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Wie Feuerwehren den Ernstfall vorbereiten

In Kodersdorf gibt es eine Großübung, in Kreba-Neudorf eine neue App. All das dient einem bestimmten Ziel.

Mit rund 40 Kameraden rückten die Feuerwehren aus Kodersdorf, Särichen, Wiesa und dem Schöpstal am Donnerstagabend beim Felgenhersteller Borbet im Kodersdorfer Gewerbegebiet an.
Mit rund 40 Kameraden rückten die Feuerwehren aus Kodersdorf, Särichen, Wiesa und dem Schöpstal am Donnerstagabend beim Felgenhersteller Borbet im Kodersdorfer Gewerbegebiet an. © André Schulze

Kurz vor 18 Uhr am Donnerstagabend rollen sie an. Die Feuerwehren aus Kodersdorf, Wiesa, Särichen und dem Schöpstal bringen ihre komplette Einsatztechnik mit. Ziel ist der Felgenhersteller Borbet im Gewerbegebiet.

Andreas Flade hat die Ausbildungsübung wochenlang vorbereitet. Denn an diesem Abend wird niemand alarmiert und auch kein Brand bekämpft. Der Einsatz soll vielmehr das Zusammenspiel der etwa 40 Kameraden verbessern. Denn wenn es hier tatsächlich einmal brennen sollte, muss die Katastrophe möglichst schnell beendet werden. Zu wichtig ist der Standort - mit all seinen Industriebetrieben und den Auswirkungen, die sich auf Autobahn und Bundesstraße ergeben könnten.

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Eines der Hauptziele, der bei Borbet versammelten Feuerwehren, war der Aufbau einer funktionierenden Löschwasserversorgung.
Eines der Hauptziele, der bei Borbet versammelten Feuerwehren, war der Aufbau einer funktionierenden Löschwasserversorgung. © André Schulze

In dieser Form und Größe ist es die erste Übung, mit der die vier Wehren ihren Einsatz im Gewerbegebiet testen. "Hauptsächlich ging es um den Aufbau der Wasserversorgung für das Borbet-Werk. Im Großen und Ganzen hat das funktioniert. Natürlich gibt es immer Dinge, die man verbessern kann", erklärt Flade. Wo er noch Optimierungsbedarf sieht, will er demnächst mit seinen Kameraden auswerten. Verallgemeinern auf die anderen Unternehmen im Gewerbegebiet ließen sich die Erkenntnisse aber nicht, so der Kodersdorfer Feuerwehrchef. Denn: "Jeder Betrieb hier ist sehr spezifisch aufgestellt."

Übung unter reellen Bedingungen hilft sehr

Das sieht auch Kreisbrandmeister Björn Mierisch so. "Bei einem so exponierten Standort,  wie dem Gewerbegebiet, müssen sich die Feuerwehren natürlich gut auskennen - wo kriegen sie das Löschwasser her, wie kommen sie in Produktionshallen und Verwaltungsgebäude, welche Spezifika gibt es und wie müssen sie insgesamt vorgehen." Regelmäßige taktische Schulungen seien zwar wichtig, aber nicht ausreichend. "Eine Übung unter realen Bedingungen hilft da schon weiter."

Zu den Aufgaben der Ausbildungsübung bei Borbet gehörte auch die Bergung einer Puppe, die über das Treppenhaus abtransportiert werden musste.
Zu den Aufgaben der Ausbildungsübung bei Borbet gehörte auch die Bergung einer Puppe, die über das Treppenhaus abtransportiert werden musste. © André Schulze

Gerade weil der Ablauf am Donnerstagabend vorher bekannt war, konnten verschiedene Aspekte wie das Anzapfen der Brunnen, das Auslegen der Schläuche oder das richtige Einstellen der Funkgeräte ganz intensiv trainiert werden. Sogar eine Puppe wurde im Betriebsgelände ausgelegt - das Brandopfer war von den Wehren möglichst schnell zu retten. Laut Mierisch sind es oft die kleinen Handgriffe, bei denen es nachzusteuern gilt - gerade wenn mehrere Wehren gleichzeitig im Einsatz sind.

Die Übung hat gezeigt: Gravierende Schwachstellen bei der Brandbekämpfung gibt es bei Borbet Sachsen nicht. Schon beim Aufbau des Werkes wurden alle technischen Erfordernisse beachtet. "Anfahrtswege und Wasserentnahmestellen sind schlüssig, zudem gibt es Brandmeldeanlagen", lobt Mierisch. Den Feuerwehren gibt er die Empfehlung mit, jedes Jahr eine solche Übung durchzuführen.

In Kreba-Neudorf wird jetzt digital alarmiert

Brandvorsorge anderer Art wird derzeit in Kreba-Neudorf betrieben. Dort hat die Gemeinde in die Ausstattung ihrer Feuerwehr mit digitaler Technik investiert. Die bisher üblichen alten Pieper haben ausgedient. Bürgermeister Dirk Naumburger: "Im Alarmfall bekommt jeder Feuerwehrmann eine Mitteilung auf sein Handy in einer speziellen App. Dort sieht er nicht nur, warum alarmiert wurde, sondern auch wo das Schadensereignis zu finden ist." Für die Einsatzbereitschaft viel wichtiger sei aber, dass die Kameraden die Alarmierung quittieren und angeben müssen, ob sie verhindert sind oder zur Wache fahren können.

Dort ist auf einem Monitor zu sehen, wer noch auf dem Weg ist und über welche besonderen Fähigkeiten der betreffende Feuerwehrmann verfügt - zum Beispiel, ob er  Atemschutzgeräteträger ist. So lassen sich gezielt Teams zusammenstellen, deren Mitglieder für den speziellen Einsatzfall alle benötigten Qualifikationen besitzen. Installiert wurde das System eines Dresdener Anbieters in den Gerätehäusern beider Ortsteile in Kreba und Neudorf. Rund 5.500 Euro hat die Gemeinde dafür auf den Tisch gelegt.

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