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Leerstehende Häuser: Görlitz will Lust aufs Bauen machen

An diesem Donnerstag gibt es den Startschuss für eine neue Initiative, koordiniert vom Dresdner Bauforum. Gesucht werden Hauseigentümer, Interessenten, Architekten.

Von Sebastian Beutler
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Blick auf die James-von-Moltke-Straße in der Görlitzer Oststadt.
Blick auf die James-von-Moltke-Straße in der Görlitzer Oststadt. © Archivfoto. Nikolai Schmidt

In der Görlitzer Sohrstraße gibt es das "grüne Örtchen". Das hat jetzt nichts mit einem gewissen Örtchen zu tun. Vielmehr schlossen sich 2016 Familien zusammen, um ein Mehrfamilienhaus in der Görlitzer Oststadt gemeinsam zu erwerben und auszubauen.

Lust auf solche oder auch ganz andere Bauprojekte will jetzt eine neue Initiative in Görlitz machen, die sinnvollerweise auch "Baulust.Görlitz" heißt. An diesem Donnerstag ist im Gleis 1 im Görlitzer Bahnhof die Auftaktveranstaltung.

Marion Kempe ist Chefin des Dresdner Bauforums, das jetzt auch Baugemeinschafts-Projekte in Görlitz initiieren will.
Marion Kempe ist Chefin des Dresdner Bauforums, das jetzt auch Baugemeinschafts-Projekte in Görlitz initiieren will. © Archivfoto: Sven Ellger

Die Baulust-Initiative richtet sich an Menschen, die Interesse an gemeinschaftlichen Wohnformen haben. Koordiniert wird die Initiative vom Dresdner Bauforum, das seit 2005 mehr als 30 solcher Bauprojekte verwirklicht hat. "Wir wissen, wie es geht", sagt selbstbewusst Marion Kempe, Geschäftsführerin des Bauforum-Vereins in Dresden und Baulust.Vermittlerin in Görlitz, gegenüber der SZ.

Doch nicht nur der Dresdner Verein ist an dem Projekt beteiligt, sondern auch Experten aus Leipzig und Weimar sowie bereits erfolgreiche Görlitzer Initiativen wie das "grüne Örtchen". Denn Ziel ist es nicht nur, bis Ende 2025 zwei weitere Baugemeinschaften zu gründen und bei Finanzierung und Bauplanung zu begleiten, sondern eben auch Strukturen aufzubauen, die auch dann funktionieren, wenn das mit Bundesgeldern finanzierte Projekt beendet ist.

Die Stadt hatte bereits vor zwei Jahren den Zuschlag vom Bund erhalten. Doch wegen der Unsicherheit der Bundesfinanzen in den vergangenen Jahren verschob sich der Start immer wieder, jetzt aber soll es losgehen. Der Bauforum-Verein in Dresden hatte die Ausschreibung der Stadt als Träger dieser Initiative gewonnen. Ab August wird es ein Anlaufbüro in Görlitz geben, ansonsten ist Frau Kempe auch in Dresden eine Ansprechpartnerin.

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Baulust soll zum einen Interessenten für eine Baugemeinschaft und Immobilieneigentümer in der Görlitzer Gründerzeitstadt und Südstadt zusammenbringen. Dort stehen zwar bis zu 25 Prozent der Häuser leer, aber angesichts der hohen Baukosten ist sich Marion Kempe klar, dass Ruinen nicht infrage kommen. "Wir suchen Gebäude in gutem, mindestens gesichertem Zustand", sagt sie.

Die Bandbreite der Baugemeinschaft kann vielfältig sein und von einer WG bis zu einer Eigentumswohnung reichen. Und für die Stadt haben solche Gemeinschaften einen weiteren Vorteil, sagt sie aus ihren Erfahrungen: Wer investiert, wird in der Region gehalten und setzt sich auch fürs Umfeld, die Straße beispielsweise, ein.

Hinweis: Auftakt am 13. Juni, Gleis 1, Bahnhof, 19 Uhr. Wer nicht dabei sein kann, findet Informationen unter www.baulust-goerlitz.de