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Gastwirte und Kultur hoffen auf die zweite Sommerhälfte

Noch ist die Inzidenzzahl für Lockerungen im Landkreis Görlitz zu hoch. Aber es gibt schon Nachfragen von Gästen.

Bis es in der Kulturbrauerei bei Landskron wieder so abgeht wie hier mit den California Dream Boys, wird es wohl noch eine Weile dauern.
Bis es in der Kulturbrauerei bei Landskron wieder so abgeht wie hier mit den California Dream Boys, wird es wohl noch eine Weile dauern. © Sosnowski

In diesem Jahr ist der Rasen im Biergarten besonders schön grün. Kein Wunder, durfte ja auch keiner drauftreten. Außer Dirk Heilmann vielleicht. Der ist Inhaber des Görlitzer Hotels "Zum Klötzelmönch" und hofft auf eine zweite Sommerhälfte mit Gästen.

"Wir sind auf jeden Fall vorbereitet", sagt Dirk Heilmann. Neben dem frischen Grün im Biergarten gibt es frisch renovierte Zimmer, die auf Gäste warten. "Wir hoffen, dass es jetzt schnell vorangeht", sagt er. Schnell voran, damit meint Dirk Heilmann die Inzidenzzahl im Kreis Görlitz. Und sie sollte auch nicht schnell vorangehen, sondern eher schnell runter. Anfragen, ja die gibt es. Aber Dirk Heilmann kann eben noch keine konkrete Auskunft geben.

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An der Elbe sieht es gut aus für die Außengastronomie

Am Sonntag lag die Inzidenz im Kreis bei 132 – noch zu hoch, um der Gastronomie Erleichterungen zu versprechen. Nur abholen und liefern lassen, das geht im Landkreis, in der Oberlausitz.

Derweil schauen Dirk Heilmann und seine Kollegen von der Neiße an die Elbe. Beispiel Dresden: Gastwirte dort rüsten sich angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen für eine Wiedereröffnung der Terrassen und Biergärten. "Viele Betriebe und Mitarbeiter stehen in den Startlöchern und freuen sich, überhaupt wieder arbeiten zu können", sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) Sachsen, Axel Klein.

Am Sonntag lag die Inzidenzzahl in Dresden bei 80 und damit unter der für die Außengastronomie magischen 100. Voraussetzung: Die Zahl muss an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 bleiben. Zudem sind Terminvergabe, Kontakterfassung und Negativtests nötig, wenn mehr als zwei Hausstände an einem Tisch sitzen. Axel Klein sieht das relativ entspannt: "Die Kontaktnachverfolgung ist kein Problem, wir richten uns darauf ein." Auch bei Kontrollen von Geimpften und Genesenen, die künftig mit negativ Getesteten gleichgestellt werden sollen, sieht er keine Schwierigkeiten.

Maik Pasora, Inhaber des Görlitzer Kartoffelhauses auf der Steinstraße, erwartet Lockerungen und einen Besucheransturm frühestens Mitte Juni. Dass zunächst erst einmal nur der Biergarten öffnet, schließt er aus. "Wenn, dann warten wir, bis wir wieder richtig öffnen dürfen", sagt Maik Pasora. Was sei zum Beispiel, wenn Gäste auf die Toilette müssten? "Dann müssten wir sie reinlassen, und das ist ja nicht erlaubt", so der Kartoffelhaus-Inhaber.

Nach monatelanger Corona-Zwangspause sei die wirtschaftliche Lage katastrophal. Eine Wiedereröffnung der Außengastronomie sei zwar ein erster Schritt, könne die Verluste der Betriebe kaum ausgleichen, so der sächsische Dehoga-Chef, Axel Klein.

Landskron verschiebt Konzerte in die zweite Jahreshälfte

Zumal es im Kreis Görlitz noch nicht soweit ist: Beispiel Kultur. Die Landskron-Kulturbrauerei hat jetzt eine ganze Reihe von Konzerten verschoben, zum Teil in die zweite Jahreshälfte, zum Teil in das kommende Jahr. Während in der Kulturbrauerei renoviert wird, sollte draußen eigentlich schon wieder Betrieb auf dem Brauereihof sein. Am 22. Juni war beispielsweise Max Raabe und das Palastorchester geplant. Am Mittwoch eine Nachricht vom Kartengroßhändler Eventim an alle Ticketinhaber: Das Konzert wird verschoben.

Der neue Termin ist jetzt erstmal für den 11. September vorgesehen, voraussichtlich. Nur wenige Veranstaltungen seien komplett abgesagt und ersatzlos gestrichen worden, heißt es von Landskron. Zum Teil wurden Veranstaltungen auch in die "Zwei Linden" verlegt. Gestrichen wurden der Frühlingsball und Olaf Schuberts "Hördialoge".

Ralf Richter hat den Imbiss am Berzdorfer See in Deutsch Ossig schon seit Januar wieder geöffnet. "Jedenfalls immer wieder einmal", sagt der Inhaber. Derzeit läuft es bei ihm aber nur mit kaufen und abholen und wenn das Wetter mitspielt. "Wenn wir mit der Außengastronomie starten dürften, wäre das kein Problem. Wir könnten von heute auf morgen loslegen", sagt er. Aber noch funktioniert das Geschäft eben mit angezogener Handbremse.

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Dirk Heilmann aus dem "Klötzelmönch" will nun erst einmal abwarten, wie sich die Lage entwickelt und dann erst Ware ordern. "Nach sechs Monaten zu Hause, da kommt man sich schon ein bisschen komisch vor", sagt er.

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