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Hinweise auf Übersterblichkeit in Görlitz

1.000 Menschen starben im vergangenen Jahr in der Stadt. Das sind deutlich mehr als noch in den Jahren zuvor.

Viel zu tun auf dem städtischen Friedhof: Voriges Jahr starben 1.000 Görlitzer. Sie verteilen sich aber auf mehrere Friedhöfe.
Viel zu tun auf dem städtischen Friedhof: Voriges Jahr starben 1.000 Görlitzer. Sie verteilen sich aber auf mehrere Friedhöfe. © Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Exakt 1.000 Einwohner von Görlitz sind im Jahr 2020 gestorben. Das geht aus den statistischen Jahreszahlen hervor, die die Stadtverwaltung jetzt veröffentlicht hat. Gleichzeitig wurden aber nur 414 neue Görlitzer geboren, sodass der zahlenmäßige Verlust bei 586 Menschen liegt. Durch Zuzüge von außerhalb konnte er teilweise aufgefangen werden: 4.774 Menschen zogen nach Görlitz, 4.275 von hier weg. Unter dem Strich lebten im Dezember 56.611 Einwohner in Görlitz. Ein Jahr zuvor waren es 56.819 und damit rund 200 mehr.

Die einzelnen Stadt- und Ortsteile entwickelten sich sehr unterschiedlich. Deutlichen Zuwachs gab es innerhalb dieser zwölf Monate in der Nikolaivorstadt (+56), Hagenwerder (+40) und Klingewalde (+12). Rückgänge verschmerzen mussten Rauschwalde (-164), die Südstadt (-80), die Altstadt (-49), Biesnitz (-41), die Innenstadt (-16) und Kunnerwitz (-11). In allen anderen Stadt- und Ortsteilen gab es nur minimale Veränderungen im einstelligen Bereich.

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Mehr Tote durch Coronavirus

In den Vorjahren starben weniger Görlitzer: Im Jahr 2019 waren es 893 Menschen, 2018 exakt 905, 2017 nur 835, 2016 sogar nur 796 und 2015 ebenfalls 835. Das Plus bei der Zahl der Toten könnte auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sein, die mit der zweiten Welle im Herbst auch Görlitz stark erfasste. Bis jetzt starben 140 Görlitzer nachweislich im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Mehr Todesfälle können natürlich auch auf andere Faktoren zurückzuführen sein: beispielsweise auf ernsthafte Krankheiten, die während Corona nicht optimal behandelt werden konnten, oder durch psychische Kurzschlusshandlungen. Allerdings gibt es für solche Ursachen bisher noch keine Belege.

Gleichzeitig wurden in den Vorjahren mehr neue Görlitzer geboren: 2019 (437 Babys), 2018 (472), 2017 (498), 2016 (487) und 2015 (474). Das heißt, die Schere zwischen Geburten und Sterbefällen hat sich deutlich geöffnet: 2017 lag der Verlust nur bei 337 Menschen, 2020 bei 586 Görlitzern.

Zuwachs bei den Ältesten

Vergleicht man die Altersstruktur der Bevölkerung, so ist voriges Jahr die Gruppe der 71- bis 80-Jährigen am stärksten geschrumpft (-329), die Gruppe der Menschen über 80 am meisten gewachsen (+220). Das liegt schlichtweg daran, dass 1939 ein besonders starker Jahrgang ist. Diese Menschen wurden voriges Jahr 81 Jahre alt und rückten somit in die nächste Gruppe auf.

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