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Was aus Görlitzer Tierpark-Projekten wurde

Die Tierzucht funktioniert im Zoo: Geiers haben Nachwuchs. Bei anderen Projekten klemmt es, auch wegen Corona. Am Wochenende startet ein ganz Neues.

Zookuratorin Catrin Hammer und Zoopädagogin Isa Plath unter Geiern: Das Projekt "Tierzucht funktioniert" im Tierpark Görlitz, die Vögel haben Nachwuchs.
Zookuratorin Catrin Hammer und Zoopädagogin Isa Plath unter Geiern: Das Projekt "Tierzucht funktioniert" im Tierpark Görlitz, die Vögel haben Nachwuchs. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Noch ist er ein bisschen schüchtern, der kleine Geier. Er sitzt zwischen seinen Eltern im Horst, nur ab und zu lugt der Kopf hervor. Das Kleine ist am 13. März geschlüpft. "Endlich haben wir wieder Geiernachwuchs", freut sich Zookuratorin Catrin Hammer. Im vergangenen Jahr gab es den zwar auch, aber der Jungvogel musste eingeschläfert werden, er hatte einen genetischen Defekt.

Das Projekt Nachwuchs, es funktioniert im Zoo. Mit den Geiern ist der Görlitzer Tierpark an einem Zuchtprogramm beteiligt, einzelne Tiere werden immer wieder ausgewildert, etwa der Nachwuchs von 2017. Er dreht inzwischen in Bulgarien seine Kreise, ausgestattet mit einem Sender.

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Bärengehege lässt auf sich warten

Nicht bei allen Vorhaben des Zoos läuft es derweil ganz so rund. 2017 hatte Tierparkdirektor Sven Hammer angekündigt, dass ein Bärengehege gebaut werden soll. Der Waggonbauer, damals noch Bombardier, wollten sich mit Sachleistungen am Bau beteiligen. Zwei Jahre später wurde am Bauantrag gearbeitet. Dann kam Corona, der Tierpark musste jeden Euro zweimal umdrehen.

Aufgegeben hat Sven Hammer das "Projekt Bär" derweil nicht. "Es ist nur noch nicht soweit, jedenfalls nicht in diesem Jahr", sagt er. An Investitionen sei in diesen Zeiten gar nicht zu denken, schilderte er im März.

Damals wurde auch gerade ein weiteres Vorhaben vorgestellt: ein Kletterpfad an der Buchenallee. 100 Meter lang soll der werden. Damit das Geld auch in schwierigen Zeiten zusammenkommt, kam das Projekt auf eine neue Crowdfundig-Plattform der Stadtwerke, also eine Sammelplattform, auf der jeder spenden kann. Das Geld kam zusammen. Aber der Kletterpfad lässt auf sich warten.

Pläne für Kletterpfad fehlen noch

Dabei hat Zoopädagogin Isa Plath schon Ideen, was der Pfad beinhalten könnte, von Balancieren über Kletterpanda bis Hangelzapfen. 15 Hindernisse soll es einmal geben, mit sieben soll zunächst gestartet werden. Woran liegt die Verzögerung? "An den Plänen für den Pfad", sagt Isa Plath. Eine Firma hat dem Zoo Unterstützung zugesagt und will den Kletterpfad gratis planen. "Aber leider haben wir noch keine Pläne bekommen", so Isa Plath. Das Geld aus der Sammelaktion liegt derweil auf dem Tierparkkonto.

Inzwischen hat Isa Plath allerdings ein weiteres Projekt auf die Beine gestellt, ein Escape-Spiel, Titel "Die geheimnisvolle Expedition". "Escape bedeutet nicht, dass man versuchen muss, aus dem Zoo auszubrechen", sagt Isa Plath. Vielmehr gibt es mehrere Stationen, an denen Rätsel gelöst werden müssen, die dann für die weiteren Stationen benötigt werden. Am Ende gilt es, eine Botschaft herauszubekommen. Isa Plath: "Eine Art moderne Schnitzeljagd. Die einzelnen Stationen sind über den gesamten Tierpark verteilt. Der Zoo ist in fünf Bereiche eingeteilt, jede Gruppe bekommt einen Reisekoffer samt Reisepass, der am Ende fünf Stempel haben muss.

Neues Escape-Spiel startet am Wochenende

"Es ist ein anspruchsvolles Spiel, nicht nur etwas für Kinder", so die Zoopädagogin. Gespielt wird in einer Gruppe mit bis zu fünf Personen, Kosten pro Gruppe 15 Euro. Bis zu drei Stunden dauert das Ganze. Ab dem Wochenende geht es los. Das Spiel haben Betreiber von Escape-Rooms aus Norddeutschland entwickelt und es schon an mehrere ähnlich große Tierparks wie den Görlitzer verkauft.

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Wir wollen damit Personengruppen ansprechen, die vielleicht nicht unbedingt extra einen Zoobesuch machen wollen", sagt Isa Plath. Sie sei sehr gespannt, wie das Spiel in Görlitz ankommt: "Hoffentlich ist es nicht zu schwer."

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