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Linksextremisten planen Begegnungshaus

Die MLPD scheint sich in Reichenbach einen neuen Standort aufzubauen. Hat der sächsische Verfassungsschutz die Lingnau-Villa in Reichenbach auf dem Schirm?

Jahrelang tat sich nichts an diesem Haus. Nun agiert dort die MLPD.
Jahrelang tat sich nichts an diesem Haus. Nun agiert dort die MLPD. © SZ-Archiv / Pawel Sosnowski/80studio.net

Die Reichenbacher Villa auf der Weißenberger Straße gehört dem Vermögensverwaltungsverein Horster Mitte, Nordrhein Westfalen. Der Verein verwaltet als Treuhänder die Immobilien der vom Verfassungsschutz beobachteten Marxistisch-Leninistischen-Partei Deutschlands (MLPD).

Vor Kurzem gab es da Aktivitäten, die für Unruhe sorgten. MLPDler klingelten an Haustüren im Neubaugebiet und sammelten Unterschriften für eine Wahlzulassung zur Bundestagswahl. Auch ein Stand mit Info-Materialien war an der Villa aufgebaut. Stadtrat Uwe Thomas hatte das öffentlich kritisiert.

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Der Verfassungsschutz Sachsen gibt sich zu konkreten Anfragen bezüglich des MLPD-Geschehens in der Kleinstadt bedeckt. Aus „nachrichtendienstlichen Gründen“ - so heißt es auf SZ-Nachfrage - könnten vonseiten des Verfassungsschutzes keine Details zur Lingnau-Villa Reichenbach bekannt gegeben werden. Claudia Dehne von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landesamtes für Verfassungsschutz teilt mit, dass die MLPD zu den orthodoxen linksextremistischen Parteien und Organisationen gehört. „Im Unterschied zu anderen orthodox-kommunistischen Gruppierungen, die sich kaum noch offen auf Stalin oder Mao Tse-tung beziehen, ist bei der MLPD ein offensives Bekenntnis zu diesen Diktatoren festzustellen“, sagt Claudia Dehnel.

Wenige Aktionen dieser Gruppen

Die Partei sei eher isoliert. Nach Angaben des Verfassungsschutzes verfügen alle linksextremistischen orthodoxen Gruppierungen in Sachsen über ein Potential von etwa 110 Personen. Diese hätten nur einen marginalen Einfluss auf den Linksextremismus im Freistaat. „Aufgrund ihres insgesamt geringen Personenpotenzials, aber auch wegen ihrer strukturellen Schwächen, gibt es nur wenige Aktionen dieser Gruppierungen“, so Claudia Dehnel.

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In Reichenbach wird eine Villa saniert. Sie soll ein besonderes Begegnungszentrum werden: für eine marxistische Partei.

Die Parteizeitung der MLPD namens „Rote Fahne“ veröffentlichte Mitte November, dass in Reichenbach mit der Villa ein „Freundschaftshaus für Veranstaltungen und internationale Begegnungen“ aufgebaut werden soll. Ab 2021 planen die Linksextremisten eine „Subbotnikbewegung zum Aufbau der Villa“, geht aus dem Papier hervor. Das Wort „Subbotnik“ kommt aus dem Russischen und heißt so viel wie freiwilliger Arbeitseinsatz. Der Begriff war im DDR-Sprachgebrauch Usus.

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