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Kreis Görlitz warnt vor Gefahr durch Bakterien im Wasser

Die Temperaturen beim Warmwasser absenken, das spart zwar Energie, kann aber gesundheitliche Folgen haben.

Von Sebastian Beutler & Carla Mattern
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© dpa

Die Gasspeicher sind in Deutschland zu 91 Prozent gefüllt, eine Gasmangellage ist in diesem Winter ziemlich unwahrscheinlich, auch ein Blackout des Stromsystems. Trotzdem appelliert die Bundesnetzagentur, auch weiterhin sparsam mit Wärme und Energie in diesem Winter umzugehen. Diese Einsparungen würden dazu führen, dass die Speicher nicht so leer laufen und im Sommer weniger Gas zu deren Auffüllen nötig ist.

Doch zugleich warnen die Behörden auch, beim Energiesparen zu weit zu gehen. So schickte am Donnerstag das Gesundheitsamt des Kreises Görlitz eine Warnung über alle Kanäle. Deren Inhalt: Die Temperatur des Warmwassers in Trinkwasserinstallationen abzusenken, um Energie zu sparen, das sei nicht ungefährlich. Der Grund: Werden Anlagen nur zwischen 25 und 55 Grad Celsius betrieben, seien das ideale Wachstumsbedingungen für Legionellen. Diese Bakterien werden erst oberhalb von 60 Grad Celsius abgetötet.

Legionellen sind Bakterien und kommen in geringen Konzentrationen fast überall im Wasser vor. Im Kaltwasserbereich stellen sie in der Regel kein gesundheitliches Risiko dar. Allerdings können sie sich unter bestimmten Bedingungen schnell vermehren. Dann können sie auch gefährlich für die Gesundheit bei Menschen werden. Kommen die Legionellen beispielsweise beim Duschen über Aerosole in die Lunge, kann das krank machen. Verursacht werden kann dadurch die gefährliche Legionärskrankheit, das ist eine Form der Lungenentzündung.

"Der Landkreis Görlitz weist aus diesen Gründen ausdrücklich darauf hin, dass der Schutz der menschlichen Gesundheit über den Anforderungen zur Energieeinsparung steht", so Sprecherin Julia Bjar vom Landratsamt in Görlitz.

Einen aktuellen Anlass, beispielsweise das gehäufte Auftreten von Legionellen im Kreis Görlitz, gibt es aber nicht, bestätigt die Sprecherin auf SZ-Nachfrage. Es sei eine Bitte des Sozialministeriums gewesen, diese Warnung herauszugeben. Eine Sprecherin des Dresdner Ministeriums erklärt auf die Frage der SZ, ob es landesweit Probleme gebe: "Es handelte sich um einen allgemeinen Hinweis im Zusammenhang mit den Bemühungen zur Energieeinsparung".

Aber auch unabhängig von den derzeitigen Energiesparmaßnahmen können sich Legionellen verbreiten. Probleme hatte damit beispielsweise die Stadt Niesky in der Sporthalle an der Rosenstraße.