wahlberechtigten, schätzen sie, seien durch. Da ist es 14.30 Uhr.

Kreis-Wahlleiter Karl Ilg kann zu diesem Zeitpunkt schon sagen, dass sich eine hohe Wahlbeteiligung abzeichnet. Denn zehn von 300 Wahllokalen im Landkreis Görlitz sind statistische Wahlbezirke - sie werden mit mehr Daten erfasst und die Stimmzettel im Nachhinein für die Statistik ausgewertet. Natürlich ist auch das alles komplett anonym, es geht vielmehr um Altersangaben und dergleichen. Ansonsten laufe bis dato alles gut, sagt Karl Ilg. Er hat jedenfalls keine Kenntnis von besonderen Vorkommnissen, wenn einer davon wüsste, dann er.

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