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Neuer Görlitzer Park wird erst Ende 2021 fertig

Der Brautwiesenpark hat anderthalb Jahre Verzug. Einiges musste umgeplant werden. Noch immer gibt es offene Fragen.

Reynard Werling vom Sachgebiet Straßenbau/Stadtgrün steht im künftigen Brautwiesenpark, links verläuft die Bahnhofstraße.
Reynard Werling vom Sachgebiet Straßenbau/Stadtgrün steht im künftigen Brautwiesenpark, links verläuft die Bahnhofstraße. © Nikolai Schmidt

Schön soll er werden, der neue Brautwiesenpark auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs an der Görlitzer Bahnhofstraße. Mit einem Kleinspielfeld für Fuß-, Volley- und Basketball, Kletterbergen, Liegewiese, Hundewiese, Sitzgelegenheiten, einem Aussichtspunkt und vielem mehr soll er die Innenstadt West aufwerten – ein Viertel, in dem es an Grünanlagen mangelt, aber nicht nur daran. Eines, das die Stadtverwaltung ganz bewusst verbessern will, weil das soziale Gleichgewicht nicht immer gegeben ist. Ein Problemviertel.

Kosten mussten eingespart werden

Reynard Werling vom Sachgebiet Straßenbau/Stadtgrün ist bei dem Park weiter optimistisch. „Ja, wir haben anderthalb Jahre Verzug“, sagt er. Aber: „Obwohl wir umplanen mussten, sind keine Bestandteile weggefallen.“ Stattdessen habe die Stadt geschaut, wo sich Kosten einsparen lassen, ohne dass es sich auf die Gestaltung auswirkt. Bei Details ist das möglich. So werden die Ballfangzäune feuerverzinkt sein, aber ohne Farbanstrich. Details eben.

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Vom Brautwiesenpark runter zum Brautwiesenplatz hat die Stadt einige Bäume abholzen lassen. Hier soll eine neue Treppe gebaut werden.
Vom Brautwiesenpark runter zum Brautwiesenplatz hat die Stadt einige Bäume abholzen lassen. Hier soll eine neue Treppe gebaut werden. © Nikolai Schmidt

Doch warum musste überhaupt umgeplant werden, warum mussten Kosten eingespart werden? Ja, warum ist er nicht längst eröffnet? Im Juni dieses Jahres sollte es ursprünglich so weit sein. Doch dann zog sich zunächst die Planung länger hin als gedacht. So sagte Werling schon Anfang des Jahres, dass der Termin im Juni nicht zu halten sein wird. „Bis Dezember soll alles fertig sein“, erklärte er damals.

Nun sagt er: „Spätestens Dezember 2021“. Also noch einmal ein ganzes Jahr später. Die vorbereitenden Arbeiten sind erledigt. Im Wesentlichen ging es um den Abriss von allem, was nicht mehr gebraucht wurde sowie um das Fällen von Bäumen und Sträuchern. „Dabei mussten wir feststellen, dass die alte Laderampe in deutlich schlechterem Zustand ist als gedacht“, sagt Werling. Die Rampe sollte eigentlich – auch funktional – in den Park integriert werden. Das stand nun plötzlich infrage, denn nicht alles lässt sich erhalten. Also musste untersucht und umgeplant werden. Ergebnis: Ein 15 bis 20 Meter langer Abschnitt ist noch ganz gut in Schuss und kann in seiner alten Form stehenbleiben, aber nur als Relikt zum Angucken und Drauftreten, aber nicht als sinnvoll nutzbarer Weg, der irgendwohin führt.

Ein Abschnitt wird neu aufgebaut

Der Rest muss abgerissen werden, aber am anderen Ende des Parks soll ein kurzer Abschnitt, vielleicht 25 bis 30 Meter lang, aus alten Elementen neu aufgebaut werden. Er bekommt eine Funktion als Weg und als Rückwand für einen Spielbereich.

Als die Sache mit der Laderampe klar war, musste die Planung angepasst werden, ohne dass Kostensteigerungen auftreten. Inklusive Planung und Bau wird der neue Park etwas mehr als 1,4 Millionen Euro kosten. 80 Prozent davon kommen aus Efre-Fördermitteln von der EU, die anderen 20 Prozent steuert die Stadt selbst bei. Bei dieser Summe soll es auch bleiben. Doch die Präzisierung sämtlicher Details und Änderungen habe eben sehr viel Zeit gebraucht – und einen regen Austausch zwischen Planungsbüro und Stadtverwaltung.

Ausschreibung hat noch nicht begonnen

Bevor die Ausschreibung für Gestaltung und Ausstattung startet, soll alles im Detail feststehen, damit die Ausschreibung auch wirklich funktioniert. Jetzt hofft Werling, dass sie im Oktober starten kann. Doch noch immer gibt es offene Fragen: Werden sich Firmen an der Ausschreibung beteiligen? Werden die Preisangebote im Rahmen liegen? Werling hofft es. Dann könnte der Auftrag im Dezember oder Januar vergeben werden. Baustart wäre anschließend so schnell wie möglich – und natürlich abhängig vom Wetter. Werling rechnet jetzt mit einer Bauzeit von zehn Monaten. Zieht sich der Winter lange hin, dann muss es hinterher schneller gehen. Denn: „Bis Dezember müssen wir fertig werden, allein schon wegen der Fördermittelfristen.“

Hoffnung gibt ihm, dass während der Abrissphase im ersten Halbjahr schon mehr passiert ist als vorgesehen. So wurde mehr Regenentwässerung verlegt als geplant, für die spätere Asphaltspur auf der Südseite des Parks wurde schon der Unterbau errichtet und so weiter. Doch auch das dauerte länger als geplant – wegen Corona und auch, weil nicht immer genügend Arbeitskräfte vor Ort waren.

Es soll eine feierliche Eröffnung geben

Eröffnet werden sollte der Park ursprünglich ganz groß zum Tag der offenen Sanierungstür. Doch auch jetzt hält Werling an dem Plan fest, dass es „auf jeden Fall eine feierliche Eröffnung“ geben soll. Wenn sich die Arbeiten tatsächlich bis Dezember hinziehen sollten, dann vielleicht nur eine kleine Einweihung Ende 2021 und ein großes Parkfest im Jahr darauf.

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