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Diebe bedienen sich im Görlitzer Mercedes-Autohaus

Kaum hatte die Polizei einen ersten Diebstahl aufgenommen, kamen die Kriminellen ein zweites Mal. Dieses Mal waren teure Räder ihre Beute.

Die Zufahrt zur TG-Autohandelsgesellschaft an der Gottlieb-Daimler Straße in Görlitz: Hier schlugen die Diebe zu.
Die Zufahrt zur TG-Autohandelsgesellschaft an der Gottlieb-Daimler Straße in Görlitz: Hier schlugen die Diebe zu. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Manche Diebe sind offenbar besonders dreist. Schlimm genug, dass sie auf dem Gelände der TG Autohandelsgesellschaft an der Görlitzer Gottfried-Daimler-Straße ihr Unwesen getrieben hatten. Die Polizei war da, nahm den Schaden auf. "Ein Kollege hatte die Beamten informiert, nachdem er das Ganze gesehen hatte", schildert René Kaden, Serviceleiter für die TG-Niederlassungen Görlitz, Löbau und Zittau. Die Polizei machte Fotos, schrieb auf, war dann wieder weg.

Am nächsten Morgen, als die Kollegen wieder auf Arbeit kamen, dann die Überraschung: Etliche komplette Radsätze fehlten an den teuren Mercedes-Benz-Fahrzeugen. "Dass heißt, die Diebe waren nach dem Einsatz der Polizei noch einmal da. Das ist schon wirklich ganz schön dreist", findet René Kaden. Eigentlich ist der Mann ja Kummer gewöhnt, jedenfalls was Diebstähle betrifft. Seit 24 Jahren ist er in der Firma. "Mit Corona ist die Situation etwas ruhiger geworden. Aber jetzt scheint es wieder los zu gehen", sagt René Kaden.

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Um die 40.000 Euro, so hieß es von der Polizeidirektion Görlitz zunächst, betrage allein der Schaden, der nach der ersten Aufnahme des Falles zusammenkam. Inzwischen, mit den geklauten Rädern, dürfte die Summe doch noch größer werden. Den Sachschaden bezifferte die Polizei derweil auf etwa 2.000 Euro.

"Es handelte sich um etwa 20 Neuwagen und Fahrzeuge, die für den Verkauf schon zugelassen waren", schildert René Kaden. Die Diebe hatten es offensichtlich auf die hochwertigen Teile an den Pkw abgesehen, darunter die vor allem die Spiegelgläser und die Sensoren, beispielsweise zur Abstandsmessung und Geschwindigkeitsregulierung, besonders teure Teile. "Die Sensoren sind bei Mercedes unter dem Stern verbaut. Und Sterne wurden damit auch gleich noch mitgenommen", sagt René Kaden.

Vor allem teure Sensoren gestohlen

Allein ein Spiegelglas kostet um die 200 bis 300 Euro, sagt René Kaden. Bei den Sensoren geht es dann schon in den vierstelligen Bereich. Die Diebe wussten offensichtlich, welche Autos sie sich vornehmen wollten, neue oder neuwertige Wagen. "Wir haben zwar auch Nutzfahrzeuge. Aber die sind im gebrauchten Zustand und waren deshalb vielleicht nicht so interessant für die Diebe", so René Kaden.

Bisher, so der Servicechef, habe die Versicherung in derartigen Fällen gut bezahlt. Auch vor ein paar Monaten, als in der Niederlassung Bautzen 60 Radsätze "verschwanden". "Es gab Zeiten, da hatten wir solche Vorfälle fast jeden Monat", sagt René Kaden.

Die Niederlassung der TG Autohandelsgesellschaft in Görlitz ist nicht besonders geschützt. Es gibt Schranken an der Zufahrt und Hecken, die das Areal einzäunen. "Und jede Hecke hat halt ihre Lücke", sagt René Kaden. Auf eine Videoüberwachung wird in dem Görlitzer Autohaus verzichtet, unter anderem aus Gründen des Datenschutzes.

Die TG Autohandelsgesellschaft, die Torpedo-Gruppe, hat ihren Stammsitz in Kaiserslautern. 1991 eröffnete sie ihren ersten Betrieb im Osten der Republik, in Hoyerswerda. Es folgten dann Standorte in Weißwasser, Senftenberg, Görlitz, Zittau, Löbau, Kamenz und Bautzen.

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