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Arzt-Trio wieder komplett

Es gibt viel Neues vom Internistenteam um Henry Hedrich auf der Görlitzer Joliot-Curie-Straße. Mit einem Gerücht räumt der Arzt aber auf.

Das Team der Internistischen Hausarztpraxis auf der Joliot-Curie-Straße: Przemyslaw Samborski, Ewa Fringes und Henry Hedrich (v. l.). Ihre Masken haben die Ärzte nur kurz für das Foto abgenommen.
Das Team der Internistischen Hausarztpraxis auf der Joliot-Curie-Straße: Przemyslaw Samborski, Ewa Fringes und Henry Hedrich (v. l.). Ihre Masken haben die Ärzte nur kurz für das Foto abgenommen. © Nikolai Schmidt

Der Pendler-Anteil ist groß in dieser Gemeinschaftspraxis. Gleich zwei der drei Ärzte pendeln täglich - der eine aus Bunzlau, die andere aus einem Ort, zehn Kilometer hinter Zgorzelec. Doch während Przemyslaw Samborski seinen Patienten bereits seit 2013 bekannt ist, bereichert Ewa Fringes das Team um Henry Hedrich auf der Joliot-Curie-Straße erst seit einigen Wochen.

Die 41-Jährige ist Ärztin in Ausbildung, macht bei Dr. Hedrich jetzt ein Jahr lang ihre Weiterbildung zur Allgemeinmedizinerin und will dann in der Praxis bleiben. "Darüber freuen wir uns sehr. So können wir unseren großen Patientenstamm weiter versorgen", sagt Hedrich, der die Praxis 2014 von Rolf Weidle übernommen hatte. Nach dem Weggang von Dr. Elzbieta Czerczuk, die seit 2016 dem Team angehörte, waren Przemyslaw Samborski und Henry Hedrich ein Jahr lang nur zu zweit gewesen.

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Medizinstudium in Rumänien

Ewa Fringes bringt viel Erfahrung mit. Sie hat bereits im Malteser Krankehaus St. Carolus gearbeitet wie auch im Städtischen Klinikum und zuletzt bei Dr. Knappe. Davor hat sie in England als Pflegerin gearbeitet, dort dann später eine Ausbildung zur Pharmazeutischen Technikerin absolviert und anschließend in einer Londoner Apotheke gearbeitet, bevor sie nach Rumänien ging, um dort Medizin zu studieren. "Und jetzt bin ich zurück in der Heimat. Ich lebe auf einem großen Hof bei Zgorzelec, mit vielen Tieren", sagt die Ärztin.

Für die beiden Kollegen in ihrer neuen Praxis bedeutet das nun, dass sich die Situation ein wenig entspannt. Auch dem recht großen polnische Patientenstamm kommt es entgegen, dass es erneut eine polnische Ärztin ist, die das Team komplettiert. Neue Patienten werden trotzdem keine aufgenommen - zumindest vorerst. "Wir werden das zum Jahreswechsel neu bewerten", sagt Henry Hedrich. "Zunächst soll Frau Fringes in die Praxisabläufe hineinwachsen, die Patienten kennenlernen. 

Videosprechstunden bald möglich

Überhaupt liegen turbulente Zeiten hinter dem Team von Henry Hedrich. Damit sind nicht einmal die ersten Monate der Pandemie gemeint. Nein, es gibt seit kurzem komplett neue Technik in der Praxis. Neue Hardware, neue Software, neues Verwaltungsprogramm. Der Grund: Die Datensicherheit. "Das ist uns sehr wichtig, wir haben als Internisten aufgrund unserer Diagnosegeräte doch komplexere Daten als normale Hausarztpraxen, deshalb haben wir jetzt investiert." Weil das Ganze doch sehr komplex war, war die Praxis eine Woche lang geschlossen, der Start mit den neuen Programmen am Anfang vielleicht hier und da noch holprig. "Mancher Patient wird es vielleicht gemerkt haben."

Und das soll noch nicht das Ende der Fahnenstange bei den Investitionen sein. Hedrich kündigt an, weiter auf moderne Medien setzen zu wollen, damit Online-Terminbuchung, das Abrufen von Befunden von zuhause aus oder eben der auch virtuelle Besuch beim Arzt auch hier Einzug halten können. "Patienten sind dankbar, wenn sie uns niederschwellig erreichen können."

Nur noch einen Nachmittag pro Woche da

In Sachen Erreichbarkeit räumt Henry Hedrich gleich mit einem Gerücht auf. Es hatte sich herumgesprochen, er sei nur noch an einem Tag pro Woche selbst in der Praxis. "Das war ein Kommunikationsfehler an der Anmeldung", stellt er klar. Richtig ist: Er ist nur noch an einem Nachmittag in der Woche da, nämlich am Dienstag. Aber nach wie vor an jedem Vormittag. "Und wir öffnen morgens etwas später, und zwar ab 8 Uhr." Trotzdem gibt es außer Mittwoch und Freitag auch Nachmittagssprechstunden, die dann die Kollegen übernehmen. An den Nachmittagen ist die Praxis jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Da Corona und Grippe wie in allen Praxen zu den Herausforderungen des Arzt-Trios gehören - Hedrich spricht von "regelmäßigen Abstrichen" - gibt es ein paar Änderungen. So werden Patienten mit Symptomen sofort räumlich von den anderen Patienten getrennt. "Wir können nur anhand der Symptome eben nicht unterscheiden, ob es ein einfacher Infekt oder doch Corona ist", sagt Hedrich. So weit wie möglich werden infektiöse Patienten ohnehin in den Morgenstunden zwischen 8 und 10 Uhr gelenkt. Grippeimpfungen sollen in der Praxis erst ab Oktober beginnen. "Früher halte ich nicht für sinnvoll wegen der langen Zeit bis März", sagt Henry Hedrich. 

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