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Görlitz erwartet die Touristen

Ab Mittwoch dürfen Hotels wieder Gäste aufnehmen. Derzeit wird eher zögerlich gebucht. Camping ist zwar schon länger möglich, läuft aber auch noch gebremst.

Oliver und Claudia Meinecke mit ihrem Camper am Berzdorfer See in Görlitz. Sie lieben das ungezwungene Leben auf Achse, wollen bald weiter.
Oliver und Claudia Meinecke mit ihrem Camper am Berzdorfer See in Görlitz. Sie lieben das ungezwungene Leben auf Achse, wollen bald weiter. © Martin Schneider

Meineckes sind Wiederholungstäter. Den Caravan-Stellplatz am Berzdorfer See hat das Paar aus dem Havelland in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal angesteuert. "Pfingsten waren wir schon da", erzählt Oliver Meinecke. Sonntagabend sind sie nun erneut angekommen. "Es ist einfach schön hier", sagt seine Frau Claudia. "Und nicht so campingplatzmäßig."

Echte Camper kochen selber

Meineckes Camper ist einer von nur zweien, die am Montag viel Platz auf den Stellplätzen am See haben. Was macht man denn so, wenn in Görlitz vieles noch geschlossen hat und nur Außengastronomie möglich ist? "Wir lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen", lacht Oliver Meinecke. "Nein, nicht nur", sagt seine Frau. "Heute ist noch eine Radtour um den See geplant."

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Als echte Camper sind Meineckes zudem Selbstversorger, machen sich um die Görlitzer Gastronomie keine Gedanken. "Selbst gekocht schmeckt uns eh' besser", sagt Oliver.

Der Caravan-Stellplatz am See ist spartanisch, wer als Camper mehr Komfort erwartet, wird unter anderem am Kühlhaus in Weinhübel fündig. Rund zehn Camper stehen dort. Eine gute Zahl? "Naja, relativ gut", sagt Danilo Kuscher, Kühlhaus-Vereinschef. Seit 1. Juni ist der Campingplatz geöffnet. "Der Zuspruch war erst verhalten. Aber jetzt füllt sich der Platz nach und nach", sagt Danilo Kuscher. Insgesamt sei er mit der Entwicklung zufrieden.

Geschäftsreisende hielten Hotels am Laufen

Während Campingplätze längst wieder Gäste übernachten lassen dürfen, können das dank gefallener und stabiler Inzidenzwerte ab Mittwoch auch wieder die Hotels. Und die sind vorbereitet. "Eigentlich hatten wir ja nie zu", sagt Gunnar Buchwald vom Hotel "Zum Hothertor" in Görlitz. Immer wieder übernachteten bei ihm, genau wie in anderen Hotels der Stadt, Geschäftsreisende. "Jetzt hoffen wir natürlich auf viele zusätzliche Gäste", so der Hotelier.

Aktuell gleiche das zahlenmäßige Niveau dem März. Buchungen kommen rein, aber mit "angezogener Handbremse", beschreibt es Gunnar Buchwald. "Die Leute sind verunsichert, sie wissen einfach nicht genau, was ist erlaubt, was nicht", so seine Erfahrung. Im Hotel ist jedenfalls alles für die Gäste vorbereitet.

Testzentrum im "Strauss" bleibt vorerst

Im Hotel "Am Goldenen Strauss" im Görlitzer Zentrum ist derzeit ein Corona-Testzentrum untergebracht - und wird es auch nach dem Mittwoch noch sein. "Wir haben das bis zum 27. Juni so mit der Linden-Apotheke vereinbart", sagt Inhaber Roland Marth. Falls die Testpflicht eher kippen sollte, dann wäre aber auch ein Auszug des Testzentrums zum 14. Juni möglich, schildert er.

Auf jeden Fall sei das Hotel auf Gäste vorbereitet. "Die Zimmer können sofort genutzt werden", sagt Roland Marth. Er sieht einen weiteren Effekt der Hotelöffnungen: "Die Gaststätten sind nur voll, wenn auch die Hotels voll sind. Da greift eins ins andere."

Im "Gut am See" in Tauchritz, dessen Geschäftsführer ebenfalls Roland Marth ist, kommen erste Buchungen an. "Es geht los, aber langsam", sagt der Chef. Es habe sich bereits in der Vor-Corona-Zeit gezeigt, dass die Gäste relativ kurzfristig buchen. "Deshalb sind wir gut vorbereitet", sagt Roland Marth. Das Haus schnell zu öffnen, sei daher keine Herausforderung.

Pandemie zum Renovieren genutzt

Im Hotel "Zum Firstenstein" in Königshain wurden die Wochen und Monate genutzt, um die 22 Zimmer auf Vordermann zu bringen. "Alle wurden komplett renoviert, die Ausstattung erneuert", sagt Norbert Hauffe vom Hotel. Seit dieser Woche werde auch wieder gebucht. "Wobei wir ja nicht unbedingt das klassische Urlaubshotel sind, aber natürlich auch. Hier übernachten beispielsweise Gäste, die nach einer großen Feier nicht mehr heimfahren möchten", sagt Norbert Hauffe. Auch Radtouristen kommen gern vorbei, ebenso Handwerker, Geschäftsreisende.

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Auf Reisen machen sich auch die Meineckes. Am Berzdorfer See hält es sie dieses Mal nicht so lange. "Wir warten nur darauf, dass das Wetter besser wird", sagt Oliver Meinecke. Wie bitte? "Na das im Westen. In die Richtung wollen wir weiter." Franken, der Allgäu - zwei der nächsten Ziele der "Unruhreständler", wie es Oliver Meinecke beschreibt. Seit einem Jahr ist das Paar, das ursprünglich aus Berlin kommt, per Camper im Urlaub unterwegs, zuvor per gecharterter Jacht im Havelland. Aber das wurde schwierig, als die französische Bulldogge Emmy einzog.

Den Sommer über wollen Meineckes nun Deutschland erkunden. Im Herbst soll Südeuropa das Ziel sein. "Vielleicht zum Überwintern", sagt Oliver Meinecke.

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