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Görlitzer Brandopfer müssen länger improvisieren

Sämtliches Inventar aus dem Haus Bismarckstraße 27 muss aufwendig gereinigt werden. Das kann Monate dauern.

Ein unbekannter Brandstifter zündete im Keller der Bismarkstraße 27 in Görlitz abgestellten Hausrat an. So sah es am nächsten Tag dort aus.
Ein unbekannter Brandstifter zündete im Keller der Bismarkstraße 27 in Görlitz abgestellten Hausrat an. So sah es am nächsten Tag dort aus. © Martin Schneider

Wenige Tage nach dem Brand am vorigen Donnerstagmorgen im Mehrfamilienhaus Bismarckstraße 27 hat die Hausverwaltung bereits eine Spezialfirma gefunden, die die Brandschäden beseitigen wird. Darüber informiert Gert Haberland von Plandata Immobilien auf SZ-Nachfrage.

Ein unbekannter Täter hatte nachts in zwei verschiedenen Kellerabteilen abgestellten Hausrat angezündet. Der Brand blieb auf den Keller beschränkt, doch der giftige Ruß drang durch Ritzen in sämtliche Wohnungen ein und setzte sich überall ab. Die Mieter sind nach dem Brand vorübergehend in Ferienwohnungen untergekommen. Dort werden sie nun wohl länger bleiben müssen als zunächst gedacht. „Die Spezialfirma muss sehr gründlich vorgehen, ansonsten bekommt sie den Geruch nicht weg“, informiert Haberland. Sämtliches Inventar aus allen Wohnungen muss abgeholt und gereinigt werden. Was nicht zu reinigen sei, werde vernichtet.

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Handwerker wollen schnell starten

„Selbst wenn die Firma die Sachen noch in diesem Jahr abholt, werden sie nicht vor Ende Februar zurück sein“, hat Haberland mittlerweile erfahren müssen. Zudem müssen sogar Fußböden und Tapeten teilweise ersetzt werden. Und natürlich die verbrannten Kabel im Keller. Momentan funktioniert die Elektrik im Haus nur teilweise, die Heizung gar nicht. Beides soll möglichst schnell angegangen werden. Die Elektriker werden eventuell noch vor Weihnachten loslegen. Zunächst soll der Keller kurzfristig Notstrom erhalten.

Für die Kosten am Haus kommt die Wohngebäudeversicherung auf. Die Zusage hat Haberland schon. Fürs Inventar hingegen sind die Hausratsversicherungen der Mieter zuständig. Fraglich ist noch, was bei denen passiert, die keine Hausratsversicherung haben. Die Mieter reagieren nach außen relativ gelassen, sagt Haberland: „Ich denke, ihnen ist bewusst, dass sie viel Glück hatten.“ Bis auf eine leichte Rauchgasvergiftung ist niemandem etwas passiert.

Keine Infos zum Brandstifter

Zum Brandstifter ist nach wie vor nichts bekannt – auch nicht, wie er in Haus und Keller gelangt sein könnte. „An den Türen gibt es definitiv keine Aufbruchspuren und mir sind auch keine Zeugen bekannt“, sagt Haberland. Die Polizei hält sich indes bedeckt. „Weitere Informationen über den Stand der Ermittlungen können derzeit aufgrund polizeitaktischer Gründe nicht getätigt werden“, erklärt eine Sprecherin. Und weiter: „Die Ermittlungen hinsichtlich der Spurenauswertung sowie der Befragung von Zeugen laufen.“

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