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Görlitz gibt neue Blockhausbrücke frei

In der vergangenen Nacht wurde der vorläufige Übergang per Kran eingehoben. Jetzt ist sie schon offen.

Hier schwebt sie ein, die neue Behelfsbrücke für Radler und Fußgänger.
Hier schwebt sie ein, die neue Behelfsbrücke für Radler und Fußgänger. © Martin Schneider

Die Bahn gibt ab 23 Uhr grünes Licht. Aber um diese Zeit hat der Felbermayr-Autokran die neue Brücke zwar schon an den Seilen, doch sie bleibt noch am Boden. Der letzte Zug ist noch nicht durch. Die Spannung steigt ein bisschen, allerdings nur in den Seilen, an denen das Bauwerk an den Seilen des Kranes hängt.

In der Nacht zu Dienstag soll es nun endlich passieren, die neue Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer über die Bahnschienen an der Blockhausstraße auf die Fundamente gesetzt werden. Die Firma Felbermayr, Standort Markersdorf, hatte den Autokran schon am späten Nachmittag platziert, die Brücke stand ebenfalls bereit.

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Millimeterarbeit mit tonnenschwerem Material: Die Brücke senkt sich auf die Fundamente.
Millimeterarbeit mit tonnenschwerem Material: Die Brücke senkt sich auf die Fundamente. © Martin Schneider

Dass die Brücke in der Nacht eingebaut werden soll, darum wurde von den Verantwortlichen ein bisschen Geheimniskrämerei betrieben. Herumgesprochen hat es sich offenbar trotzdem. Rund 20 Zuschauer haben sich eingefunden, zwei junge Männer haben Bier mitgebracht.

Scheinwerfer erleuchten die Szenerie. 23.11 Uhr, der letzte Zug aus Richtung Polen rollt unter der alten Blockhausbrücke gen Görlitzer Bahnhof, passenderweise ein Trilex im Görliwood-Design. Jetzt kann es also losgehen, vielleicht filmreif.

Ein bisschen Handarbeit, dann sitzt die Brücke perfekt.
Ein bisschen Handarbeit, dann sitzt die Brücke perfekt. © Martin Schneider

23.15 Uhr, die neue Brücke hebt von der Goethestraße ab. Ganz langsam schwebt sie, hüben und drüben von Monteuren und Seilen gesichert Richtung Fundamente. Kommandos werden in Funkgeräte gesprochen, etwa "Langsam ab".

"Es ist wirklich eine schöne Brücke", kommentiert ein Anwohner. Er filmt das Ganze mit seinem Handy. "Bleibt die denn hier?" Hier bleibt sie nicht, aber sie bleibt Görlitz erhalten. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Brücke ins Kidrontal gebracht und die dortige Holzbrücke ersetzen.

Eine letzte Kontrolle: Ja, das passt. Nach der eigentlichen Erneuerung der Blockhausbrücke wird die jetzige Behelfsbrücke ins Kidrontal versetzt.
Eine letzte Kontrolle: Ja, das passt. Nach der eigentlichen Erneuerung der Blockhausbrücke wird die jetzige Behelfsbrücke ins Kidrontal versetzt. © Martin Schneider

23.30 Uhr, die neue Brücke sitzt auf ihren Fundamenten. Fast jedenfalls. "Ich bin nicht richtig im Loch. Kannst Du bitte mal...", heißt es von der einen Seite. Auf der anderen Brückenseite wird korrigiert. "Jetzt?". Ja, passt. Der Dialekt der Experten, eher ungewohnt. Kein Wunder, die Brückenbaufirma kommt aus Frankreich, aus dem Elsass, es wird deutsch und französisch gesprochen. Das Unternehmen hatte als einziges bei der europäischen Ausschreibung ein Angebot abgegeben, 190.000 Euro brutto.

Geschafft. Die Seile des Krans werden gelöst, die Brücke kann begangen werden.
Geschafft. Die Seile des Krans werden gelöst, die Brücke kann begangen werden. © Martin Schneider

Es ist noch vor Mitternacht, als die Kranseile gelöst werden. Die Brücke steht. "Es ist alles sehr gut abgelaufen", sagt Uwe Günther, Technischer Außendienst bei Felbermayr. Der Kran, ein 130 Tonner, hatte es eigentlich mit einem Leichtgewicht zu tun. Nur neun Tonnen wiegt die Behelfsbrücke. Sie ist komplett aus Aluminium gefertigt.

Auch im Rathaus ist man zufrieden. "Alles hat sehr gut funktioniert", sagt Bernd Mühle, zuständiger Sachbearbeiter im Bauamt. Die neue Brücke kann ab sofort genutzt werden, betont er. "Sie ist freigegeben."

Die Blockhausbrücke ist seit dem 4. Mai für Autos gesperrt. Vom 23. bis 25. Juli soll die alte Brücke abgerissen werden. Diesen Termin hatte die Bahn angekündigt. Dann werden Hentschke Bau und STL Bau an die Arbeit gehen. Fast drei Millionen Euro wird das Vorhaben kosten.

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