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DDR-ICE kommt nicht nach Görlitz

Wegen technischer Probleme kommt der Zug doch nicht an seinen Geburtsort. Wann er wieder Görlitz anläuft, ist noch unklar.

Gunnar Kloß, ehrenamtlicher Mitarbeiter und Mario Lieb, Geschäftsführer der SVT Görlitz gGmbH, vor dem Ost-ICE: Der Zug ist in Dresden.
Gunnar Kloß, ehrenamtlicher Mitarbeiter und Mario Lieb, Geschäftsführer der SVT Görlitz gGmbH, vor dem Ost-ICE: Der Zug ist in Dresden. © René Meinig

Die Technik macht den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Eigentlich sollte der legendäre SVT „Bauart Görlitz“ vom 24. bis 26. September zu einem Kurzbesuch nach Görlitz kommen.

Daraus wird jetzt nichts. „Der technische Zustand der Radsätze ist leider so schlecht, dass wir nicht fahren können“, schildert Mario Lieb. Er ist Geschäftsführer der SVT Görlitz gGmbH. Die hat sich dem Wiederaufbau des Zuges gewidmet.

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Woher die neuen Radreifen kommen, ist schon klar: von einer Firma aus Gröditz. Wenn demnächst die ersten vier Drehgestelle in Chemnitz aufgearbeitet werden, werden sie mit aufgezogen.

Wie stehen die Chancen, dass die "Vindobona" eines Tages wieder Görlitz anläuft? „Unser ehrgeiziges Ziel ist es, den Zug 2023 wieder in Betrieb zu nehmen“, sagt Mario Lieb. Aber auch der SVT, der Schnellverkehrstriebzug aus dem VEB Waggonbau Görlitz, sei keiner, der nur zu Ausstellungen fahren könne.

„Wir sind ein gemeinnütziger Verein. Doch wir müssen auch Geld verdienen, um die Kosten zu decken“, sagt Mario Lieb. Die Bahnfreunde haben dabei insbesondere die Strecke Berlin-Prag im Blick. „Vielleicht klappt es dann mit einem Abstecher nach Görlitz“, sagt Mario Lieb. In acht Jahren ist zudem der Tüv nach der Inbetriebnahme wieder fällig. Das kostet.

Ende vergangenen Jahres beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestages, den Aufbau des SVT mit vier Millionen Euro zu unterstützen. Aber es bleibt die Frage der Eigenmittel. Für den diesjährigen ersten Bauabschnitt ist die Finanzierung gesichert, 250.000 Euro. Anfang September wird der erste Wagen zur Aufarbeitung nach Halberstadt gebracht.

In der Zwischenzeit sucht die gemeinnützige Firma weiterhin nach Spendern, Unternehmen, die die weitere Arbeit an und im SVT mitfinanzieren. Es fehlen noch rund eine Dreiviertelmillion Euro Eigenkapital. „Wir sind aber mit dem Wirtschaftsministerium im Gespräch, ob ein Teil des Eigenkapitals übernommen werden könnte“, sagt Mario Lieb. Noch aber gibt es kein Ergebnis.

Für den ursprünglich geplanten Besuch in Görlitz hatte das Unternehmen sogenannte Geistertickets verkauft. Mitfahren durfte niemand, da die Hauptuntersuchung noch aussteht. Was passiert mit diesen Geldern, die zwischen 20 und 30 Euro pro Karte liegen? Wer beim Kauf keine E-Mail hinterlegt hat, wird um Rückmeldung gebeten. Alle anderen werden angeschrieben. Und es gibt Alternativen, den SVT zu sehen: am 12. September zum „Tag des offenen Denkmals“ und vom 8. bis 10. Oktober zum „Tag der offenen Tür“ beim Dresdner Dampfzugtreffen. Der SVT befindet sich derzeit in einer Halle im Bahnbetriebswerk Zwickauer Straße in der Landeshauptstadt.

„Wir bedauern sehr, dass wir nicht nach Görlitz kommen können“, sagt Mario Lieb. Immerhin gibt es den Plan, das sich die Freunde des Görlitz-ICE mit einem Infostand im Bahnhof präsentieren.

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