merken
PLUS Görlitz

Wie Kindern der Lockdown leichter gemacht wird

Die Heranwachsenden leiden besonders unter den Corona-Einschränkungen. In Reichenbach gibt es für sie Überraschungstüten.

Sozialarbeiterin Sandra Neumann hat die Leine mit den Mini-Geschenken aufgehängt. Lena aus Reichenbach freut sich auf die wöchentliche Überraschung.
Sozialarbeiterin Sandra Neumann hat die Leine mit den Mini-Geschenken aufgehängt. Lena aus Reichenbach freut sich auf die wöchentliche Überraschung. © Constanze Junghanß

Beim Jugendring in Reichenbach am Marktplatz sind die Türen wieder offen. Die Mitarbeiter der Treffpunkte in Reichenbach und Niesky wurden Anfang März in Kurzarbeit geschickt. Der Landkreis verwies darauf, dass mit dem Projektträger noch nicht geklärt sei, woher das Geld kommen solle.

Doch nun geht es erst einmal weiter. Coronabedingt allerdings anders, als vor der Pandemie. Die Plätze sind begrenzt. Sozialarbeiterin Sandra Neumann kann zeitgleich maximal zwei Kinder empfangen – mit Anmeldung und unter Einhaltung der Hygienebestimmungen.

Anzeige
Sächsische Staatskapelle erklingt wieder
Sächsische Staatskapelle erklingt wieder

Mit Symphonie-, Sonder- und Kammerkonzerten spielt die Sächsische Staatskapelle wieder mit Publikum in Dresden bis Saisonende.

Homeschooling ist aktuell angesagt. „Wir haben zwei Laptops und Drucker, womit die Kinder arbeiten können“, sagt sie. Die Nachfrage dafür ist da, täglich kommen Schüler, um sich helfen zu lassen oder wenn sie technische Unterstützung benötigen. Nicht alle Familien haben die technischen Voraussetzungen. Eine kleine Erleichterung, wenn Drucker oder Computer zu Hause fehlen. Sandra Neumann weiß auch, dass es Kinder im Lockdown nicht leicht haben.

Schon ein bisschen windzerzaust: Das Hinweisblatt auf die Leine mit den Geschenken.
Schon ein bisschen windzerzaust: Das Hinweisblatt auf die Leine mit den Geschenken. © Cosntanze Junghanß

Die Schule und damit die Kontakte fehlen. Um den Kindern eine Freude zu machen und den Kontakt zum Jugendring nicht völlig abreißen zu lassen, hat die Sozialarbeiterin eine „Leine gegen Langweile“ vor dem Fenster der Räume am Marktplatz aufgehängt. Zwischen bunten Wimpeln und an Klammern befestigt sind da die „Überraschungstüten“ angebracht. „Wir wollen damit den Kindern ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern“, sagt sie. Die Tüten – das sind durchsichtige Folien - werden jede Woche neu befüllt. Und wer mag, klammert sich einfach eine davon ab. Darin versteckt sind Rätsel und Spiele, Basteleien inklusive Material und kürzlich eine Packung Gummilitze samt Anleitung für Hopsegummi.

Etwa 15 Überraschungstüten pro Woche kommen so unter die Kinder von Reichenbach. „Wir lassen das auch über Nacht hängen und freuen uns, dass niemand die Leine zerstört“, sagt Sandra Neumann. Die „Leine gegen Langweile“ hat sich bei den Mädchen und Jungen herumgesprochen. „Die Tüten sind schnell abgeklammert und wir werden sie auch in der nächsten Zeit weiter mit Überraschungen füllen“, sagt Sandra Neumann.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier

Mehr Nachrichten aus Löbau lesen Sie hier

Mehr zum Thema Görlitz