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Görlitz: Zweiter Flucht-Affe bleibt in Zoo-Quarantäne

Seine Gefährtin starb auf der Autobahn. Sie wird jetzt untersucht. Das Ergebnis bestimmt das Schicksal ihres Gefährten.

Hier war sie noch putzmunter: Affenmädchen Curry auf der Flucht auf einem Haus in Sohland.
Hier war sie noch putzmunter: Affenmädchen Curry auf der Flucht auf einem Haus in Sohland. © privat

Nach dem tragischen Tod des Rhesusaffenmädchens Curry auf der Autobahn bei Görlitz stellt sich nun die Frage: Wie geht es mit dem Mitflüchtling weiter, der derzeit im Tierpark in Görlitz weiterhin in Quarantäne sitzt?

Das Männchen, ebenfalls jung, etwa zweieinhalb Jahre alt und sechs Kilo schwer, hatte sich mit einer Banane in ein Auto locken lassen, war dann betäubt und in den Zoo gebracht worden. Erste Untersuchungen folgten, demnach ist es gesund. Darüber, ob es seinem privaten Besitzer zurückgegeben werden kann, wollte das Veterinäramt des Kreises entscheiden.

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Nach dem Tod des Affenmädchens hat sich die Situation nun geändert. "Der zweite, gestern tot aufgefundene Affe wurde vom Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt des Landkreises Görlitz übernommen", so Landratsamtssprecherin Julia Bjar auf Nachfrage der SZ. Das Lüva, so die Abkürzung des Amtes in der Behörde, kümmert sich unter anderem um die Einhaltung von Tierschutzbestimmungen, um die artgerechte und umweltverträgliche Haltung von Tieren.

Auf Veranlassung des Veterinäramtes, jedenfalls sei nun eine veterinär-pathologische Untersuchung des toten Affenmädchens in Auftrag gegeben worden. Bei einer derartigen Untersuchung soll unter anderem ausgeschlossen werden, dass das Tier Seuchen und ansteckende Krankheiten haben könnte. Wann und wo die Untersuchung des Affenmädchens erfolgt, lässt das Landratsamt nach der SZ-Nachfrage offen.

Nur so viel: Erkenntnisse zu Erkrankungen und Ähnlichem hätten "gegebenenfalls auch Einfluss auf das weitere Verfahren des sich derzeit in Quarantäne befindlichen Affen, da beide Tiere Kontakt miteinander hatten", so Julia Bjar. Konkretere Informationen könne sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht geben, bedauert die Sprecherin des Landratsamtes. Damit bleibt offen, ob der überlebende Affe aus der Görlitzer Tierpark-Quarantäne zu seinem Besitzer bei Löbau zurückkehren darf oder welches Schicksal ihm sonst droht.

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Am Freitag meldete sich die Tierschutzorganisation Peta zu dem Fall der beiden Affen zu Wort. Es sei erschütternd, "dass die beiden Rhesusaffen wochenlang durch Görlitz gehetzt wurden und nun einer von ihnen auf einer Autobahn getötet wurde. Die Verantwortung für diesen tragischen Ausgang tragen der Tierhalter und auch die Politik", so Peta-Referentin Jana Hoger. Ihr Fazit: Die Haltung "exotischer" Tiere müsse dringend verboten werden.

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