merken
PLUS Görlitz

Bund gibt Geld für Ost-ICE aus Görlitz

2023 soll der legendäre SVT aus dem VEB Waggonbau wieder rollen. Mit einer Millionen-Finanzspritze aus Berlin stehen die Chancen dafür gut.

Im "Vindobona", hergestellt in Görlitz, durfte einst nur ein ausgewähltes Publikum bis nach Wien reisen.
Im "Vindobona", hergestellt in Görlitz, durfte einst nur ein ausgewähltes Publikum bis nach Wien reisen. © Deutsche Bahn/dpa

Gute Aussichten für die Restaurierung des legendären ICE des Ostens, den vom VEB Waggonbau gebauten SVT "Bauart Görlitz": Es gibt Fördermittel vom Bund. Das hat der Haushaltssauschuss des Bundestages entschieden.

Unter dem sperrigen Titel "Restaurierung von historischen Triebzügen des internationalen Schienenpersonenfernverkehrs" gibt es vier Millionen Euro. Damit, so der Bundestagsabgeordnete Thomas Jurk (SPD), könne die SVT Görlitz gGmbH die Idee "Ein Zug für Mitteldeutschland" verwirklichen, die Grundlage für die Restaurierung und künftige Nutzung schaffen.

Anzeige
Die WOGENO sucht neue Mitarbeiter
Die WOGENO sucht neue Mitarbeiter

Die Wohnungsgenossenschaft Zittau eG bietet für engagierte Bewerber ein attraktives und verlässliches Arbeitsumfeld.

SVT steht für Schnellverbrennungstriebwagen. Acht der exklusiven Züge hatte die Reichsbahn zu DDR-Zeiten im Einsatz. Sie fuhren unter anderem über Prag bis Wien oder per Fähre von Warnemünde nach Kopenhagen, hergestellt vom Waggonbau Görlitz. Die Züge trugen klangvolle Namen wie Karlex und Vindobona. Später hieß es "Sorbenexpress" auf der Strecke von Berlin nach Bautzen.

Vier Millionen Euro, das ist in etwa die Summe, um den letzten der SVT, der technisch vollständig und weitestgehend im Originalzustand erhalten ist, wieder auf die Schiene und in Einsatz zu bringen. Die Idee dazu hatten zwei Leipziger. Thomas Jurk freut sich über die Finanzspritze, die am Donnerstag bewilligt wurde. "Als Berichterstatter und gebürtiger Görlitzer habe ich mich bei den Haushaltsberatungen für dieses Projekt besonders stark gemacht", teilt er mit.

Bereits 2018 hatte es ein Treffen bei Bombardier mit dem früheren Oberbürgermeister Siegfried Deinege und Ministerpräsident Michael Kretschmer zum Thema SVT gegeben. Derzeit steht der Zug in Dresden. Hilfe kommt von vielen Seiten. Zuletzt fand im Oktober dieses Jahres ein Spendenlauf zugunsten der Restaurierung statt.

1963 war der SVT auf der Leipziger Messe vorgestellt worden. Genau 60 Jahre später, 2023, soll er wieder auf der Schiene sein. Mit 140 Stundenkilometern sind Fahrten durch Deutschland geplant. 296 Tonnen ist der Zug schwer, 145 Meter lang, 250 Sitzplätze gibt es plus 23 im Mitropa-Restaurant. Die Betreibergesellschaft SVT Görlitz gGmbH plant zunächst mit zehn Sonderfahrten pro Jahr und weiteren Chartertouren.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier

Mehr zum Thema Görlitz